Hallo zusammen,
schon wieder eine Zahl die im Allgemeinen was aussagt.
50, ich werde noch zum Zahlenfetischist. Aber diese Zahl in Jahren ausgedrückt hat was Goldenes.
Aber in Tagen sehe ich keine besondere Bedeutung.
Gestern habe ich geschrieben, dass ich heute was schönes schreiben will.
Ich habe nicht den Notebook genommen und mich in der Sonne inspirieren lassen.
Also liege ich jetzt im Bett und überlege was ich da schönes schreiben kann.
Also schreibe ich eine Sammlung von schönen Elementen, Gegebenheiten und Eindrücken.
Was schön oder positiv ist, ist in der Klinik die gegenseitige Motivation der Patienten. Es werden die positiven Erfahrungen mitgeteilt und dem anderen wird Mut gemacht, bei Dir wird es auch besser. Natürlich gibt es auch Leute die über alles meckern. Aber die gibt es überall.
Schön ist auch, dass meine Selbständigkeit von Tag zu Tag in kleinen Schritten besser wird oder wächst. Dies geht zwar sehr stark auf die Zeit, aber dies wird bestimmt durch Routine kompensiert werden können.
So dauert mein Anziehen im Bett mittlerweile nur noch ein Drittel der Zeit gegenüber vorher. Thrombosestrümpfe anziehen geht z.B. bedeutend flotter.
Auch der Rest geht viel einfacher von der Hand
Fast täglich werden mir von den Schwestern neue Aufgaben übertragen. Dies ist auch gut so.
Schließlich benötige ich ein höchstes Maß an Selbständigkeit, wenn ich wieder ein „normales“ Leben führen will. Immer unter dem Ansatz, dass mein Zustand sich nicht ändert.
Diese „worst case“ Betrachtung muss halt immer betrachtet werden.
Aber ich habe gesagt, dass ich was Schönes schreiben wollte.
Das Wetter mit den schönen Sonnenstrahlen war auch klasse. Der Blick zum Drachenfels war ausgezeichnet.
Die unschönen Sachen vergessen wir einfach mal.
Was ist noch schön.
Ach ja, die vielen Mails, die ich noch direkt mit Leuten schreibe, die den Blog lesen. Dies erweitert oder besser ausgedrückt rückt Gegenheiten in ganz anderes klares Licht. Auf einmal versteht oder sieht man andere Leute mit anderen Augen. Verständnis wächst.
Schön ist auch wenn man sieht, dass andere Patienten Fortschritte machen. Ich muss sagen, dies berührt mich teilweise schon sehr stark. Insbesondere wenn Kinder dies machen.
Eben habe ich einen kleinen Weisrussen gesehen, der mit der Hilfe der Mutter einige Treppen auf und ab ging. Der Junge hat gestrahlt, da geht einem das Herz auf.
Wobei die Geschichte des Jungen schon eine eigene ist. Sehr traurig aber auch mit sehr schönen Komponenten.
Ich könnte jetzt genauso nur negative Aspekte niederschreiben. Aber wozu?
Dies bringt einen nicht weiter, Ich glaube meinen Frust bringe ich oft genug durch ironische Bemerkungen zum Ausdruck.
Jetzt liege ich im Bett und überlege was ich noch schönes schreiben kann. Mit geschlossenen Augen denke ich nach. Verdammt ich muss aufpassen, dass ich nicht einschlafe.
Ach noch was, ich finde es schön, dass ich es schaffe jeden Abend etwas zu schreiben. Oder?
Schön ist auch der Zuspruch den man erhält.
Ich finde auch die Fotos schön, die ich jeden Abend hochlade. Die Auswahl fällt mir nicht immer leicht.
Jetzt habe ich ganz vergessen, dass es auch unschöne oder negative Aspekte gibt.
B. Pasman
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