Mittwoch, 22. Oktober 2008

22.10.08 33.Tag



22.10.08 33.Tag

Hallo zusammen,

Nun ist es 21.41 Uhr und ich fange an zu schreiben.

Die Anwendungen waren die gleichen wie gestern, bis auf Physiotherapie, die gab es heute nicht.


Das Fahren auf 2 Rädern klappt mittlerweile ganz gut, ich schaffe es fast immer in der Turnhalle quer komplett zu fahren. Auch balancieren auf einer Stelle geht schon ganz gut.


Einen Bordstein von 12 cm würde ich mit etwa Glück auch meistern können. Zumindest klappt dies in der Turnhalle auf Hartschaummatten.




Beim Rollstuhlsport spielen wir Volleyball mit einem Wasserball oder auch Tischtennis.

Mal sehen welche Sportart morgen ansteht.


Das Aufrichten in einem auf dem Rücken gekippten geht bis zu eine gewissen Schräge auch schon. Also die Devise ist nach wie vor den Jungen fit machen für den Rolli.


Heute bekam ich Antithrombose Strümpfe. Zuerst mal für die Unterschenkel. Die Teile anzuziehen wird verdammt schwierig sein. Ob ich das ohne fremde Hilfe schaffe?


Es gibt noch verdammt viel zu lernen, um fit zu sein für ein Leben draußen.

Hier ist es wie in einer Käseglocke. Total behütet mit fast optimalen Vorrassetzungen.


Wenn ich da dann an den Alltag denke.

Das Haus mit Keller, EG, 1 OG und Dachgeschoss.

Die verwinkelten, auf verschiedenen Ebenen, historisch gewachsenen Strukturen auf der Arbeit, mit gewaltigen Schrägen für einen Rollstuhl.


Das Haus würde heißen kräftig umbauen.

Lohnt sich das?

Oder besser was anderes?

Bleibt meine Behinderung so?

Was kommt wieder?

Wie ist der Verlauf?

Wann muss ich was entscheiden?

Gibt es temporäre Lösungen?

Wie sieht eine notwendige Pflege aus?

Welche Pflege würde ich brauchen?

Was lerne ich noch?

Wie lange bleibe ich noch hier?


Ich glaube da sind noch jede Menge offene Fragen, die im Endeffekt nur die Zeit entscheiden kann.


Jetzt schnelle Entscheidungen zu treffen, wäre sicher ein Fehler. Aber zu lange zu warten auch.

Noch ne Frage, soll ich mich jetzt damit belasten?


Richtige Antworten habe ich noch keine.

Ich werde mal bei Ebay eine Glaskugel bestellen, vielleicht weis die Rat oder hat die Antworten.


Eine Sache hat mich heute zugleich glücklich und auch sehr traurig gemacht, meine Tochter meinte sie würde den Vater von heute mehr mögen, weil er freundlicher und liebevoller ist. Was habe ich in der Vergangenheit falsch gemacht.


Heute habe ich den ganzen Tag ausgeprägtes Gefühl an einer Stelle am rechten Fuß, wo ich bisher keins hatte. Dies war schon heute Morgen und ist bis jetzt der Fall. Mal sehen wo der Spot Morgen drauf schaut.


Auch hat eben der Alkohol nach der Heparin Spritze gebrannt, dies kann aber auch ein sechser im Lotto sein. Hier und da glaube ich auch Sachen zu spüren oder wahrzunehmen die vorher nicht der Fall waren.


Dies kann aber auch Einbildung sein oder auch nicht. Oder der Wunsch Vater des Gedanken.

Ist es Licht am Ende des Tunnels oder der ICE Köln Frankfurt?


Die Zeit wird es zeigen.


Auf jeden Fall geben solche Signale wie die Heparin Spritze oder irgendwelche gefühlten Körperteile Hoffnung und stärken den Glauben, dass es sich ändern wird.


Nun ist es 22:37.

Genug...................


B. Pasman

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Bernd,

das die Glaskugel Dir da wirklich weiter helfen kann bezweifle ich. Aber diesen Wust an Fragen zu bewältigen ist doch mal eine Aufgabe. Das meiste läßt sich wahrscheinlich nur nach dem Prinzip "learning by doing" lösen. Dazu braucht man natürlich eine menge Mut alles auf sich zukommen zu lassen, aber wie heißt es so schön - "bange machen gilt nicht!" oder auf gut kölsch "allet weed jood!"
Also, ich wünsch Dir viel Kraft und Nerven, aber vorerst steht mal das Ziel Nummer 1 im Vordergrund - back 2 the foots!

In diesem Sinne viele Grüße

Lothar