
Hallo zusammen,
heute bin ich recht früh im Bett, der Tag war nicht anstrengend, so gesehen schon recht erholend.
Rosa und Carmen waren da, wir sind dann in den Werksverkauf von Haribo gefahren, Carmen hatte ganz glänzende Augen. Damit gab es auch 4 Transfers aus dem Rolli in den A4.
In den Wagen ging einfacher als raus. Was ich gelernt habe, der neue Wagen wird die Sitze elektrisch einstellbar haben müssen, alleine schon wegen vor und zurück, weil ich den Sitz nicht verschoben kriege. Durch Praxis lernt man halt. Die Höhe muss auch verstellbar sein, alleine um ein Gefälle ausgleichen zu können.
Der neue Wagen ist notwendig wegen Schaltwagen und Automatik.
Den Audi umzubauen wird keinen Sinn machen, alleine wegen Alter und Schaltgetriebe.
Ich lasse mich jetzt von Bob Dylan bedudeln, das erste Lied war Blowin in the wind.
Dies passt schon zu den Fragen und Antworten die der Wind kennt.
Im Moment beschreibt dies meine Situation schon genau, im Endeffekt aber die Situation von vielen anderen Menschen.
Wobei das Lied mir sehr gut gefällt, leider etwas kurz mit 2:50 min
Der heutige Tag war eine willkommene Abwechslung, mal raus aus der Klinik, etwas gesehen und einen Plan gemacht für den nächsten Besuch, mit der Fähre rüber auf die andere Seite und da mal gucken.
Mein Rücken war im Vergleich zu gestern extrem friedlich, ohne dieses nervöse Reizen von gestern, auch fast keine Schmerzen.
Etwas Entspannung vom Reha Stress tut ganz gut, auf der anderen Seite muss dies natürlich sein um fit für das normale Leben zu werden und Selbständig zu sein. Wer will schon abhängig von anderen Menschen sein, ich nicht, auf keinen Fall, von niemand!
Es gibt aber auch noch viele Sachen die ich nicht alleine kann, oder wo ich fremde Hilfe brauche. Zumindest dann wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen oder die Hilfsmittel nicht da sind. Wobei die Hilfsmittel natürlich möglichst zu vermeiden sind.
Ein anderes Thema ist der Müll den ich mittlerweile produziere. Ich glaube werde einen eigenen Müllwagen chartern können. Das ist schon immens, was an Verpackung da drauf geht. Allein für die Katheder, Kathederbeutel, Steckvorlagen in der Unterhose usw.
Na ja kommt Zeit kommt Rat, auf jeden Fall werden einem täglich Dinge immer wieder klarer, die gestern noch im Nebel des Morgengrauens waren, die nur zu erahnen waren und auf einmal glasklar zu erkennen sind und dann zu den notwendigen Entscheidungen führen.
Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt. Dies ist nicht von mir sondern von Hermann Hesse.
Ich glaube das Dunkel habe ich hier und da schon gesehen. Insbesondere nach der OP war es nicht besonders hell, zeitweise schon recht dunkel, ob ich weise bin wage ich nicht zu behaupten.
Auf jeden Fall habe ich in den letzten 57 Tagen viele Erfahrungen gemacht.
So blöd es klingt, ich möchte diese Zeit nicht missen, egal wie es mit mir weiter geht.
Ich hatte sehr viele positive Erfahrungen.
Meine eigene Erfahrung war natürlich ausgesprochen negativ. Aber was um mich geschah und die Reaktionen aus meinem Umfeld kamen, die aus meiner persönlichen Situation rührten, waren für mich dermaßen positiv, so das es meine negative Situation schon sehr stark positiv verbessert hat.
Jemand hat mir geschrieben, dass man einen ganz anderen Pasman kennen lernt.
Ich glaube es ist anders. Ich habe da so eine Theorie. Fast jeder Mensch baut um sich irgendwo einen Schutzwall auf. Man kann dies auch mit einem Turm vergleichen, so wie früher an den Mauern im Mittelalter.
Unter extremen Bedingungen ist dieser Turm nicht mehr so präsent. Dann sieht man wie ein Mensch wirklich ist.
Ich hatte die Tage einen schönen E-Mail Kontakt mit jemandem.
Ich habe ihm geschrieben, dass wir uns Job und auch täglichen Leben uns oft ganz anders darstellen als wir wirklich sind. Ich glaube das ist ein normaler Vorgang. Dort sind zum Beispiel Gefühle nicht gefragt, sondern schlicht Erfüllung der Aufgabe und die Pflichterfüllung. So habe ich zum Beispiel von Menschen oft ein anderes Bild bekommen, wenn man sie in einem anderen Umfeld kennen lernt.
So genug Philosophiert, ich könnte zwar noch lange schreiben, aber lassen wir das.
Ach ja, um mich mache ich mir keine Sorgen. Es wird schon, so oder so.
Ich muss sagen, dass Bob Dylan eine schöne Begleitung ist um ein paar Gedanken runterzutippen.
Das nächste mal nehme ich Bruce Springsteen oder Cat Stevens.
B. Pasman