Sonntag, 30. November 2008

30.11.08 72.Tag




Hallo zusammen,

heute war ich wie gestern zu Hause. Ich habe gestern nicht dort geschlafen, da es ein ziemlicher Aufwand ist bei mehreren Etagen dies zu bewerkstelligen. Mal sehen wie es nächste Woche aussieht.

Mit ein Grund war meine Tochter Carmen bei einem Korfballspiel anzufeuern. Leider hat der Beistand des Vaters nicht viel geholfen. Über das Ergebnis wollen wir den Mantel des Schweigens legen.

Auf jeden Fall hat Carmen den Rollstuhl alleine zerlegt und auch im Kofferraum verstaut. Dies meiner Meinung nach bedeutend schneller und geschickter als die Mutter. Das Kind kommt doch hier und da nach ihrem Papa und das ist auch gut so ;-) .

Ein Problem habe ich mit meinen Fingern, die Hornhaut an den Fingerseiten platzt auf und ich habe tiefe Risse in den Fingern, der Fingerprintsensor am Notebook macht sehr oft ein rotes Kreuz und will damit sagen Du bist nicht Du. Trotz allem eincremen mit guten Salben wird es kaum besser. Na ja das sind halt die Probleme eines Aktiv Rollstuhlfahrers. Diese Nacht werde ich mir die schlimmsten Finger fett eincremen und mit Mull und Tape einbandagieren. Mal sehen wie die dann Morgen aussehen.

Aber das sind natürlich Miniprobleme, die tun nur heftig weh.
Heute hatte ich wieder fast den ganzen Tag diesen nervösen Reiz vom Rücken ausgehend. Wenn ich nur wüsste was dagegen hilft.

Irgendwie fallen mir wieder die Augen zu, obwohl ich noch nichts geschrieben habe. Das geschieht ganz plötzlich keine Ahnung was dies auslöst. Vermutlich sind es die kurzen Pausen wenn man überlegt was sonst noch nennenswert ist.

Gerade eben kam wieder so ein Anflug, ich hoffe ich halte durch.

Um Munter zu bleiben, habe ich eben noch 2 E-Mails geschrieben.

Es fällt auch schwer Themen zu finden, die interrasant sind für alle Seiten.

Die Augen werden wieder schwer, ich mache Schluß.

Bis Morgen.

B. Pasman

Samstag, 29. November 2008

29.11.08 71.Tag




Hallo zusammen,

zuerst mal muss ich sagen, dass mir gestern wieder die Augen zugefallen sind.
Der Grund war der, das mein Zimmerkollege Besuch hatte und ich eigentlich darauf gewartet habe, dass er geht, damit einem Bedürfnis nachgehen kann. Dies ist ein Vorteil wenn man dies in gewisser Weise machen kann/muss.

Dabei sind mir die Augen zugefallen und erst der nächste Wecker gegen Mitternacht hat mich wieder geweckt. Also gab es keinen Blog.

Dann schreibe ich halt heute wieder.

Heute war ich bei Audi und bei VW. Da ich ja ein neues oder anderes Auto brauche, der Audi hat halt Schaltgetriebe, habe ich mir den A4 und bei VW in erster Linie den Passat angeschaut.

Mein Herz schlägt für den A4, der neue A4 sieht als Avant wirklich klasse aus. Bei dem Versuch den Rolli passend vor die Fahrertür zu stellen, musste ich feststellen, dass die Tür weit genug aufgeht, auch wird der Platz um den Rolli alleine reinzuladen wohl zu gering sein. Der Rolli wird auch nicht ohne Demontage in Kofferraum passen, dies tut er bei meinem auch nicht, aber hier kommt dann doch die Vernunft von einem Ingenieur durch, schade.

Von dem Passat weis ich, dass jemand mit dem ich gestern gesprochen habe genau dies geht. Er hat auch den identischen Rollstuhl. Demnach wird es auf eher auf einen Passat rauslaufen.

Nun fangen die nächsten Probleme oder Aufgabenstellungen.

1. Mein Führerschein ist nicht mehr gültig. Ich muss eine Fahrerprobung machen. Dazu werde ich ein paar Fahrstunden machen müssen, danach so was wie eine Fahrprüfung. Dies weil ich körperlich halt andere Vorraussetzungen habe.

2. Umbauten am PKW werden im Allgemeinen von der Rentenversicherung finanziert. Dies ist ja prima. Dies aber nur wenn jemand wieder arbeitet kann man den Antrag stellen. Hier beist sich Katze etwas in Schwanz. Wie soll jemand wieder arbeiten, wenn er nicht mit dem PKW zur Arbeit fährt. Wer mit dem ÖPNV fährt, braucht keinen Umbau. So ganz verstehe ich das nicht.

Dies zeigt mal wieder wie trickig unsere Gesetze sind. Ich brauche ein Auto, kriege die Förderung aber nur dann ich sie beantrage wenn ich arbeite.

Da wird es noch mehr solcher merkwürdigen Sachen geben.

Seit gestern bin ich Mitglied im FGQ der Fördergemeinschaft der Querschnittsgelähmten. Da gibt es viele nützliche Informationen. Gerade bei solchen Sachen.

In der nächsten werde ich auch einen Termin bei der Sozialberatung haben, wo solche Themen behandelt werden.

Also das nächste ist die Bürokratie, da kann man nur mit Mc’Donalds antworten, „ich liebe es“.

Zumindest hat die Krankenkasse bisher alle Hilfsmittel genehmigt, ohne jeden Kommentar.

Ich fange wieder an einzuschlafen. Also poste ich besser was ich habe und ab in die Heia.

Bis Morgen.


B. Pasman

PS: Allen Leuten, denen ich bisher keine Antwort auf E-Mail gegeben habe , sorry!!

Donnerstag, 27. November 2008

27.11.08 69.Tag





Hallo zusammen,

der heutige Tag war etwas durcheinander, am Morgen um 5:45 überlegte ich, ob ich überhaupt aufstehen sollte. Ich war immer noch kaputt von gestern.

Aber ein Mann ist ein Mann, also auf mit den müden Knochen.

Den Frühsport zur Russischen Botschaft habe ich dann ausfallen lassen, zum einem um mich nicht zu überanstrengen, zum anderen war das Wetter nicht danach, mal sehen wie es Morgen früh aussieht.

Der erste Termin war auch schon um 8:00, der nannte sich urologisches Konsil.
Die Schwester kam zu spät und sagte „Man hatte ich heute Morgen für einen Verkehr“, ich habe da nichts zu gesagt.

Da wurde dann meine Blase mit 600 ml gefüllt und die wollten wissen ab wann ich was spüre, wenn die wüssten was manchmal beim katherisieren rauskommt. Ein aus einem arabischen Land stammender Arzt hat dann die Untersuchung durchgeführt. Der Termin war für eine Stunde angesagt, gedauert hat 1,5 h plus 15min von der Schwester, also war mein nächster Termin bei der Sozialberatung geplatzt.

Dadurch hatte ich dann das Glück, das just in time die Visite mit dem Oberarzt vor meinem Zimmer war. Dadurch fiel zwar ein anderer Termin aus, aber wenn man schon so einen Tag hat wo die Termine platzen.

Ich wollte mit dem Oberarzt besprechen was das Ergebnis der MRT’s der letzten Woche ist. Er meinte dann, das man dies während der Visite nicht besprechen sollte und das er mich während der Mittagszeit in der Kantine ansprechen würde.
Dann habe ich vor der Kantine gewartet und den nächsten Termin einer Anwendung verpasst. Aber mittlerweile haben wir ja Übung darin. Das war auch nichts wichtiges.
Als der Oberarzt dann vom Essen kam, hat er mich zwar gesehen, aber nicht wahrgenommen ???????

Die drei Termine der Anwendungen habe ich dann gehalten, da wurde ich mir schon untreu oder treu, egal.

Bei dem dritten Termin hatte der Oberarzt dann aber nach mir gefragt und zum Ende der Behandlung erschien er auch.

Danach haben wir uns die MRT’s angeschaut.

Die Aussage der Ärzte, ein Neurochirurg aus dem Haus, der Radiologe under Neurologe sind der Meinung, dass Ursache für die Lähmung, Vernarbungen im Rückenmark sind, die durch Komplikationen während der OP entstanden sind.

Dies kann sein:
1. Durch das Lösen des Vorfalls von der Rückenmarkshaut, weil der Vorfall mit der „Dura“ verklebt war.
2. Durch den Lufteintritt.
3. Durch zu starke Kompression.


Die Aussage ist nun, dass sich der Zustand der Querschnittslähmung mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit nicht ändern wird. Alles andere wäre sehr unwahrscheinlich (Wunder).

Der Oberarzt hat Kontakt zu einem Oberarzt in der Neurochirurgie in Köln aufgenommen, damit ich mir bei ihm eine andere Meinung einholen kann.
Auf jeden Fall werde ich diesen Termin dann wahrnehmen tun.

„Alea acta est“, sagt da der der alte Asterix Lateiner.

Positiv gesprochen habe ich damit eine Planungs- und Entscheidungsgrundlage.

Wenn ich nun im nächsten Jahr beim Köln Marathon starten sollte ist die Klasse auch schon klar.

Mal sehen wie man alles nach Santiago de Compostello kommen kann.



Also was steht nun an:

1. Die Situation akzeptieren
2. Die erforderlichen Entscheidungen zu fällen
3. Informieren was jetzt alles gemacht werden muss
4. Kopf hoch, das tue ich
5. Mein Umfeld, das meiner Meinung nach mit der Situation schlechter klar kommt als ich aufrichten
6. Das Beste draus machen

Kopf hoch!!!!!!!!!!



B. Pasman

26.11.08 68.Tag




Hallo zusammen,

hier erst mal was gestern angefangen habe zu schreiben…


der Tag fing ganz gut an. Zuerst wollte die Schwester, die mich weckte mit einer reduzierten Beleuchtung alleine lassen. Ihr war das Licht zu grell. Da habe ich nur gesagt, ich traue mich auch im Hellen anzuschauen.
Nach dem ich mich gewaschen hatte wollte ich eine Gesichtscreme auftragen, bei den Schwestern muss man ja was hergeben, oder? Dabei habe ich doch glatt eine Creme aufgetragen, die mir der Arzt für die Haarwurzelentzündung verschrieben hat. Ok, schaden kann die nicht.

Apropos Schwestern, seit Freitag habe ich mich nicht mehr rasiert, jetzt kommen die Schwestern und sagen ich soll mich wieder rasieren. Bisher hat noch keine gesagt, das wäre gut so. Was soll ich nur machen?

Nach dem Frühstück bin ich erst mal mit dem Rolli zur Russischen Botschaft hoch, es war anstrengend, aber es tut gut sich mal körperlich anzustrengen, Auf jeden Fall wird der Körper dabei gangbar gemacht.

Danach fing der Tag an richtig hart zu werden, bei jeder Anwendung war die körperliche Anstrengung extrem. Der PNF Physiotherapeut lies mich ackern, der Physiotherapeut Schüler die ganze Zeit mit den Armen nach oben stemmen und mit dem Ergotherapeut versuchte ich aus einem Sofa in den Rolli zu kommen. Der Höhenunterschied zwischen dem Sofa und Rolli betrug 20 cm, dies hat nicht geglückt. Danach gab es noch Rollisport.

Bei der anschließenden Rekration, in dem Fall Fango, klappte der Transfer nicht mehr.
Auch der Transfer am Abend ins Bett war nicht gut. Beide male wäre ich fast abgestürzt.

Im Bett bin ich dann irgendwann abgek….. , dieses Wort ist der Zensur zum Opfer gefallen.

So fiel der Blog dann aus.




Wer das Morgen nicht bedenkt, wird Kummer haben, bevor das Heute zu Ende geht.

Der Spruch ist von Konfuzius.

B. Pasman

26.11.08 68.Tag

Hallo zusammen

gestern kein Post da zu erschöpft mittendrin eingeschlafen.......

Heute hoffentlich mehr.
B.Pasman

Dienstag, 25. November 2008

25.11.08 67.Tag



Hallo zusammen,

ich habe gerade überlegt ob ich Musik höre wenn ich anfange zu schreiben. Ich habe entschieden ja und Bob Dylan ausgewählt und eine CD aus einem Konzert ausgewählt. Mal sehen ob die Musik mich wach hält und zu Kreativität anregt.

Heute war von der körperlichen Anstrengung ein harter Tag. Viel Physiotherapie, Rollstuhlsport und Ergotherapie. Also bin etwas platt.

Bei der Ergotherapie habe ich versucht einen Transfer aus dem Rolli in ein Sofa zu machen, das klappte wunderbar, da das Sofa ca 20 cm tiefer liegt. Nur der Weg zurück hat nicht geklappt. Also ist dann meine Minimobilität in dem Rolli nicht mehr gegeben.

Als ich zu Hause war, habe ich mit Absicht vermieden den Rolli, bis auf ins Bett gehen zu verlassen, dies aus Angst nicht mehr in den Rolli zu kommen.

Im Moment fallen mir mal wieder die Augen zu. Die Musik von Dylan geht in Richtung Folk, es gibt immer wieder gesitteten Beifall aus dem Publikum.

Irgendwie fällt es mir schwer heute zu schreiben.

Ok was habe ich heute noch erlebt. Die Weihnachtsbäume werden hier aufgestellt.. Ein kleines Kind wollte schon die Geschenke, die unter einem Baum lagen auspacken.
Übrigens, hier sind einige Mütter mit kleinen Kindern im Vorschulalter.

Die Therapeuten überlegen schon welche Übungen sie mit mir machen können. Die Standardsachen sind durch und abgehakt. Auch Sachen die Tätigkeiten des täglichen Lebens machen zu können kann ich mittlerweile mit den Hilfsmitteln ganz gut. Auch ADL genannt. Der Sprung in die freie Wildbahn rückt immer näher.

Dann gilt es viele Sachen zu erledigen.

Ich glaube diese Musik zu wählen war verkehrt, mir fallen immer wieder die Augen zu, ich werde mal was anders probieren. Jetzt höre ich Metallica.

Der normale immer wiederkehrende Ablauf in der Reha bietet nicht viel Neues an Geschichten oder nennenswerten Erlebnissen.

Wenn das Wetter mitspielt werde ich Morgen noch mal versuchen bis zur Russischen Botschaft zu fahren. Dann wird der kleine wieder ordentlich in Schweiß geraten. Das tut dann gut.

Jetzt bin fast schon eine Stunde am schreiben und kriege nichts Vernünftiges hin, ich denke das liegt am Alltag in der Reha. Man erkennt die interessanten Geschichten oder Kleinigkeiten nicht mehr. Alles ist Alltag und man ist abgestumpft.

Dazu kommt noch die Ungewissheit wie es weiter geht. Wenn ich aus der Reha raus bin, was geschieht dann ??? Da sind viele offene Fragen.

Ws ist mit den Hilfsmitteln, die verschrieben sind, aber irgendwo zwischen Krankenkasse und den Sanitätshäusern schwirren. Was ist mit den Umbauten am Haus, lohnt sich das oder besser eine andere Hütte?

Da sind viele offene Fragen, und the answer my friend is blowin in the wind.

Das ist vielleicht auch der Grund warum ich momentan recht nüchtern (ich meine nicht Alkohol) schreibe.

Mir gehen halt sehr viele Sachen durch den Kopf und damit ist die Unbefangenheit und Lockerheit nicht mehr gegeben. Die Zeit in der Reha scheint sich dem Ende zu neigen.

So zum Beispiel die Ärzte zu denen ich gehe, sind mit dem Rolli nicht zu erreichen. Wat nu?

Ein anderer Hausarzt around the corner hat auch 5 Stufen. Wollen die Ärzte sich damit die Art von Patienten vom Hals halten oder liegt es am Baustil der 70er Jahre. Ich denke mal eher das zweite. Nur soll ich jetzt die Ärzte wechseln?

Na ja dieser Blog war nicht sehr unterhaltend, aber es gibt bald bestimmt bessere.


B. Pasman

Montag, 24. November 2008

24.11.08 66.Tag




Hallo zusammen,

heute gab es eine Überschneidung von zwei Terminen.
Der eine war eine Fahrerprobung mit einem umgebauten B-Klasse Mercedes.
Der andere war die Visite.

Da die Visite im Allgemeinen nicht pünktlich ist, habe ich mich für die Fahrt in dem Auto entschieden. Das war auch die richtige Entscheidung. Zum einem habe ich während der Fahrt erfahren, dass ich meinen Führerschein ändern lassen muss, da dort meine Behinderung eingetragen werden muss und ich nur Autos fahren darf, die ein Handgas mir Bremse und ein Handknauf mit den Funktionen Blinker, Scheibenwischer und Licht hat. Außerdem muss ich eine Fahrerprobung mit Prüfer ablegen. Am besten vorher noch ein paar Fahrstunden.

Also es ist nicht so einfach.

Die Visite war dann eine Turbo Visite, da zum einen mein behandelnder Arzt nicht da war, außerdem gab es einen Notfall. Ein anderer Patient, der zeitgleich mit mir kam und mit mit dem viele Anwendungen gemeinsam hatte, wurde vom Notarzt abgeholt. Ich habe draussen gesehen, wie er ins Klino gefahren wurde. Sah nicht gut aus.

Die Anwendungen heute waren heute etwas anders.

Ich habe eine neue die nennt sich PNF, dies bedeutet, Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation. Wer genau wissen was das ist kann ja mal googeln. Eine interessante Sache habe ich schon gesehen. Durch bestimmte Bewegungen, ohne Stelle wo man sich festhält, den Körper im Bett zu drehen. Mal sehen ob es funktioniert.
Ich fasse mich heute kurz und suche noch ein schönes Foto.

Tja gestern Abend war ich wieder hundemüde. Darum habe ich auch nicht das
Datum geändert. Bei 66 Tageb fällt mir das Lied von Udo Jürgens ein,
mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.
Mit 66 Tagen fängt was an? Also bei mir nur ein neuer Tag.
Zumindest habe ich nichts anderes so eindeutig festgestellt.
Aber was nicht ist kann ja noch werden.




B. Pasman

Sonntag, 23. November 2008

23.11.08 65.Tag




Hallo zusammen,

beschränkt ist ein Wort das es zu umschreiben gibt.

Es ist nicht ganz einfach dies in der Form zu beschreiben wie es notwendig ist.

Ich war von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag zu Hause. Auf der einen Seite ist dies eine erfreuliche Sache. Auf der anderen Seite sieht man, wie beschränkt man in seinem Wirkungskreis dann ist.

Es gibt keine Möglichkeit mal eben einfach das zu machen, was man will. So zum Beispiel mal in den Keller oder in die 1. Etage oder aus dem Kühlschrank etwas zu nehmen.

In der momentanen Situation ist der Wirkungskreis begrenzt auf Küche, Wohnzimmer, Flur und dem kleinen Gäste WC, wo ich mit dem Rolli zwar reinpasse, aber nicht die Tür schließen kann. So kam zum Beispiel der Vertreter für Treppenlifter und ich stand mit dem Rolli halb in der Tür, während ich mit den Kathedern, halb in der Tür, des Gäste WC kämpfte. Aber man verliert schon eine Menge Schamgefühl. Das hätte ich selber nie gedacht.

So was wie Privatsphäre ist dann ein Fremdwort im eigenen Haus.

Ich kann zwar zurzeit wie ein Hamster Kurven drehen in der Route Küche, Wohnzimmer, Flur, Küche usw. aber sonst geht ohne kräftige fremder Hilfe im eigen Haus wieder nichts.

In der Küche erreiche ich 10 % der Sachen, die ich haben möchte, dies habe ich schon mal beschrieben, aber trotzdem hilft dies nicht meine Stimmung zu heben.

Die Entscheidung das Haus rolligerecht umzubauen ist schon eine schwerwiegende, schließlich ist es schon nicht so extrem billig. Auf der anderen Seite etwas passendes anderes Objekt zu finden ist nicht so einfach. Da stellt sich auch die Frage was macht man in der Zwischenzeit.

Auf jeden Fall hatte ich am Samstagnachmittag einen, sagen wir mal extremen mentalen Durchhänger. Ich möchte dies nicht mehr im Detail beschreiben, auf jeden Fall sind dies Momente in denen man über vieles nachdenkt. Manchmal kommt eben alles zusammen.

Zum einem Müdigkeit, von der Feier, ein erkennen der Grenzen, siehe die Sache mit dem Hamster, zum anderen halt „dat ärme Dier“, für nicht zugereiste. Ok „dat ärme Dier“ ist wieder im Zoo, ich bin nicht mehr Müde und die Grenzen werden wir halt neu verlegen müssen.

Meine Beziehung zu Aldi hat sich auch geändert. Früher Autoschlüssel, die 687 m zu Aldi mal eben zurückgelegt, reingesprungen, die Angebote angeguckt, etwas gekauft und die 687 m wieder zurück. Heute machen wir das anders, glaubte ich. Bevor ich es geschafft habe in ein Auto zu steigen, rollst du eben mal dahin. Das war optimistisch gedacht. Mit dem Rolli muss ich jetzt auf dem Hinweg meistens auf der einen Seite antreiben und auf der anderen Seite bremsen. Jetzt mag man glauben der liebe Bernd wäre etwas dämlich, etwas mag ja sein, nur wenn er das nicht tut landet er auf der Strasse. Zum einem gibt es verschiedene Asphaltschichten, zum anderen ist der Bürgersteig leicht zur Strasse geneigt. Also rollt der Rolli in diesem Fall immer Richtung Strasse. Ob es mehr der Asphalt oder die leichte Neigung ist, werde ich noch feststellen. Auf jeden Fall ist dies kein ökonomisches Rollifahren.

Auch sind die Übergänge an den Strassen bestehend aus Bürgersteigen auf einmal riesig, zumindest momentan für mich. Also wenn ich in Zukunft alleine mit dem Rolli zu Aldi fahre, werde ich ein Survivalpackage bestehend aus zwei Butterbroten mitnehmen. Der gepflasterte Parkplatz bei Aldi ist dann schon ein Stück der Erholung. Wenn ich dann bei Aldi bin werde ich dann vermutlich nicht mehr rauswollen, es geht dann nämlich bergauf wenn ich zurück will oder besser muss.

Auch das Verhältnis zu der dem Bürgersteig nahen oder geneigten Vegetation wird sich ändern. Je nach Anspruch oder Liebe des Hausbesitzers wird das Grünzeug dann auf den Bürgersteig ragen. Möglicherweise werde ich dann satt sein, wenn ich eine gewisse Strecke zurückgelegt habe. Aber keine Angst, zum Vegetarier werde ich dadurch nicht werden. Aber hier sehe ich auch die Möglichkeit in schlechten Zeiten Geld zu sparen. Man weis ja nie.

Alles etwas ernster betrachtet ist es in der Reha, wie schon mal geschrieben, wie unter einer Käseglocke. Alles wohlgeordnet, keine Hindernisse, nur zum spielen mal auf die Strasse. Draußen ist die Serengeti wo die Umgebung zum Teil gnadenlos ist. Zumindest ist dies für mich als ungeübter der momentane Eindruck.

Mittlerweile bin ich innerhalb der Reha schon recht fit, nur draußen habe ich noch gewaltige Schwierigkeiten.

Aber auch dies werde ich noch lernen. Auf jeden Fall werde ich lernen müssen, dass „mal eben“ oft nicht mehr geht. Also erst mal eine Verbindung zum nächsten Baldrian Händler aufbauen, zwecks Rabatten.

Genug für heute ……. Oder ……………………


B. Pasman

Freitag, 21. November 2008

Donnerstag, 20. November 2008

20.11.08 62.Tag




Hallo zusammen,

heute Morgen bei der Visite war der ärztliche Direktor dabei. Damit war die Visite pünktlicher und damit auch schneller. Meine Frage zum Befund der MRT wurde nicht beantwortet, da der Befund erst zur Uniklinik Köln geht von da bewertet und dann wieder zurück nach hier. Also üben wir uns in etwas Geduld und denken positiv. Die Ärzte sind schon komisch. Der alte Obelix würde da etwas anderes sagen.

Trotzdem fiel das Stehpult wegen der Visite aus.
Bei dem Rollstuhltraining wurde das Fahren auf eine Rampe von 20% Steigung geübt. Mit Schwung geht es ca. bis auf eine Höhe von 50 cm. Aus dem Stand mit vollem Einsatz ca. 30 cm. Wenn ich da an die Steigungen auf meiner Arbeit denke, wird mir ganz anders. Laut Norm sind Rampen mit einer Steigung von 6% zulässig.

Mein Physiotherapeut schwächelt heute und so habe ich vor Mittag Zeit etwas zu schreiben.

Bei dem lernenden Physiotherapeuten gibt es schöne Übungen um Muskeln zu stärken, die als Gegenmuskeln zu denen beim Rollstuhlfahren benutzt werden. Das macht Spaß, zum einen etwas Krafttraining, zum anderen gibt sich der Junge richtig Mühe.

Bei der Ergotherapie zeigt sich mal wieder, dass eine richtige Technik wichtiger ist als reine Kraft. Gerade beim umsetzen auf andere Positionen.

Am Montag darf ich mal wieder Auto fahren und zwar mit einem auf Handgas umgebauten Wagen.

Abends fallen mir immer wieder die Augen, wenn ich schreibe. Ich warte noch darauf, dass die Schwester mich irgendwann mit leerem Akku im Notebook weckt.

Den Rolli beherrsche ich mittlerweile ganz gut, nur wenn ich da nicht drin bin, ist mein Einzugsbereich extrem gering. Anders ausgedrückt aufgeschmissen.

Aber auch mit Rolli gibt es immer wieder Einschränkungen, die man als gehender niemals sieht. Eine Treppe ist im Allgemeinen ein unüberwindbares Hindernis. Auch wenn es da Vorrichtungen gibt für Fahrräder oder Kinderwagen, hoch kommt man da nie.
Die 20 % Steigung bedeuten 20cm auf 100cm. Jede Treppe ist da bedeutend steiler.

So gesehen wiederholen sich die Tage mit den Übungen. Ich habe den Eindruck, dass die Therapeuten anfangen zu überlegen, was sie mit mir anfangen sollen. Das ist ein gutes und auch ein schlechtes Zeichen. Wenn denen die Ideen ausgehen, werden die sagen, der Junge ist fit für die freie Wildbahn, also ab nach Hause.
Auf der anderen Seite sehe ich noch sehr viele Sachen die noch nicht kann.

Na ja schaun wir mal.

Dann habe ich heute noch online einen Schwerbehindertenausweis beantragt. Mal sehen wie lange das dauert.

Wenn ich den habe, darf ich auch die entsprechenden Plätze parken. Wahrscheinlich werde ich dann genauso oft fluchen wie jetzt.

Hier in der Klinik gibt e s schon eine hohe Fluktuation an Patienten, viele bleiben nur 5-6 Wochen. Ich habe schon einige Leute hier kommen und auch gehen sehen. Aber auch viele sind bedeutend länger da.

So jetzt ist es 23:30 Zeit zum Wasser lassen. Danach werde schlafen.


B. Pasman

Mittwoch, 19. November 2008

19.11.08 61.Tag


19.11.08 61.Tag

Hallo zusammen,


Was soll ich jetzt schreiben, der heutige Tag hatte die üblichen Anwendungen, nach Mittag wurde ich zur MRT gefahren und dies dauerte insgesamt 4 Stunden, dadurch fiel das Mittagessen und die Anwendungen am Nachmittag, bis auf Rekreation mit einer Fango aus.

Mal sehen was die Ärzte morgen sagen werden.

Im Moment höre ich Cat Stevens. Dies hilft gegen die Müdigkeit die mich immer im Bet überfällt.

Heute hatte ich leider eine Zeit mein privates Rollitraining hoch zur ehemaligen russischen Botschaft durchzuführen. Wenn Morgen Zeit ist, werde ich das wieder machen.

Ich habe auch schon einen ganz anderen Blick für die Gegebenheiten auf der Strasse oder anders ausgedrückt, der freien Wildbahn entwickelt. So zum Beispiel für Steigungen, Gullideckel, Bürgersteige, Unebenheiten usw.

Was man als gehender nicht wahrnimmt, kann für einen Rolli schon ein unüberbrückbares Hindernis sein.

Ich fange an eine Liste zu schreiben, was ich hier noch lernen muss um für ein Leben „draussen“ fit zu sein. Es sind noch einige Sachen zu lernen.

So zum Beispiel wieder in den Rolli klettern oder den Rolli nach dem Einstieg im Auto im Auto zu verstauen.

Auch auf Bürgersteige fahren ist noch ein Thema. Ich habe es zwar schon gemacht, allerdings war dann immer einer dabei der helfen könnte.

In der Abteilung bin ich ein VIP, dies ist schon ein tolles Lob? Oder? Das hat eine Schwester gesagt, hier ist die Übersetzung leider eine andere, wie mir eine andere Schwester sagte. Die Mädels haben das „I“ getauscht, die meinen nicht important sonder inkontinent. Na ja das war nicht ganz so ernst gemeint.

Mir fallen wieder die Augen zu; ich werde mal telefonieren um wieder wach zu werden.

Irgenwie fällt mir nichts mehr ein



B. Pasman

Dienstag, 18. November 2008

18.11.08 60.Tag




Hallo zusammen,

heute Morgen gab es ADL, so wie gestern beschrieben. Wie zieht man sich im Bett mit allen Tricks an. Natürlich mit den besonderen Tools, die benötigt werden und sagen wir mal einen etwas ruhiger werden lassen. Dies sind Anal Tampon und wenn das Teil nicht hält eine Steckvorlage. Steckvorlage ist eun Teil zwischen Damenbinde und Windel, zirka so groß wie eine Windel, aber ohne Zuhaltung. Also muss dieses Teil platziert werden, damit es funktioniert. Das ist nicht so einfach, wenn man den Popo nicht heben kann.
Am Ende war das Teil so platziert, wo es hingehört.

Morgen ist wieder ADL und dies bis Freitag.

Ansonsten gab es heute keine besonderen Anwendungen.

Darum bin auch heute mit dem Rolli bis zur ehemaligen russischen Botschaft gefahren, dies sind 20 min volle Kraft bergauf. Dies werde ich öfter machen wenn es Wetter und Zeitplan zulassen. Es ist für einen Fußgänger nichts besonderes, aber für einen Rollstuhlfahrer schon heftig.
Steigungen sind extrem kraftraubend. Auf ebener Erde erreicht man hohe Geschwindigkeiten. Aber bei Steigungen ist es immer schwierig. Bergauf braucht man extreme Kraft, auch deshalb weil der Greifreifen kleiner ist als die Räder.
Bergrunter muss man aufpassen, dass man sich nicht die Finger verbrennt.

Auch wurde mir der Bauchdeckenkatheder gezogen. Endlich ist das lästige Teil weg.

Im Moment fallen mir wieder die Augen zu.

Also höre ich jetzt auf

Ich würde noch gerne einige E-Mails beantworten, Aber im Moment bin ich zu müde.



B. Pasman

Montag, 17. November 2008

17.11.08 59.Tag




Hallo zusammen,

der heutige Tag fing mit ADL an. Wie ziehe ich mich alleine an. ADL bedeutet, „Active Daily Living“.


Morgen wird dies fortgesetzt. Also die Zielsetzung ist hier die Leute fit zu machen für das tägliche Leben.

Bei der Visite habe ich von dem nervösen Reiz erzählt. Es könnte ein Heileffekt sein, aber auch an den Medikamenten liegen. Ich kenne dies auch ohne Medikamente. Meiner Meinung nach arbeiten die Nerven da hinten.

Die Physiotherapie mit dem Physio-Schüler ist echt gut. Schöne Gymnastik und Übungen, die Spaß machen.

Bei dem Rollstuhltraining, sind wir zu dem Hindernis gefahren, dass Gestern für mich ein Problem war. Die Stelle mit Beistand als Aufsicht konnte ich meistern, allerdings einen Bordstein der bergauf war, konnte mich nicht leiden. Zum einem stimmte zuerst das timing nicht, auf der anderen Seite hatte ich nicht genug Geschwindigkeit. Es gibt halt doch immer wieder nicht überwindbare Hindernisse. Als Fußgänger ein winziger Schritt.

Später am Nachmittag habe eine private Trainingseinheit eingelegt, hoch bis zur russischen Botschaft. Mit dem Rolli ganz schön heftig, aber ich habe es geschafft. Ich dies öfter machen, wenn Terminplan und Wetter mitspielen.

Wie gestern gesagt passte die Statistik, der elende, nervöse Reiz war heute nicht vorhanden.

Dafür stimmte heute die Statistik nicht, wenn ich das merkwürdige Gefühl habe ich hätte abgeführt. Normalerweise ist dies ein gutes Zeichen, heute nicht.

Ich sitze mal wieder ziemlich geschafft im Bett eben habe ich etwas geschlafen.

Also jetzt werde ich es auch






B. Pasman

Sonntag, 16. November 2008

16.11.08 58.Tag





Hallo zusammen,

ich sitze mal wieder im Bett und fange an zu schreiben. Gestern habe ich gesagt, dass ich Bruce Springsteen hören würde, wenn ich den Blog schreibe. Ich habe mich heute entschieden Cat Stevens zu nehmen. Dies wird vermutlich in dem das was ich schreibe, etwas sanfter beeinflussen.

Wie war der heutige Tag, erst mal eilig, ich habe meinen Wecker verschlafen und bin erst zum Frühstücksbeginn aufgewacht. Mit minimaler Körperpflege zum Frühstück und erst danach der Körperhygiene gewidmet.

War aber schön mal auszuschlafen, dies habe ich eigentlich lange nicht mehr.

Das Mittagessen war ein Hüftsteak mit Pfifferlingen, lecker.

Danach bin ich mit Rolli in die freie Wildbahn gefahren. Hier merkt man erst, was ein kleines Hindernis, zum Beispiel ein von einer Wurzel hochgedrückter Bürgersteig für ein Problem sein kann. Also Straßenseite wechseln und weiter. Leider fing es an zu regnen, oder besser gesagt zum Glück, denn der „Aufstieg“ war schon anstrengend, nur ein paar hundert Meter, aber Steigungen sind extrem Kraftraubend.
Man muss wie ein Trapper im Wilden Westen die Landschaft beobachten um sich in der freien Wildbahn festzufahren. Kleine Hindernisse sind auf einmal unüberwindbar. Ist schon komisch. Dies natürlich besonders als Anfänger.

Auf der anderen Seite hatte ich den ganzen Tag den ätzenden nervösen Reiz ausgehend von der Wirbelsäule. Dies macht mich irgendwie ……. Kenne kein passendes Wort.

Ablenkung hilft da etwas, aber so richtig nicht. Laut Statistik habe ich die Beschwerden morgen nicht. Also freue ich mich darauf.

Ich habe meine Termine der Reha wieder in Notes eingetragen. Bin damit wieder fast voll ausgebucht.
Denen wird aber bestimmt noch etwas einfallen, was mit der restlichen Zeit anzufangen ist.

Ich muss sagen Cat Stevens kann man schön hören. Dies entspannt gut. Solche Lieder wie „Father und Son“ , „The first cut is the deepest” oder “Lady D'arbanville” kommen ganz gut.

Was ist sonst noch zu berichten, es gibt viele Mails, die ich leider aus Zeitgründen nicht oder nur schlecht beantworte. Bei einigen Mails ist es mir wichtig die „richtig“ zu beantworten.

Ich habe da leider ein Zeitproblem. Sorry.

Am Mittwoch gibt es laut meinem Plan eine MRT. Es soll dann festgestellt werden, ob es innerhalb des Rückenmarks eine Narbenbildung gibt. Also Narbe ist wohl nicht so gut sein, denke ich mir.
Demnach wird es dann bei der Visite am Donnerstag etwas mehr Klarheit geben, wenn das Ergebnis ausgewertet wurde. Schaun wir mal, würde Franz mal wieder sagen.

Es ist schon eine lange Zeit ohne gravierende Änderung an meinem Zustand.
Aber es ist ja nicht aller Tage Abend.

Das kathesieren ist mittlerweile schon Gewohnheit. Die Anpassungsfähigkeit des Menschen ist schon enorm.

Mich überrascht dies immer wieder.

Am Freitag habe ich einen Termin wegen Treppenlifter zu Hause, mal sehen was die sagen.

Also es bleibt alles spannend, insbesondere die kleinen Dinge des Lebens sind hier immer wieder kleine oder große Herausforderungen.

Jetzt kriege ich eine Erinnerung von Notes die sagt „Pipi machen“. Also machen wir das, bis Morgen.


B. Pasman

Samstag, 15. November 2008

15.11.08 57.Tag




Hallo zusammen,

heute bin ich recht früh im Bett, der Tag war nicht anstrengend, so gesehen schon recht erholend.

Rosa und Carmen waren da, wir sind dann in den Werksverkauf von Haribo gefahren, Carmen hatte ganz glänzende Augen. Damit gab es auch 4 Transfers aus dem Rolli in den A4.

In den Wagen ging einfacher als raus. Was ich gelernt habe, der neue Wagen wird die Sitze elektrisch einstellbar haben müssen, alleine schon wegen vor und zurück, weil ich den Sitz nicht verschoben kriege. Durch Praxis lernt man halt. Die Höhe muss auch verstellbar sein, alleine um ein Gefälle ausgleichen zu können.

Der neue Wagen ist notwendig wegen Schaltwagen und Automatik.
Den Audi umzubauen wird keinen Sinn machen, alleine wegen Alter und Schaltgetriebe.

Ich lasse mich jetzt von Bob Dylan bedudeln, das erste Lied war Blowin in the wind.
Dies passt schon zu den Fragen und Antworten die der Wind kennt.

Im Moment beschreibt dies meine Situation schon genau, im Endeffekt aber die Situation von vielen anderen Menschen.

Wobei das Lied mir sehr gut gefällt, leider etwas kurz mit 2:50 min

Der heutige Tag war eine willkommene Abwechslung, mal raus aus der Klinik, etwas gesehen und einen Plan gemacht für den nächsten Besuch, mit der Fähre rüber auf die andere Seite und da mal gucken.

Mein Rücken war im Vergleich zu gestern extrem friedlich, ohne dieses nervöse Reizen von gestern, auch fast keine Schmerzen.

Etwas Entspannung vom Reha Stress tut ganz gut, auf der anderen Seite muss dies natürlich sein um fit für das normale Leben zu werden und Selbständig zu sein. Wer will schon abhängig von anderen Menschen sein, ich nicht, auf keinen Fall, von niemand!

Es gibt aber auch noch viele Sachen die ich nicht alleine kann, oder wo ich fremde Hilfe brauche. Zumindest dann wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen oder die Hilfsmittel nicht da sind. Wobei die Hilfsmittel natürlich möglichst zu vermeiden sind.

Ein anderes Thema ist der Müll den ich mittlerweile produziere. Ich glaube werde einen eigenen Müllwagen chartern können. Das ist schon immens, was an Verpackung da drauf geht. Allein für die Katheder, Kathederbeutel, Steckvorlagen in der Unterhose usw.

Na ja kommt Zeit kommt Rat, auf jeden Fall werden einem täglich Dinge immer wieder klarer, die gestern noch im Nebel des Morgengrauens waren, die nur zu erahnen waren und auf einmal glasklar zu erkennen sind und dann zu den notwendigen Entscheidungen führen.

Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt. Dies ist nicht von mir sondern von Hermann Hesse.
Ich glaube das Dunkel habe ich hier und da schon gesehen. Insbesondere nach der OP war es nicht besonders hell, zeitweise schon recht dunkel, ob ich weise bin wage ich nicht zu behaupten.

Auf jeden Fall habe ich in den letzten 57 Tagen viele Erfahrungen gemacht.
So blöd es klingt, ich möchte diese Zeit nicht missen, egal wie es mit mir weiter geht.

Ich hatte sehr viele positive Erfahrungen.
Meine eigene Erfahrung war natürlich ausgesprochen negativ. Aber was um mich geschah und die Reaktionen aus meinem Umfeld kamen, die aus meiner persönlichen Situation rührten, waren für mich dermaßen positiv, so das es meine negative Situation schon sehr stark positiv verbessert hat.

Jemand hat mir geschrieben, dass man einen ganz anderen Pasman kennen lernt.

Ich glaube es ist anders. Ich habe da so eine Theorie. Fast jeder Mensch baut um sich irgendwo einen Schutzwall auf. Man kann dies auch mit einem Turm vergleichen, so wie früher an den Mauern im Mittelalter.

Unter extremen Bedingungen ist dieser Turm nicht mehr so präsent. Dann sieht man wie ein Mensch wirklich ist.

Ich hatte die Tage einen schönen E-Mail Kontakt mit jemandem.

Ich habe ihm geschrieben, dass wir uns Job und auch täglichen Leben uns oft ganz anders darstellen als wir wirklich sind. Ich glaube das ist ein normaler Vorgang. Dort sind zum Beispiel Gefühle nicht gefragt, sondern schlicht Erfüllung der Aufgabe und die Pflichterfüllung. So habe ich zum Beispiel von Menschen oft ein anderes Bild bekommen, wenn man sie in einem anderen Umfeld kennen lernt.

So genug Philosophiert, ich könnte zwar noch lange schreiben, aber lassen wir das.

Ach ja, um mich mache ich mir keine Sorgen. Es wird schon, so oder so. 

Ich muss sagen, dass Bob Dylan eine schöne Begleitung ist um ein paar Gedanken runterzutippen.

Das nächste mal nehme ich Bruce Springsteen oder Cat Stevens.


B. Pasman

Freitag, 14. November 2008

14.11.08 56.Tag




Hallo zusammen,

heute war mal wieder ein langer Tag.

Es ging um 7:45 los und ging bis auf eine Mittagspause, in der ich Besuch hatte durch bis 18:00 Uhr.
Der Tag war eindeutig zu kurz.

Im bekam Mecker, weil ich mal wieder in Stationsübergabe meinen Sprung ins Bett machte. Da brauche ich halt noch Hilfe bei einigen Tätigkeiten.

Danach hatte ich noch Probleme mit meiner Internetverbindung, darum poste ich auch so spät.

Wie gestern beschrieben, war ich platt wie eine Flunder, als ich anfing etwas zu schreiben, fielen mir immer wieder die Augen zu. Dann habe ich es sein gelassen, dies auch weil gestern das Internet nicht richtig funktionierte, ich hatte immer nur kurzzeitig Verbindung.
.

Die Tage sind eindeutig zu kurz oder ich bin zu langsam.

Sachen die erledigen will, schaffe ich bei den kurzen Übergängen während des Tages, mit den Tätigkeiten, die ich während des Tages noch erledigen muss, sind die freien Zeiten extrem kurz.



Aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier, sondern um selbständig zu werden.
Da gibt es auch eine Abkürzung für, ADL, dies bedeutet Activities of daily living, in deutsch bedeutet dies siehe Aktivitäten des täglichen Lebens .

Dies hat wieder Bedeutung für die Einstufung in der Behinderung usw. Das scheint ja ein weites Feld zu sein. Mit Behindertenausweis bis zur Eingruppierung in der Pflegeversicherung. Da muss ich schlau machen.

Zum Glück ist jetzt Wochenende und ich kann mich etwas erholen.

Der Besuch zu Hause hat mich etwas ernüchtert. Im Moment sehe ich, sage wir mal schön umschrieben, einige große Aufgabenstellungen. Im Moment bin ich dort, zumindest alleine, schlichtweg aufgeschmissen. Ich kann wählen, schlafen und waschen oder essen und Haus verlassen.

Wenn ich genau wüsste wie der weitere Verlauf ist, könnte ich Entscheidungen fällen. Aber jetzt ????

Später werde ich mehr schreiben, für den Samstag.



B. Pasman

Donnerstag, 13. November 2008

13.11.08 55.Tag



Hallo zusammen,

heute war ein langer Tag.

Zuerst wurde mein Rollstuhl definier, der nun von bei der Kasse eingereicht wird. Mal sehen was die jetzt sagen.
Bei der Ergotherapie fuhr ich mit dem Handibike in der freien Natur herum.
Bei gerader Strecke geht die ganz schön schnell. Bei Steigungen rutscht das Vorderrad durch, In dem Fall müsste da mehr Masse drauf.

Bei dem Rollstuhltraining habe ich lange balanciert.
Dann mal Rückwarts fallen geübt auf eine dicke Matte, dies war ganz gut.
Zum Schluss noch mal über 2 Matten gefahren. Am Anfang war ich zu langsam, danach konnte ich nicht bremsen als ich auf die Matte fuhr und bin dann nach vorne von dem Rolli gefallen.
Es war schon etwas Aufwand wieder in den Rolli zu steigen, trotz Hilfe des Lehrers.

Bei Physio habe ich dann meine Jogginghose im Rolliausgezogen und dann versucht wieder anzuziehen. Das erste ging, das zweite nicht. Da fehlt mir noch die Technik.

Ach ja eine kurze Visite auf dem Flur mit dem Oberarzt gab es noch. Ich werde wegen der nervösen Reize ein Medikament mehr nehmen, Lyrica.

Tja dann schnell Mittagessen und schnell nach Hause, weil jemand wegen der Hilfsmittel nach Hause kam.

Ist schon frustend, willst in den Keller geht nicht, willst nach oben geht nicht, willst nen Espresso machen geht nicht, willst an den Kühlschrank kommst nur an die untere Reihe für Getränke, zumindest kann Du da Bierflaschen reinstellen. Plop.

Alles nicht Rollitauglich

Auf jeden Fall hat sich Carmen sehr gefreut und mir Ihrer Klarinette etwas vorgespielt. Die Klarinette habe ich heute zum ersten Mal gesehn.

Es gibt zwar Treppenlifte, aber pro Etage ca. 10000 €, das bei 2 Etagen sind dies ca. 20000 €.

Und damit ist der Rolli noch nicht in der anderen Etage.

Alles keine guten Lösungen.

So gesehen keine Task abgeschlossen. Bis auf ein paar definierte Hilfsmitten,

Ach ja am 24.11. gibt ein Fahrschultraining mit einem umgebauten PKW,

Mein Plan für Morgen

07:45-08:30 Ergotherapie ADL
09:00-09:30 Stehpult
09:45- 10:30 Physiotherapie
10:30- 11:15 Rollstuhl Training,
11:30- 12:00 Revital
Mittagessen
14:30-15:00Ergotherapie
15:00-15:45 Physiotherapie Schüler,
!5:45- 16:30 Rollstuhlsport.
!7.15-18:00 Uhr Rekreationstherapie.

Zum Glück muß das nicht bezahlt weden.



Na ja bis Morgen, wenn ich nach dem anstrengenden Tag noch lebe.


B. Pasman

Mittwoch, 12. November 2008

12.11.08 54.Tag




Hallo zusammen,

ich sitze völlig erschöpft im Bett.

Die Augen fallen mir immer zu und ich überlege was ich schreiben soll.

Der Tag heute war ganz in Ordnung.
Der Ergotherapeut hat mir ein Handibike gegeben. Dies ist ein Vorsatz für den Rolli,
bestehend aus einem Fahrrad das mit mit Handkurbel anfetrieben wird.Ich bin damit durch die Gänge geflitzt und morgen geht es auf die Strasse.

Auch die anderen Therapien wie Physio und die Physio von einem Schüler waren gut. Insbesondere der Schüler gibt sich viel Mühe. Er therapiert Muskeln die im allgemeinen bei Rollstuhlfahrern verkümmern.

Der Urologe war mit dem Ergebnis des Kathederns zufrieden. Der Bauchdeckenkatheder wird nächste Woche gezogen. Ich habe vorgeschlagen sofort, allerdings meinte er ich sollte mich unter Druck setzen lassen. OK wenn er meint.

Auf jeden Fall bin ich ziemlich erschöpft.

Darum höre ich jetzt auf zu schreiben. Ich habe letzte Nacht den Wecker nicht gehört zum katherisieren. Also jetzt wird bubu gemacht.


Im Moment habe ich ein ganz gutes Gefühl. Na ja schaun wir mal.




B. Pasman

Dienstag, 11. November 2008

11.11.08 53.Tag




Hallo zusammen,

der 11.11. ist schon ein besonderer Tag, zumindest in Köln am Alter Markt.
Hier habe ich nur eine Frau mit einem roten Punkt auf der Nase und je 3 schwarzen Punkten links und rechts gesehen.
Dieses Kostüm machte sie auch nicht attraktiver.

Aber lassen wir das mal.

Wie ist es mir heute ergangen. Beim Transfer auf den Duschstuhl habe ich mir wohl eine Verletzung am Gesäß zugezogen. Dies hat später geblutet. Leider habe ich da keine Augen. So richtig beschreiben wie die Wunde aussieht kann ich den oben genannten Gründen nicht.

Im Laufe des Tages gab es neue Herausforderungen für mich. So habe ich es geschafft von der Erde in den Rollstuhl zu steigen. Dies ist doch ein Erfolg. Es war nicht einfach, aber ich habe es geschafft. Dies ist wichtig für den Notfall oder „Umfall“.

Ich habe auch geschafft eine Steigung von 30 cm auf 150 cm Länge zu überwinden.
Dies ist schon eine sportliche Angelegenheit. Dies geht nur mit Schwung.
Wenn ich da an die Topologie der Firma denke bei der ich arbeite, wird mir ganz anders.

Solche Steigungen sind dort der Normalfall. Ooohps.

Steigungen mit dem Rolli sind schon heftig. Dies gilt für beide Richtungen, auf und ab.

Ich stelle mir da schon die Frage über die Mobilität in der Firma.

Bei der Ergotherapie habe ich durch Technik und natürlich auch Kraft das hochheben auf das Niveau einer Treppenstufe geübt. Dies geht nun ganz gut.

Jetzt gibt es noch eine neue Anwendung, ein Physio-Schüler macht jetzt Übungen mit mir.

So gesehen war es heute ein erfolgreicher Tag, bis auf die Verletzung da wo ich keine Augen habe.

Das katherisieren wird immer mehr zur Gewohnheit und Routine.
Ein Problem sehe ich noch, die Katheder die für den mobilen Einsatz gedacht sind im Moment im Schlauch zu weich. Es geht schon aber nur mit Geduld.

Auf jeden Fall ist dies keine Müllvermeidung.
Aber ich hätte nie gedacht, dass die so einfach ist.

Der Mensch lernt aber schnell und passt sich schnell an. Wenn er das nicht könnte, wäre er längst mit den Dinosauriern im Museum und grüne Männchen vom Mars würden sich ihn angucken.

Mein Rücken hat mich heute wenig gequält. Ich hatte zwar Schmerzen, aber dies hielt sich in Grenzen. Dem entsprechen ist meine Stimmung auch ganz gut.

Mir fallen wieder die Augen zu, also mache ich Schluss.


B. Pasman

Montag, 10. November 2008

10.11.08 52.Tag



Hallo zusammen,

der Tag fing gut an, eine richtige Dusche mit allem Komfort, halt soweit es im Duschstuhl geht.

Danach wurde noch die Wunde am Bein kontrolliert, die mich daran gehindert so richtig zu duschen. Verdammt die neue Hat hatte sich gelöst. Damit ist mit richtig duschen ,al wieder Essig.

Obwohl mittlerweile alles einigermaßen zügig von der Hand geht, brauche ich fast 2h bis ich zum Frühstück fahren kann. Alle dauert sehr lange. Dies mit einfacher Jogging Hose XXL und ohne besondere Herausforderung. OK alles mit minimaler fremder Hilfe.

Das ist zu langsam. Da werde ich weiter üben müssen. Manöverschäden, die im Badezimmer entstehen, lasse ich mal unerwähnt.

Was mich momentan quält ist ein Wechsel zwischen Schmerz und extrem nervösem Reiz unterhalb der OP. Wenn der nervöse, juckende und quälende Reiz kommt, könnte ich die Wände hochgehen wir Spiderman, vielleicht lerne ich ja dadurch wieder laufen.

Zur Not halt die Wände hoch.

Ich erkenne keine Abhängigkeit wann und wie die Beschwerden auftreten. Heute bei der Visite war es eher schmerzhaft, später ging es ins nervöse juckende über. Dies ist aber nichts neues. Der Arzt meinte die Nieren sollten mal untersucht werden. Ich meinte das wäre es nicht, aber Untersuchung wäre schon OK. Den Ärzten darf man nicht zu sehr widersprechen.

Da hinten blockiert oder verklemmt was, insbesondere durch die fehlende Muskulatur und dies verursacht die Beschwerden, glaube ich. Dies gab es vorher schon, nur jetzt wird es nicht besser.

Na ja, ich muss auch mal meinen Frust niederschreiben, auf jeden Fall sind die stechenden, nervösen fast nicht beschreibbaren Beschwerden schon ätzend. In habe kein Formular um dagegen anzugehen.

Auch fehlende positive Signale verbessern nicht unbedingt meine Stimmung, aber was soll es, der morgige Tag wird bestimmt besser werden.

Jetzt wo ich im Bett liege überlege ich was ich machen kann um meine Stimmung zu verbessern. Da wird mir schon was einfallen.

Jetzt zeige ich noch ein Foto. Am besten dies mit dem Foto von gestern vergleichen.

B. Pasman

Sonntag, 9. November 2008

09.11.08 51.Tag








Hallo zusammen,

die Anzahl der Tage hat diesmal nichts besonderes.

Also werde ich dazu auch nichts schreiben.

Ich überlege, was ich der Visite Morgen erzählen werde.

Zum einem werde ich sagen, dass ich sofort kalte Beine empfinde, wenn ich bei kalten Temperaturen mal kurz vor die Tür fahre. Ob es was aussagt kann ich nicht sagen.

Dann werde ich mitteilen, dass ich ein verkehrtes Empfinden habe bezüglich des Abführens.
Wenn ich glaube, dass ich wie ein Baby glücklich in die Windel gemacht habe, ist alles in Ordnung, der liebe Jung ist sauber.

Wenn ich das Gefühl habe, es ist alles in Ordnung, ist oft das Gegenteil der Fall. Nun nem Ingenör ist nix zu schwör, habe ich folgende Erklärung, Im ersten Fall drückt der Analtampon auf den Schließmuskel, dies empfinde ich als sitzen in der Sch…..
Wenn der Tampon weg ist, habe ich dieses Druckgefühl nicht.
Klingt doch plausibel, oder ?

Also fragen wir mal …

Dann empfinde ich beim Katheder einführen ein leichtes Brennen.

Der Bereich um den 10/11 Brustwirbel bereitet mir auch immer wieder unterschiedliche Beschwerden.
Teil weise ist ein Druck auf diese Rippen extrem schmerzhaft.

Alle Beschwerden oder Wahrnehmungen unterhalb der OP-Stelle finde ich positiv.

Auch empfinde ich hier und da so etwas wie Blockaden zwischen BWS und LWS als wenn ein Riegel eingeschoben wird.

Auf der anderen Seite ist der Körper unterhalb der OP verdammt tot, zumindest was es an Bewegung angeht.
Dies hinterlässt seine Spuren auch an meiner Körperform. So ist mein Operkörper durch die stärkere Belastung der Arme recht stark und der Rest na ja..

Wenn man auf dem Trimmrad sitzt, leistet man ohne Probleme ca. 140 Watt, mit dem Handergometer sind es ca. 35 Watt.

Meine Oberarme sind sehr kräftig, wobei der Trizeps bedeutend stärker ausgeprägt ist als der Bizeps. Ich stemme mich hoch und kann sehr lange meinen Körper in der Luft halten.

Durch E-Mails habe ich Anregungen bekommen was ich an anderen Tagen schreiben soll.

So für heute ist genug.

Der Tag war lang genug.

Jetzt suche ich noch eine schönes Foto.

B. Pasman

Samstag, 8. November 2008

08.11.08 50.Tag





Hallo zusammen,

schon wieder eine Zahl die im Allgemeinen was aussagt.

50, ich werde noch zum Zahlenfetischist. Aber diese Zahl in Jahren ausgedrückt hat was Goldenes.

Aber in Tagen sehe ich keine besondere Bedeutung.


Gestern habe ich geschrieben, dass ich heute was schönes schreiben will.

Ich habe nicht den Notebook genommen und mich in der Sonne inspirieren lassen.
Also liege ich jetzt im Bett und überlege was ich da schönes schreiben kann.

Also schreibe ich eine Sammlung von schönen Elementen, Gegebenheiten und Eindrücken.

Was schön oder positiv ist, ist in der Klinik die gegenseitige Motivation der Patienten. Es werden die positiven Erfahrungen mitgeteilt und dem anderen wird Mut gemacht, bei Dir wird es auch besser. Natürlich gibt es auch Leute die über alles meckern. Aber die gibt es überall.

Schön ist auch, dass meine Selbständigkeit von Tag zu Tag in kleinen Schritten besser wird oder wächst. Dies geht zwar sehr stark auf die Zeit, aber dies wird bestimmt durch Routine kompensiert werden können.
So dauert mein Anziehen im Bett mittlerweile nur noch ein Drittel der Zeit gegenüber vorher. Thrombosestrümpfe anziehen geht z.B. bedeutend flotter.
Auch der Rest geht viel einfacher von der Hand

Fast täglich werden mir von den Schwestern neue Aufgaben übertragen. Dies ist auch gut so.
Schließlich benötige ich ein höchstes Maß an Selbständigkeit, wenn ich wieder ein „normales“ Leben führen will. Immer unter dem Ansatz, dass mein Zustand sich nicht ändert.

Diese „worst case“ Betrachtung muss halt immer betrachtet werden.

Aber ich habe gesagt, dass ich was Schönes schreiben wollte.

Das Wetter mit den schönen Sonnenstrahlen war auch klasse. Der Blick zum Drachenfels war ausgezeichnet.

Die unschönen Sachen vergessen wir einfach mal.

Was ist noch schön.

Ach ja, die vielen Mails, die ich noch direkt mit Leuten schreibe, die den Blog lesen. Dies erweitert oder besser ausgedrückt rückt Gegenheiten in ganz anderes klares Licht. Auf einmal versteht oder sieht man andere Leute mit anderen Augen. Verständnis wächst.

Schön ist auch wenn man sieht, dass andere Patienten Fortschritte machen. Ich muss sagen, dies berührt mich teilweise schon sehr stark. Insbesondere wenn Kinder dies machen.
Eben habe ich einen kleinen Weisrussen gesehen, der mit der Hilfe der Mutter einige Treppen auf und ab ging. Der Junge hat gestrahlt, da geht einem das Herz auf.
Wobei die Geschichte des Jungen schon eine eigene ist. Sehr traurig aber auch mit sehr schönen Komponenten.

Ich könnte jetzt genauso nur negative Aspekte niederschreiben. Aber wozu?
Dies bringt einen nicht weiter, Ich glaube meinen Frust bringe ich oft genug durch ironische Bemerkungen zum Ausdruck.

Jetzt liege ich im Bett und überlege was ich noch schönes schreiben kann. Mit geschlossenen Augen denke ich nach. Verdammt ich muss aufpassen, dass ich nicht einschlafe.

Ach noch was, ich finde es schön, dass ich es schaffe jeden Abend etwas zu schreiben. Oder?

Schön ist auch der Zuspruch den man erhält.

Ich finde auch die Fotos schön, die ich jeden Abend hochlade. Die Auswahl fällt mir nicht immer leicht.

Jetzt habe ich ganz vergessen, dass es auch unschöne oder negative Aspekte gibt.


B. Pasman

Freitag, 7. November 2008

07.11.08 49.Tag




Hallo zusammen,

wieder eine Zahl die sich durch 7 teilen lässt.

Na ja was das bedeutet brauche ich nicht zu erklären.

Was gibt es zu berichten, eigentlich keine Besonderheiten.
Die Bürgersteige hatten wieder Erfurcht vor mir. Nur einmal an einer Schräge hatte ich fast verloren.

Die Sache mit dem Kathederisieren hat gewisse Nachteile wenn man Druck auf die Blase bringt ohne es zu wissen. Auf einmal kommt dann der sogenannte Spontanurin.
Schon darf die Waschmaschine und die Schwester arbeiten.
Dies entsteht immer bei extremer körperlicher Belastung bei der Physio oder Ergotherapie.

Der Körper hat doch mehr Muskeln als man glaubt. Anscheinend auch sehr wichtige oder einflussreiche, die man so nicht kennt oder bessergesagt schätzt.

So zum Beispiel war mein gefüllte Blase unter dem Ultraschall irgendwie rundeckig. Normalerweise ist eine gefüllte Blase rund. Muskeln halt. Ich habe es vorher nicht gewusst.

Diese Woche war in Richtung verschmutzter Jogginghosen schon recht erfolgreich.
Diese Thema ist, wie schon des öfteren beschrieben, eins das nur schwer in den Griff zu kriegen ist.

So zum Beispiel habe ich oft das Gefühl, dass ich in einer vollen Windel backe, backe Kuchen betreibe, dies bestätigt durch entsprechende Gerüche, aber es ist nichts.
Andere Male spüre ich nichts und ……..

Positiv ist zu berichten, das meine Selbständigkeit immer besser wird, die Schwestern haben das bestreben mich abzunabeln. Die wirkliche Hilfe benötige ich nur in den obengenanten Fällen. Im Allgemeinen mache ich schon sehr viel selber und alleine. Dies ist auch gut so.

Dies funktioniert aber nur, weil die Rahmenbedingungen natürlich hier gegeben sind.
Im häuslichen Umfeld ist dies noch, sagen wir schwierig, weil die Bedingungen nicht gegeben sind.

Morgen werde ich mal was anderes schreiben. Sagen wir was schönes.

Wenn die Sonne scheint, werde ich den Laptop nehmen und mich inspirieren lassen.

Auch werde ich ein paar E-Mails beantworten, die es beantworten gilt.




B. Pasman

Donnerstag, 6. November 2008

06.11.08 48.Tag





Hallo zusammen,


Was gibt es neues zu berichten?

Ich fasse mich heute kurz, da es schon recht spät ist.

1. Bei der Visite meinte der Oberarzt, dass irgendwelche Wahrnehmungen durchaus durch einen Kurzschluss im Rückenmark ausgelöst werden können. So richtig aufbauend war dies nicht.
2. Eine MRT, ob es Vernarbungen gibt, wird in ca 10 Tagen gemacht werden.
3. Den Presslufthammer musste ich nicht auspacken, die Bürgersteige haben verloren.
4. Ich hätte nie gedacht, dass der Weg zur Blase so lang ist.
5. Ich war heute mal wieder ein kleines Baby und habe es nicht gemerkt. Die Schwester hatte richtig Arbeit. Ich muss sagen, dies ist wirklich immer wieder eins der Hauptthemen. Eine Lösung habe ich nicht parat.
6. Ich habe jetzt laut Krankenkasse einen Aufenthalt bis 6.12. genehmigt.
7. In der nächsten Woche definiere ich meinen Rolli.

Dies ist kurz und knapp. Aber der heutige Tag hat mich geschafft.



B. Pasman

Mittwoch, 5. November 2008

05.11.08 47.Tag



Hallo zusammen,

heute nach etwas Stehpult, wurde wieder das Bewältigen einer Treppe geübt. Ich sage bewusst nicht Treppensteigen.
Hier geht es rücklings aufwärts und zwar auf den 4 Buchstaben. Dies geht einigermaßen gut. Mit der eine Hand am Geländer hochziehen und mit der anderen Hand auf der Stufe abstoßen. Dies wurde auch dokumentiert mittels eines kleinen Films mit der IXUS.

Es war schon etwas anstrengend, zumindest so anstrengend, dass der Therapeut meinte ich hätte verdaut. Das glaubte ich nicht.

Mein Test mittels Gummihandschuh und ausgestrecktem Mittelfinger, auch Effi genannt, war positiv, anders ausgedrückt negativ für Rollstuhltraining in der freien Natur.

Also müssen die Bürgersteige bis morgen warten, bis ich sie erobere oder sie mich zu Boden werfen.
Wenn das geschieht hole ich meinen Presslufthammer und mache sie alle rund, schließlich heiße ich Bernhard. ( Jetzt würde ich gerne wissen wer das noch versteht….)

Na ja kleiner Test.

Morgen ist Visite, so richtig was neues kann ich denen nicht erzählen. Eine Tendenz mit positiven Signalen ist nicht zu erkennen. Das einzige was ich sagen kann, ist dass ich eindeutig erkenne z.B. wenn die Beine kalt werden wenn ich draußen war und sonst ??

Das war in den letzten Wochen meine ich mehr oder erkenne ich die Signale nicht mehr?

Ein pochen usw nehme ich immer wieder in den Beinen wahr, dies kann aber auch Einbildung sein.

Ich muss noch mal rekapitulieren was positive Zeichen sind.
- Die partielle eindeutige Wahrnehmung wenn ich mich hier und da berührete, Dies war öfters ist nun seltener.
- Rückenschmerzen unterhalb der OP. Dies ist gut und schön, allerdings kann ja auch sein, dass genau diese Nervenbahnen kein Problem haben. Allerdings müssen die ziemlich nahe im äußeren Bereich verlaufen, da es die linke Seite ist. Diese sind hier und da recht heftig.
- Der Juckreiz, was ist der Grund. Eine Form von Heilung der Nerven?
- Das Zucken der Zehen und der Füße wenn man sie reizt. Das ist auch nicht so richtig viel. Was kann man daraus ziehen.


Fakt ist, Motorik nach wie vor nicht zu erkennen, anders gesagt gleich null. Die Sensorik oder die Wahrnehmungen werden nicht mehr, da habe ich das Gefühl, dass es schon mal mehr war. Nein es war schon mehr.

Woran kann das nun wieder liegen?
Fehlt mir etwas die Ruhe? Die Anwendungen sind schon recht anstrengend. Die abendliche Erschöpfung ist auch ganz klar immer da. Dies sollte aber nichts mit über Nervenbahnen empfangnen Signalen zu tun haben.

Na ja lassen wir das analysieren, die Zeit wird zeigen wie es weiter geht.

Heute habe ich mit dem Ergotherapeut einige Hilfsmittel besprochen. Dies sind Gegenstände, die später im Haushalt das Leben einfacher machen sollen.
Dies sind z.B. ein Toiletten- und Duschstuhl um über die Toilette und in die Dusche fahren zu können. Um den Stuhl als Duschstuhl nutzen zu können, braucht man allerdings eine ebenerdige Dusche. Tja Pech gehabt.

Ein Badewannenlifter, den man benutzen kann um ein Vollbad zu nehmen. Das ist eine tolle einfache Erfindung. Das Teil wird in die Badewanne gelegt und mit Saugnäpfen befestigt. Dann fährt es hoch und zwei Klappen kann man dann auf den Badewannenrand legen. Dann rutscht man aus dem Rolli auf das Teil und fährt hinab in das angenehmene Nass.

Dies werden wir dann am Freitag in die Wege leiten.

Mal sehen was die Krankenkasse alles dazu sagt.



B. Pasman

Dienstag, 4. November 2008

04.11.08 46.Tag




Hallo zusammen,

der heutige Tag war mal wieder anstrengend.

Aufstehen um 5:45, dann dauert es ca. bis 7:15 bis ich landfein bin, um mit dem Rolli die Klinik unsicher zu machen.
In dem Fall ist es hoch in die Kantine zum Frühstück.
Dies dauert dann ca. 45 min. Dann wieder runter es klar Schiff machen und um 9:00 ist die erste Anwendung.

Dann geht es immer nach dm Plan der Anwendungen. Die letzte Anwendung war heute einmal Hydrojet bis 18:00. Also sind die Tage recht voll mit Terminen. Teilweise mit einer Stunde Pause, teilweise alles direkt im Anschluss.

Die Pausen braucht man dann auch zu Erholung oder um einige Gedanken zu fassen.

Heutige Erfolgserlebnisse waren das erfolgreiche Treppenstufen überwinden. OK eine ganze Treppe wäre schon anstrengend, aber wer langsam ist kommt auch ans Ziel. Dies ist zwar nur eine Notlösung, aber funktioniert. Morgen wird weiter geübt.

Auch gibt es ein kleines Gerät um relativ einfach in eine Badewanne zu kommen. Es gibt schon einfache und tolle Erfindungen. Ich hätte nur den Hahn aufdrehen müssen.

Na ja so gibt es jeden Tag neue Dinge die man lernt oder kennen lernt.

Mit dem Rolli auf 2 Rädern fahren klppt mittlerweile prima, leider habe ich Probleme Videos zu posten. Da habe ich zwei schöne, aber dies später.

Jetzt liege ich im Bett und tippe und überlege was ich noch interessantes schreiben soll. Da waren noch einige Dinge die ich laufe des Tages als nennenswert ansah, verdammt habe ich das vergessen?? HIV Han isch verjessen.

Ach ja morgen geht es mit dem Rolli in freie Natur. Das heißt der echte Bürgersteig ruft.
Wenn ich morgen nicht schreibe, bin ich wahrscheinlich auf die Schnauze gefallen.

Ach ja, da habe ich noch einen Karton mit vielen, ganz langen, dünnen Schläuchen neben dem Bett liegen. Ich habe da so eine Ahnung was ich morgen damit machen soll. Bin mal gespannt wie das funktionieren wird. Wenn es erfolgreich war, werde ich darüber berichten, andererseits werde ich den Mantel des Schweigens darüber legen.

Ich frage mich nur, warum sind die sooooo lang, ups ???

So gesehen gibt wieder was zu lernen.

Also wenn ich wieder laufen kann, werde Santiago de Compostela einen Besuch abstatten. Die Frage ist nur ab wo ich einsteige. Dies wird abhängig sein vom Zustand, wenn ……..


So richtige Anzeichen einer Verbesserung sind momentan oder besser gesagt immer noch nicht zu erkennen.

Die Frage ist auch inwiefern sich das darstellt.

Auf jeden Fall muss ich jetzt an einer Lösung überlegen die mindestens 6-12 Monate andauert. Wer glaubt, dass von jetzt auf gleich sich alles wieder so bewegt oder bewegen kann wie es sich gehört, ist naiv oder ein grenzenloser Optimist.

Also Realos nach vorne und die notwendigen Schritte einleiten.




B. Pasman

Montag, 3. November 2008

03.11.08 45.Tag

Hallo zusammen,

ein neuer Montag bedeutet eine neue Arbeitswoche.

Wer es nicht glaubt kann sich ja den Plan der Anwendungen mal ansehen.
Dies ist ein vollgepackter Terminplan.

Heute hatte ich einige Erfolgserlebnisse. Mit dem anderen Rolli schaffte ich es fast auf Anhieb aus einer Rückenlage wieder aufzurichten. Dies zum einem durch Techni, aber auch durch die Kraft, die immer stärker wird.

Beim Rollstuhltraining fuhr ich sehr lange auf zwei Rädern ohne irgendwelche Probleme hin und her durch die Turnhalle. Dies wurde von dem Trainer auch gefilmt. Allerdings sind die Videos etwas groß. Die werde ich später mal posten.

Auch einen Bürgersteig mit dem anderen Rolli hochfahren ging viel besser.

Bei der Ergotherapie gab es ein Training in Hose hoch und runter. Hier gibt es noch Verbesserungspotential, aber auch schon gute Ansätze.
Dies ist etwas ganz profanes, nur wenn man mit den 4 Buchstaben draufsitzt und die nicht heben kann, ist es schon eine Herausforderung.

So sind ganz einfache Dinge des täglichen Lebens auf einmal was ganz anderes, unter Umständen ein nicht lösbares Problem. Jeden Tag erkennt man neue Klippen, die zu umschiffen sind. Aber auch jeden Tag findet man Lösungen für die Probleme oder Problemchen. Ich muss sagen, dies ist auch eine interessante Angelegenheit.

Auf jeden Fall gibt es viel zu lernen, ich glaube viel mehr als ich mir im Moment vorstellen kann.

Zur Zeit lade parallel zwei Videos hoch, mal sehen ob es funktioniert. Den anderen Tag brach der Upload immer wieder ab. Ich hoffe es funktioniert jetzt besser.

Dies hat nicht funktioniert.

Also werde ich mal sehen, dass ich die Videos später geladen kriege.

In den letzten Tagen funktioniert das Internet nicht so gut. Durch die Updates von Windows und Replizierungen wurde ich vermutlich in einen langsamere Übertragung gestuft. Dies ist in ein paar Tagen wieder weg.

Jetzt werde ich nur den Text hochladen und fertig.

So gesehen war der heutige Tag ganz zufriedenstellend.




B. Pasman

















Sonntag, 2. November 2008

02.11.08 44.Tag

Hallo zusammen,

der heutige Sonntag war ein ruhiger Tag.

Trotzdem habe ich es nicht geschafft in Ruhe etwas sinnvolles zu schreiben, es ist wieder 22:00 Uhr und ich versuche zu tippen.

Ein ruhiger Tag mit Erholung muss ja auch mal sein.

Der neue Behandlungsplan hat jetzt mehr Termine als vorher. Die neue Anwendung heißt Rekreationstherapie.
Dies kann ein Hydrojet bedeuten, eine Fango oder irgendeine Entspannung. Da lass ich mich mal überraschen.

Das Problem ist nur, dass es immer von 17:15 – 18:00 Uhr. Das Abendessen ist von 17:15 bis 18:30 Uhr.
Also jedes mal sofort zum Abendessen und dann noch eine Stunde Zeit bis zum vorbereiten auf die Heia. Die Tage sind damit voll ausgebucht. Zumindest Dienstag, Mittwoch und Freitag.
Richtig Zeit für eine erholsame Mittagspause gibt es auch nicht.

Das gestern angesprochene Bulletin werde ich nachholen.

Zurzeit quält mich ein juckender, nervöser Reiz am Rücken. Mal sehen was die Ärzte morgen dazu sagen. Dies ist im Bereich der OP Stelle mit Ausstrahlung nach vorne entlang des Rippenbogens.

Was gut geht ist der neue Rolli, mit dem kann ich wunderbar auf 2 Rädern fahren, auch sonst fährt er sich besser.


Die Augen fallen mir gleich wieder zu.

Jetzt werde ich für heute aufhören und schlafen.



B. Pasman

Samstag, 1. November 2008

01.11.08 43.Tag

Hallo zusammen,

ein neuer Monat hat begonnen.

Ich kam am 01.10.08 in die Reha, somit bin ich nun einen Monat hier.
Über das Kernproblem jetzt zu schreiben, würde nur ein Beschreiben von wechselnden Empfindungen, Signalen, Deutungen oder Interpretationen meinerseits bedeuten.
Effektiv belastbare, messbare Ergebnisse gibt es nicht so richtig. Hier und da etwas mehr Empfindungen oder Gefühle an verschiedenen Körperstellen, die wenn man sie im Verbund sieht als positive Signale durchaus werten kann.

Aber bis jetzt keine gesteuerte Bewegung bis auf Reflexe oder Reaktionen von verschiedenen Muskeln, insbesondere an den Füssen durch Anregung, aber auch nicht immer.

Mein Obelix Gefühl hat sich verändert, alleine schon deshalb weil mein Oberkörper mittlerweile eine bedeutend bessere Rumpfstabilität besitzt.
Dies zum einem durch Training und Sport und sicher auch durch die Gewöhnung an den Zustand. Die Gewöhnung bewirkt, dass ich automatisch Gegenreaktionen auslöse, wenn die Schwerkraft in Form des alten Newton mit 9,81 m/s2 zuschlägt.
Der Mensch passt sich schnell an, sonst würde er nicht überleben.

Ich glaube, Morgen werde ich mal so was wie ein Bulletin schreiben, mit dem was ich kann und was nicht. Halt nüchtern und sachlich beschrieben wo die Defizite noch sind.
Aber auch die Möglichkeiten und Ziele, die im Bereich der Behinderung meiner Meinung nach erreichbar sind.

Ich habe gerade eben eine SMS bekommen, wo mir gewünscht wird oder gehofft wird, dass es nun steiler bergauf geht. Ich habe geantwortet, dass der Steilhang noch nicht in Sicht ist und ich immer noch im Geröll bin. Dies ist eine andere Umschreibung der Eisdecke.

Rosa und Carmen waren heute hier. Wir haben schön gespielt und es war richtig gut. Danach haben Carmen und ich fast den ganzen Weg nach Hause telefoniert, Flatrate sei Dank.
Zum Schluss fragte Carmen, ob ich denn Weihnachten und zu Ihrem Geburtstag zu Hause wäre. Dies in einem Tonfall der mitten in das emotionale Zentrum stößt. So etwas wie Tropfen für trockene Augen sind dann absolut überflüssig.

Na ja, lass uns mal nicht sentimental werden. Der Berg ruft und lass uns den Steilhang finden. Mit der richtigen Ausrüstung werden wir den Berg erklimmen. Auf dem Gipfel wird dann in alle vier Himmelsrichtungen ein jauchzender Freudenschrei ausgerufen werden.
So was wie Luis Trenker in einen seiner frühen Filme gemacht hat. Ich glaube da gab es mal so was.

Das was ich jetzt geschrieben habe werde ich einfach mal posten. Später werde ich ggf. noch was hinzufügen. Dies ist also die Frühausgabe. Was hier steht habe einfach runtergetippt, ohne es noch mal zu lesen. Also Schreib und Tippfehler sind free of charge. Ich glaube aber so kann man am besten ausdrücken was man empfindet, alles andere wäre künstlich.




B. Pasman