Sonntag, 28. Dezember 2008

28.12.08 100. Tag




Hallo zusammen,

nachdem ich einige Tage nichts geschrieben habe, werde ich heute mal wieder etwas mehr schreiben. Zum einem ist es an der Zeit zum anderen wenn ich die Zahl neben dem Datum sehe, gibt es schon einen besonderen Anlas.

100

Regierungen werden nach 100 Tagen bewertet.

Eine Bewertung kann ich auch abgeben.

Nur fällt diese Bewertung je nach Tageszeit und Stimmung gegebenenfalls sehr unterschiedlich aus.

Ich könnte eine Frustbewertung eine normale oder eine geschönte abgeben.

Eine Frustbewertung gebe ich besser nicht ab. Dies wäre nichts für die große Öffentlichkeit. Auch wird dieser Frust immer wieder in den Hintergrund verdrängt.
Auf jeden Fall kann ich ein paar Beispiele nennen, die mir Frust bereiten.

So zum Beispiel wenn ich etwas nicht machen kann, was ich machen möchte.
Ganz einfach etwas nehmen, was ich nicht erreichen kann. Dann will ich einfach aufstehen, aber die lahmen oder nur physikalisch vorhandnen Beine wollen oder besser können nicht.

Eine andere Sache ist, wenn ich „abgeführt“ habe und es alleine nicht schaffe wieder in einen gesäuberten und gebrauchsfertigen Zustand zu kommen.
Dann liege ich da und harre der Dinge die da kommen.
Das ist dann wieder die totale Abhängigkeit, obwohl die interne Bewertung der Klinik mir Selbstständigkeit bescheinigt. Da bin ich anscheinend so was wie ein Musterschüler. Dies stimmt wenn die Reihenfolge aller Dinge stimmt und kein Dominostein in der Mitte umfällt, anders ausgedrückt die Sonne scheint, der Lottoschein die richtigen Nummern trägt und die Bank anruft, weil das Girokonto überläuft.

Nur was soll ich machen, wenn ich im Bett auf der einen Seite liege, neben mir 3 Kilo ohne Knochen verdauter Nahrung liegen und alles zum Reinigen unerreichbar ist, nicht zuletzt durch meine in dem Fall eingeschränkte Beweglichkeit. Außerdem habe an der Stelle wo es dann auf ankommt keine Augen, wer hat das schon.
In diesem Fall keine perfekte Reinigung durchführen zu können verursacht dann schon einen gewaltigen Kolalateralschaden. So zum Beispiel an der Kleidung, am Rolli und wer weis wo sonst noch.
Ganz platt gesprochen ist dies ein Scheißthema.

Die Hilflosigkeit und die Abhängigkeit sind Sachen die mir schwer zu schaffen machen.
Der Frust, der dann entsteht ist schon gewaltig. Dies nervt ganz tief innen drin. Schwarze Gedanken kommen dann schon hier und da auf.

Wenn der MDK zur Feststellung einer möglichen Pflegestufe diesen internen Bericht der Klinik sieht, gibt es keine Pflegestufe und damit auch keine mögliche finanzielle Förderung, dies ist sowieso nur 2556 Euro mit 10% Selbstbeteiligung. Für mich irgendwie ein sekundäres Thema. Zur Not tue ich damit das was ich oben beschrieben habe.

Ein anderes Thema ist wie sich die Zeiten ändern. Vor einigen Jahren habe ich meine Tochter im Kinderwagen geschoben, heute ist es umgekehrt. Sie schiebt mich gekonnt durch die Einkaufscity und Kaufhäuser. Nur manchmal muss ich zur Sicherheit von anderen Personen bremsen.

Wenn ich im Rollstuhl sitze geht es mir einigermaßen gut. Dies klingt komisch, aber dann habe ich zumindest eine gewisse Mobilität. Außerdem kann ich mit allen Sachen, die Räder haben ganz gut umgehen. Auch wenn ich immer wieder mal einen Adler aus dem Rolli mache und dann wie eine Schildkröte auf der Erde liege. Bis jetzt haben immer andere Leute mir geholfen wieder in mein Gefährt zu kommen. So zuletzt am 2. Weihnachtstag, nachdem mir geholfen wurde habe ich Frohe Weihnachten gewünscht. Ich glaube die Leute haben sich den Rest des Tages ganz gut gefühlt. So gesehen auch eine gute Tat, von mir. Ich war zwar nie Pfadfinder, aber jeden Tag eine gute Tat ist auch ein guter Vorsatz.

In den vergangenen Tagen waren viele Dinge, die ich noch niederschreiben wollte. Nur habe ich viele wieder vergessen

Heute habe ich den Rolli aus dem aus Fahrersitz im Auto aus zerlegt und reingehoben. Mit der richtigen Technik ist dies mit etwas Übung ganz gut machbar. Auf jeden Fall ein positives Erlebnis, was einen wieder aufbaut.

Ein Problem, dass ich zurzeit habe, ist sicher meine geringer werdenden Fortschritte oder Erfolgserlebnisse. Technisch gesprochen gehen sie asymptotisch gegen null.

Die Einschränkungen, die ich momentan durch meinen Dekubitus habe tun ein Übriges.

Auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder positive Erlebnisse, die einen aufbauen oder motivieren. So zum Beispiel alle die aufmunternden E-Mails und die Hilfen von anderen Personen.
Auch die verlegte Weihnachtsfeier meiner Abteilung in die Klinik ist ein ganz besonderes Erlebnis. So was gibt’s nicht alle Tage, keine Frage.

So was wie einen Durchhänger zu haben ist bestimmt normal, also werde ich wieder die positiven Gegebenheiten wieder mehr in mich aufnehmen.

Ich glaube so ähnlich habe schon des Öfteren geschrieben, demnach im Westen nichts Neues.

Genug Frust abgelassen, morgen wird bestimmt ein guter Tag.



B. Pasman

Montag, 22. Dezember 2008

22.12.08 94. Tag




Hallo zusammen,

heute war wieder ein fast normaler Therapietag.
Am Morgen gab es die Visite, die Ärzte wollen jetzt das Kortison langsam reduzieren. Mal sehen wie lange das dauert. Das bedeutet auf jeden Fall, dass ich noch etwas mehr Zeit hier verbringen werde. Zum einem wegen dem Kortison zum anderen wegen dem Dekubitus.

Auf jeden Fall geht es mir sonst wieder ganz gut, noch etwas weniger Kraft als vorher, aner das kommt schon.

Was mir überhaupt nicht gefällt sind hier und da oder auch dort Schmerzen am Rücken. Aber das kriegen wir auch noch hin, denke ich.

Der Arzt meinte dazu, dass ich gerade mal nach der OP 12 Wochen alt wäre, Also man sollte abwarten. Das ist auch eine Betrachtungsweise.

So richtig viel Nennenswertes hat es heute nicht gegeben.

So jetzt werde ich meine Klamotten im Bett ausziehen, wie soll ich sonst eine Hose ausziehen? Dann werde ich mich auf die rechte Seite hauen und langsam oder schnell einschlafen.


B. Pasman

20.12.08-21.12.08 92.-93. Tag




Hallo zusammen,

da es nicht viel zu schreiben gibt, habe ich auch nichts im blog eingestellt.

Ich habe mit Carmen das Weihnachtsgeschenk für die Mutter gekauft und zwar ………..

Jetzt hätte ich das fast geschrieben, ist ja noch mal gutgegangen.

Auch habe ich mir auf dem Weihnachtsmarkt meinen ersten Glühwein in diesem Jahr gegönnt. Ob er gut war kann ich nicht sagen, zumindest habe ich ihn genossen.
Dann habe ich noch, nein das sage ich besser nicht, dann kriege ich Ärger.

Am Sonntag konvertierte ich zum Chefkoch. Auf dem Speiseplan stand Kaninchenrückenfilet. Auf jeden Fall waren die sehr lecker. Das Rezept ist mein Geheimnis.
Übrigens das Fleisch kam aus China. Es gibt Sachen die kann man kaum glauben.

B. Pasman

Samstag, 20. Dezember 2008

19.12.08 91. Tag




Hallo zusammen,

nachdem ich wieder normal Kortison einnehme, sind alle Beschwerden die ich in den letzten Tagen hatte verschwunden.

Jetzt bin ich ein Kortison Junkie. Mal sehen wie lange es dauert bis die mich von dem Zeug trocken gelegt haben.
Ist schon komisch, dass man von Kortison Absetzung solche Nebenwirkungen hat.

Deshalb verpasse ich jetzt heute eine Feier zu einem 50.Geburtstag.
Na ja Pech gehabt.

Ich habe aber trotzdem heute nur die Therapien mitgemacht die mein Gesäß schonen und die Spaß machen.

Auf jeden Fall muss ich mein Gesäß schonen. Wenn nicht kann das böse Nebenwirkungen haben.

Später mehr…

B. Pasman

Donnerstag, 18. Dezember 2008

16.12.08-18.12.08 88-90. Tag




Hallo zusammen,

18.12.
weil ich in den letzten Tagen etwas mehr oder weniger platt war, bin ich einmal beim tippen eingeschlafen und die beiden anderen male war ich schlicht nicht in der Lage etwas zu tippen.
Heute geht es wieder und so schreibe ich für drei Tage.

17.12. für 16.12.
heute schreibe ich für gestern.
Der Grund ist, dass ich nach einem Besuch habe ich mich erst mal für die Nacht fertig gemacht und danach war ich platt wie eine Flunder. Die Schwestern haben dann Fieber gemessen und 38 Grad gemessen. Danach habe ich sofort geschlafen. Also hatte ich keine Zeit mehr etwas zu schreiben.

16.12.
Was gibt es zu berichten.
Morgens hatte ich wieder eine Durchgangsmessung des Rückenmarks vom Kopf bis zu den zwei Füßen. Die Mädels die die Messung machten schauten wieder ganz traurig und meinten nur, dass ein Arzt die Messungen auswertet. Na ja, dies bestätigt nur den momentanen Zustand.

Danach hatte ich einen Termin bei der Sozialberatung. Die Zuständigkeit hier geht Richtung Pflegeversicherung. Nach einem kurzen Gespräch und der Bewertung des internen Ärztlichen Pflegeberichtes habe ich keinen Anspruch auf eine Pflegestufe weil selbstständig bin. Dies hat noch nichts zu bedeuten, da die Pflegekasse eine eigene Bewertung vor Ort macht.

Auf der einen Seite ist der interne Bericht ein Kompliment an meine Leistungsfähigkeit und meinen Willen, auf der anderen Seite wird dies mal wieder unter Umständen bestraft. Wenn ich mich hängen lassen würde und eine auf ist mir alles egal machen würde, sähe die Bewertung sicher negativer und damit positiver für die Pflegestufe aus. Aber man ist wie man ist.

Danach habe ich zum einem wegen meiner Gesäßverletzung und allgemeiner Schwäche keine Anwendungen mehr gemacht und abends war ich obwohl tagsüber viel geschlafen habe so erschöpft, dass ich die Schwester fragte ob sie mir beim ausziehen helfen kann. Dies war ausgerechnet die die mich immer wieder erfolgreich gefordert hatte Sachen alleine zu erledigen. Aber natürlich hat sie mir geholfen.

17.12.
Wieder den ganzen Tag ziemlich platt deswegen immer wieder im Bett und abends ging nichts mehr. Natürlich keine Anwendungen gemacht. Abends wieder ausziehen lassen und die ganze Nacht geschlafen. Natürlich keinen Blog geschrieben.

18.12.
Morgens es nicht mehr geschafft zum Frühstück zu fahren. Dadurch bekam ich die Reste der Station. Dies war mir aber egal.

Bei der Visite wurden die Beschwerden diskutiert. Der Oberarzt meinte, dass dies auch durch absetzen des Kortisons kommen kann. Vor Mittag bekam ich wieder eine Tablette Kortison.
Jetzt geht es mir relativ gut, obwohl ich wieder leichte Temperatur wie gestern aber kein Fieber habe.

Nun werde ich mal schauen, ob die anderen Beschwerden die ich seit ca. 14 Tagen habe, auch weg gehen.

Die größte Überraschung war heute, dass meine Abteilung heute die Weihnachtfeier auf die Godeshöhe verlegt hat. Es gibt Sachen die freuen einen ungemein, man zeigt es aber nicht genügend.

Also Morgen auf zu neuen Taten!!!!!

B. Pasman

Montag, 15. Dezember 2008

15.12.08-14.12.08 87. Tag





Hallo zusammen,

auf anraten des Arztes habe ich mich heute Vormittag und heute Nachmittag auch mit der Absicht etwas zu schreiben ins Bett gelegt.

Ich soll ins Bett um meine Wunde zu schonen.

Beide male habe ich nach kurzer Zeit ein Schwerkraftproblem mit den Augenlidern bekommen. So habe ich jeweils 2 Stunden geschlafen. Erst durch den Physiotherapeuten und durch einen Anruf wurde aus dem Schlaf gerissen. Trotzdem bin ich wieder hundemüde.

Das heutige Highlight war mein unangemeldeter Besuch zu Hause zum Geburtstag meiner Tochter. Danke Helmut !!!!!!

Die Kleine hat sich ungemein gefreut, dass der Papa zum Geburtstag zu Hause war.

Ansonsten habe ich seit ein paar tagen eine Erkältung in den Knochen, die mich schlapp macht. Aber das wird auch wieder vergehen.

Ab Morgen werde ich wieder Paprika essen um die Erkältung los zu werden, mal sehen ob es funktioniert.

Die Wunde an den 4 Buchstaben macht Fortschritte, aber davon werde ich mehrere Wochen etwas haben.

So gesehen habe ich nicht viel zu schreiben.

Also Morgen mehr.


B. Pasman

Sonntag, 14. Dezember 2008

13.12.08-14.12.08 85.-86. Tag



Hallo zusammen,

nach 2 Tagen sollte man viel zu schreiben haben, insbesondere wenn man die Klinik verlassen hat und Heimaturlaub hat.

Auf jeden Fall hatte ich eine Menge von Erlebnissen und Gegebenheiten, die ich in den Blog schreiben wollte. Leider habe mir diese nicht sofort notiert, sondern immer nur gedacht, „ Das werde ich schreiben.“.
Nun sitze ich am Compi und denke verzweifelt nach, was es alles war.
Das Hirn habe ich mir schon in den letzten 2 Stunden gemartert, nur …..

Ich habe schon überlegt, ob ich dieses Problem bei der Visite erzählen soll, nur dann fiel mir ein, dass ich in einer neurologischen Klinik bin. Wahrscheinlich käme ich dann auf eine Station mit einem anderen Behandlungsschwerpunkt. Dann müsste ich mit den Arzten diskutieren und ob dies dann zum Erfolg führt?

Ich gehe jetzt erst mal denken, zumindest werde ich es versuchen.

So jetzt habe ich alle Tricks ausgenutzt.
Ich fing an Zeitung zu lesen, dann sah ich, dass die Zeitung von letzter Woche war.
Ich wollte mein großes Bedürfnis ………leider kam nichts.
Ich wollte eine Runde um den Block gehen …….
Dann habe ich ganz frustriert dem Kellner gesagt, dass er die nächste Runde bringen soll.
Darauf hat der „Kellner“ geantwortet: „ Willst Du Wasser mit oder ohne Kohlensäure? Wann darf ich Dich ins Bett bringen? Hast Du heute abgeführt? Soll ich direkt Blutdruck messen?
Bitte denke heute an die Nachtruhe!!“.

In dem Moment durchzuckte es mich als wenn ich in eine dreiphasige 400V Steckdose gegriffen hätte. Sofort kam die Erinnerung zumindest zum teil wieder.


Wenn mir mehr einfällt werde ich dies in den nächsten Tagen schreiben.

Bei einem privaten Stadttraining gibt es viele Erlebnisse.
So sind die Leute meistens sehr freundlich. So zum Beispiel in Kaufhäusern gehen sie auf Seite, lassen eine vorbeifahren. Dies meistens sofort, sobald man wahrgenommen wird. Auch sind die Leute dann sehr freundlich, als Fußgänger ist mir dies nie passiert. Wenn ich da vorbei wollte, gab es oft nur ein nicht unbedingt freundliches Gesicht, dies trotz einer höflichen Frage.

Wenn ich mit dem Aufzug fahren wollte, sind andere entweder aus dem Aufzug ausgestiegen (!!) oder haben mich in der Schlange sofort an die erste Stelle gelassen. Dies passt zu der allgemeinen Freundlichkeit.

Als wir nach Hause wollten, habe ich an einem freiem Behindertenparkplatz gewartet bis meine Frau mit dem Auto kam. Während ich dort wartete, hat kein Auto den freien Parkplatz benutzt. Immerhin 6-8 Fahrer haben sich so verhalten. Dies hebte meine Stimmung nach der großen Freundlichkeit in den Kaufhäusern. Leider kam danach ein Wermutstropfen.

Gezählte 6 Straßenverkehrsteilnehmer, blockierten durch mehr oder minder intelligentes Parken die Zufahrt zu dem Parkplatz. Das Einschalten der Warnblinkanlage sollte dann wahrscheinlich das blaue Licht von Rettungsfahrzeugen simulieren.
Das Schuldgefühl ist dann wahrscheinlich geringer.
Die Krönung war ein kleiner, weißer Ford Ka. Die Fahrerin bekommt von mir die Goldmedaille in der Zeitwertung. Die Frau scheint dies aber auch schon aktiv professionell zu machen und scheint einen Sponsor zu haben. Der Name des Sponsors lautet Caritas-Oberberg.


Ich habe auch beschlossen nur noch in Bergisch Gladbach einzukaufen, wenn es unbedingt notwendig ist. Hiermit möchte ich den Stadtväter danken, die entschieden haben die Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster zu pflastern. Das liegt wahrscheinlich an dem Wort „Fußgängerzone“.

So genug für heute, morgen mehr.

B. Pasman

Freitag, 12. Dezember 2008

12.12.08 84.Tag




Hallo zusammen,

heute war ein Tag wie gestern.

Alles was an Therapien mit Belastung oder extremer Bewegung zu tun hat habe ich sein gelassen und mich stattdessen ins Bett gelegt, wie der Arzt sagt.

Nur pflegende wie Physiotherapie, Rotlicht und Fango habe ich gemacht.

Nur irgendwie schmerzen mir heute alle Knochen. Ob es daran liegt, dass ich mich zu wenig bewegt habe oder andere Gründe hat, kann ich nicht sagen. Aber auf jeden Fall die bekannten Stellen.

Zumindest ist heute ein Tag zum ausbuchen. Na ja der nächste Tag wird schon besser werden.


B. Pasman

Donnerstag, 11. Dezember 2008

11.12.08 83.Tag




Hallo zusammen,

es ist 14:23 und liege im Bett.

Mein Therapieplan sagt zwar etwas anderes aus, aber auf Anweisung der Ärzte soll ich möglichst viel Zeit mein Gesäß entlasten.

Ich habe einen Dekubitus mit dem nicht zu spaßen ist. Dies kann unter Umständen sehr gefährlich werden.

Also schone ich mein Gesäß und tippe etwas mehr oder weniger intelligentes in den Laptop.

Bei der Gelegenheit kann ich direkt ein paar Telefonate führen.

Heute war Visite mit dem Oberarzt und da habe ich gefragt ab wann ich denn ca. wieder arbeiten gehen könnte.

Der Arzt meinte im Durchschnitt würde dies bei Fällen wie meinen ca. 1 Jahr dauern. Darauf habe ich geantwortet, dass ich trotz meiner Behinderung, meine geistige habe ich nicht erwähnt, meinen Job problemlos erledigen könnte. Da reduzierte er auf ca. 6 Monate. Normalerweise wären Fälle wie ich 4-5 Monate in der Klinik.

Ich gehe davon aus, dass ich irgendwann in der zweiten Hälfte des 1. Quartals anfangen werde zu arbeiten. Hey Leute das ist keine Drohung……

Als erstes gilt es aber den Dekubitus zu pflegen, damit er wieder in die ewigen Jagdgründe verschwindet. Der Wundmanager meint das wird aber wieder.

Genau jetzt wo ich Bett liege macht draußen ein Bagger seine Arbeit, dies natürlich mit einer Geräuschkulisse die nicht unbedingt sehr harmonisch ist.

Jetzt haben wir 21:00 Uhr und die Therapien vom Nachmittag habe ich nicht gemacht, zum einem weil ich sie nicht gemacht habe wegen den 4 Buchstaben und weil der Therapeut krank ist. Es ist der gleiche Therapeut wo ich heute den Termin verschwitzt habe. Als ich die ganzen Termine in den BlackBerry eingetragen habe, muss ich ein paar vergessen haben. Zumindest in dem Fall war es eine hellseherische Fähigkeit oder geniale Vorahnung. Das mit der Vorahnung gefällt mir persönlich besser.

Ich werde mal sehen welche Therapien ich dann Morgen machen werde und welche nicht.
Auf jeden Fall werde ich mich schonen.

Was gibt es sonst noch. Eigentlich nicht.

B. Pasman

Mittwoch, 10. Dezember 2008

10.12.08 82.Tag



Hallo zusammen,

jetzt könnte ich wie an anderen Tagen etwas über den Tagesablauf schreiben.
Welche Therapien mit welchen Besonderheiten usw..
Aber so viele Neuigkeiten gibt es da nicht. Nur mein Ergotherapeut meinte bis auf besondere Transfers wie Couch zu Rolli oder Rolli zu Duschstuhl und umgekehrt, könnte ich eigentlich alles. Er meinte ich sollte mehr Richtung Krafttraining gehen.
Auch der Physiotherapeut meinte ich sollte mehr Richtung Krafttraining gehen. Die anderen Sachen könnte ich.
Krafttraining habe ich nur am Anfang gemacht, da meinte der Rollstuhltrainer dies sei nicht notwendig, da bei Rollstuhlsport genug Kraft trainiert würde.
Also werde ich in der nächsten Woche vermutlich mehr gezieltes Krafttraining machen.

Ein großes Problem ist Newton. Ich kann nicht zählen wie oft am Tag etwas herunterfällt.
Dies hat verschiedene Ursachen- So zum Beispiel beim Transport mit dem Rolli, wenn man was in den Müll schmeißen will, was vom Tisch nehmen will, etwas aus einer Tasche nimmt, oder, oder, oder……..

Wenn ich in der Vergangenheit mich zweimal am Tag nach etwas gebückt habe, ist es heute ein extremes Vielfaches von dem.

Dies wird dann meistens durch ein seitliches herausbeugen aus dem Rolli oder mit der Greifzange aufgehoben oder auch nicht.

Dies ist eine Sache die nervt hier und da. Hier fällt alles auf gefliesten Boden, meinetwegen mal unters Bett. Nur später wird dies nicht immer so sein. Also müssen wir lernen, dass dies nicht mehr so oft passiert.

Weihnachten naht mit Riesenschritten und ich habe noch kein Weihnachtsgeschenk. Dies ist schon so wie jedes Jahr, aber in der Vergangenheit hatte ich die Chance mal eben nach der Arbeit durch die Stadt zu laufen und ein mehr oder weniger sinnvolles SOS Geschenk zu kaufen. Wann soll ich dies dieses Jahr machen? Hier in der Reha habe ich keine Zeit und keine Chance. Zumindest habe ich eine gute Ausrede.

So für heute ist es genug.
Übrigens, die Fotos der letzten Tage waren alle unterschiedlich.




B. Pasman

Dienstag, 9. Dezember 2008

09.12.08 81.Tag




Hallo zusammen,

ich soll bedingt durch eine Verletzung an den 4 Buchstaben, tagsüber mich immer wieder ins Bett legen.
Heute Mittag fragte der Arzt warum ich nicht mal ins Bett gehen würde, wie soll ich bei komplett durchgebuchten Vormittag, teilweise ohne Pause und wenn dann 15 min maximal.

Also folgte ich der Anweisung und am Nachmittag hatte ich 1 h Pause. Demnach ab ins Bett, den Laptop auf den Schoß und etwas surfen und schreiben. Das entlastet das Gesäß und die Wunde. Da muss dann ein kleines Männchen vorbeigekommen sein mit etwas Sand und streute diesen in die Äuglein vom lieben Bernd.

Dadurch hat der liebe Junge dann zwei Anwendungen verschlafen. Das kommt davon wenn man den Anweisungen des Arztes folgt und jede Nacht einmal wach werden muss.

Das Ernste an der Sache ist, dass so eine Wunde verdammt viel Ärger machen kann, wenn die Haut weg ist kann das Muskelgewebe angegriffen werden und der Knochen ist verdammt nah.
Das ganze nennt man dann Dekubitus. Auch bekannt bei Personen die lange im Bett liegen und sich wund liegen.

Aber so weit sind wir noch nicht, auch wenn die Wunde nicht gut aussieht. Da werde ich mehrere Wochen was von haben.

Weil ich dann am Nachmittag so schön geschlafen hatte, habe ich bei Fango leider nicht so gut schlafen können, aber was soll es, Hauptsache das Fango tut gut.

Die anderen Anwendungen waren wie gehabt. Heute bin ich nicht aus dem Rolli gefallen. Auf jeden Fall werde ich Morgen noch mal Bürgersteige und auf und ab probieren. Dies allein um mehr Sicherheit zu bekommen. Die Dinger flössen mir immer noch einen Heidenrespekt ein. Insbesondere wenn ich alleine bin. Dann aus dem Rolli zu fallen macht keinen Spaß. Wenn man dann fällt liegt man im Allgemeinen auf der Straße.

Ich habe auch schon überlegt einen nicht angemeldeten Nebenerwerb anzunehmen. In dem Fall wäre es eine „ich AG“. Ganz einfach eine von meinen alten Jeans anzuziehen, davon habe ich genug. Eine alte Jacke wir sich auch finden. Damit dann durch die Fußgängerzone fahren, oder am besten stehen bleiben. Dann stelle ich mich schlafen. Die zwischen meinen Beinen stehende Spardose soll dann ihren Zweck erfüllen.

Dies ist natürlich nicht ernst gemeint!!


Was gibt sonst noch zu schreiben?

Die Unruhe in der Firma ist natürlich auch für mich nicht sehr beruhigend. Auf der anderen Seite müssen jetzt alle sehen, dass es wieder aufwärts geht. Da sind Entscheidungen gefällt worden, die ich nicht richtig finde. Insbesondere zum Teil bei der Personalauswahl. Auf der anderen Seite müssen die verbleibenden gemeinsam sehen und dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht. Meiner Meinung nach sind „wir“ die Firma und nicht nur „die da oben“.
Wir haben es alle in der Hand, dass es wieder aufwärts geht. Ich glaube auch, dass „wir“ es schaffen werden. Mit der richtigen Zusammenarbeit werden wir das Ziel erreichen.

So genug für heute, jetzt mache ich Bubu, mir fallen schon die Augen zu.


B. Pasman

Montag, 8. Dezember 2008

08.12.08 80.Tag















Hallo zusammen,


80 Tage

In 80 Tagen um die Welt von Jules Verne fällt mir dazu ein.
In 80 Tagen in eine andere Welt, passt nicht.
In 80 Tagen anders in die Welt, ja das passt.

Hier könnte ich ja mal heute schreiben was sind die Hauptunterschiede im alltäglichen Leben.

Es gibt Momente wo mich die Behinderung nicht stört, ich dies auch nicht wahrnehme.
Auf der anderen Seite gibt es Momente wo ich damit sehr zu kämpfen habe.
Damit ist nicht nur gemeint die Sachen die ich nicht mehr kann, sondern auch die kleinen alltäglichen, die man jeden Tag macht.

Ich glaube dies ist ein längeres Thema, hoffentlich finde ich heute die Zeit dazu ausführlich und umfassend genug zu schreiben.

Als erstes kann ich bei dem Lied Arsch hu un Zäng usseinander nur das zweite. Für das erste benötige ich beide Arme. Dies bedeutet, dass dann bei gewissen Erfordernissen eine Hand fehlt. Ich glaube jeder kann sich selber ausmalen was damit gemeint ist.

Wenn einer sagt, der kriegt ja den A…. nicht hoch, stimmt es sogar……. Bitte grinsen ;-)

Dies fängt aber auch schon bei einfachen Sachen an wie Hose anziehen. Dies geht zum Schluss nur im liegen mit dreimal von links nach rechts drehen. Dann gilt es zu hoffen, dass die Hose gerade ist.

Das ich das Gesäß nicht heben kann ist eins der Hauptprobleme, daraus folgen viele Folgeprobleme, die ich nicht alle aufzählen kann.

Frei sitzen ohne Halt ist auch nur im beschränkten Umfang möglich. Wenn ich einen gewissen Bereich verlasse kippe ich um. Dann muss ich mich irgendwo festhalten, wenn nicht bums liege ich da. Im freien sitzen muss balanciert werden, so z.B. rechter Arm nach vorne, kompensieren mit dem Körper und linkem Arm. Dies wird auch permanent geübt.

Dann sind da natürlich auch die Beine. Die schlackern da unten unmotiviert herum. Wenn ich die Beine im Bett ausstrecken will, muss ich sie einfach wegwerfen oder mühevoll im sitzen ausstrecken. Auch wenn sie aus dem Fußbrett des Rollis fallen, merke ich es erst mal nicht, dann werden sie wieder positioniert. Dies geschieht zum Beispiel wenn der Untergrund nicht eben ist, irgendwann hüpfen sie heraus.

Auf der anderen Seite werden die Beine bei einem Transfer, das ist zum Beispiel aus dem Rollstuhl ins Bett, dazu benutzt Höhe zu gewinnen. Das ist wie bei den Enten. Zuerst werden die Beine vor dem Körper angewinkelt positioniert. Danach stemmt man sich nach vorn und hoch. Nach dem Motto Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höhe, kommt das Gesäß durch die Hebelwirkung höher als bei einem senkrechten anheben. Die Arme sind dann weg vom Gesäß und das selbige dann wie Stippefötche geht weiter hoch. Dies kann jeder ja mal ausprobieren.

Ein anderes Problem sind Sachen die auf die Erde fallen. Rein nach Murphy fallen die immer da hin wo man schlecht dran kommt. Dies passiert ja auch normalerweise, nur der Einzugsbereich ist bedeutend kleiner und es fallen bedeutend mehr Sachen auf die Erde.

Das Thema Inkontinenz spare ich mal aus.

Hindernisse auf der Strasse oder Bodengegebenheiten sind natürlich auch bedeutender. Ein zu hoher Bordstein zum Beispiel ist unüberwindbar, zumindest noch für mich.

Hohe Regale und Schränke muss ich nicht weiter ausführen.

Ein in normaler Höhe montierter Herd lässt mich meine 3 Sterne verlieren, weil ich nicht in den Topf schauen kann.

Eine nicht weit genug zu öffnende Fahrertür am neuen A4 wird mich zum nicht Audi Fahrer machen.

Wenn der Rolli mit seinen Rädern nicht weit genug unter einen Tisch fahren kann, schlabbere ich beim Essen meine Hose voll. Dies ist nicht so selten. Tische mit nur einem zentralen Bein in der Mitte sind da oft ein Problem.

Steigungen sind ein großes Problem. In meiner Firma würde der Weg im Rolli aus dem Bürogebäude nach oben in die Montagehalle, wenn im Slalom machbar ca. 45 min dauern. Dies ist nur geschätzt. Auch müsste ich wahrscheinlich duschen. Dazu währen dann die entsprechenden Hilfsmittel wieder erforderlich, wie Duschstuhl.

Die ca. 700 m von meinem Haus zu Aldi, waren schon sehr anstrengend. Danach war ich auch ziemlich geschafft. Die Steigungen waren aber bedeutend geringer.

Nicht zu unrecht sagt die Norm für Rampen eine Steigung von 6% aus. Das ist sehr wenig.

Heute hatte ich Stadttraining. Der Zugang oder besser die Zufahrt in den Bus, wohlgemerkt es war ein behindertengerechter Bus, war für mich schon alleine unmöglich. Hier in der Klinik sind viele die bedeutend weniger Fit sind als ich. Für mich ist es eine Frechheit dies Rollstuhlgerecht zu nennen.

Danach habe ich gelernt wie man Rolltreppen mit dem Rolli fährt, hoch und runter. Im Prinzip ganz einfach.
Wenn man runter will, rückwärts drauf und an dem Handlauf festhalten und auf eine Stufe ziehen die sich dann bildet. Später wenn man runter muss, kurz das Gewicht nach vorne verlagern und abstoßen.
Wenn man hoch will, vorwärts drauf und wieder in die Stufe ziehen, wenn die Treppe aufhört, Gewicht etwas nach hinten verlagern, damit die vorderen Räder entlastet sind und mit kurzem Ruck über den Absatz ziehen.

Das Thema Bordsteine habe ich heute wieder erlebt. Ein aus Asphalt gegossener provisorischer Belag ohne Bordstein, hat dafür gesorgt, dass ich auf der Strasse lag. Sofort stürmten ca. 6 Personen auf mich zu. Ich kam mir vor wie ein beim Karnevalszug geworfenes Stofftier im Riesenformat. Jeder zerrte an irgendwas. Zum Glück kam der Therapeut und koordinierte dann die hilfsbereiten Karnevalsjecken. Sonst gäbe es vielleicht jetzt 3-4 von mir, nur keiner vollständig.

Ich schweife jetzt etwas ab, aber dies sind die besten Beispiele aus dem Alltag.

Das Thema kann ich heute nicht abschließend behandeln. Also werde ich immer wieder Beispiele nennen.

Trotz alledem geht es mir zur Zeit eigentlich gut. Es ist vielleicht verwunderlich aber mental geht’s mir besser als halt körperlich. Was man ganz klar sagen muß, dies ist wichtiger als das körperliche.

Noch eine Nachricht, es gibt nun eine Kostenübernahme der Krankenkasse bis 6.1.09.. Also werde ich ein paar Weihnachtlieder in der Godeshöhe singen, nur dann werden die mich sicher rausschmeißen.




B. Pasman

Sonntag, 7. Dezember 2008

07.12.08 79.Tag




Hallo zusammen,

Nikolaus und Knecht Ruprecht sind für ein Jahr wieder nach Hause.
Ich glaube insbesondere Knecht Ruprecht würde gewissen Kindern hier und da mal ganz gut tun, OK die Rute soll er bei Kindern nur zeigen.
Wobei für mich Kinder im weiteren Sinne durchaus auch Menschen sein können, die kurz vor der gesetzlichen Altersgrenze stehen zur Verrentung. Dies möchte ich jetzt nicht weiter ausführen. Die Einschränkung mit de Rute mit der Rute würde ich in dem Fall durchaus noch mal überlegen.

Heute waren wir bei der jährlichen Weihnachtsfeier bei meinem Audi Händler. Ein extrem gut schmeckender Weihnachtsstollen. Lieber verschweige die Anzahl der Stücke die ich gegessen habe. Anders geschrieben ist es einen Sache die ……
Dort gab es viele Stände mit Weihnachtsartikeln, Schmuck und ein Unterhaltungsprogramm.
Ich erinnere mich, dass immer wenn wir in den vergangenen Jahren da waren, meine Beschwerden relativ stark waren. Das lag mit an der Jahreszeit. Dieses Jahr keine. Hey das ist gut..

Irgendwann schreibe ich mal Gegebenheiten, wann es mir so richtig dreckig ging. Dies war auch mal bei so einer Veranstaltung. Es gibt dann Personen, die sich dann vielleicht an diesen Moment erinnern, wahrscheinlich aber nichts mitbekommen haben.

Leider wird der Audi Händler nicht mein Audi Händler bleiben, da der neue A4 nicht für mich geeignet ist. Schaaaaaaaaaade.

Was ich hier wieder festgestellt habe ist folgendes. Die Menschen sind im Allgemeinen sehr freundlich und zuvorkommend, wenn man im Rolli sitzt. Sie gehen auf Seite, wenn nötig, und lächeln freundlich. Als Fußgänger passiert dies selten.
Das andere, wenn es was umsonst gibt, ist der Altersschnitt der Besucher sehr hoch.

So gesehen war es ein gutes Wochenende.

Eine temporäre Lösung für zu Hause ist gefunden und es gab sehr leckeren Weihnachtsstollen. Man muss auch mit kleinen Sachen zufrieden sein.

Ein Wermutstropfen gab es schon.
Ich habe erfahren ab wann Spontanurin kommen kann. Dies Verursacht durch Vergesslichkeit und Dummheit. Na so lernt man seine Grenzen kennen.


B. Pasman

06.12.08 78.Tag




Hallo zusammen,

heute habe ich das erste Mal zu Hause geschlafen.

Ich habe mich provisorisch im Wohnzimmer eingerichtet. Ist schon ein Glück wenn das Wohnzimmer groß genug ist. Es gibt eine räumliche Trennung zum anderen Wohnzimmerbereich, Für eine gewisse Zeit wird es so gehen.

Im Gäste WC gibt es einen neuen, kleinen WC-Schrank mit Spiegel in Augenhöhe, mit allen Utensilien für das kleine Geschäft, Auch alle erforderlichen Körperpflegeartikel passen hinein, das ist schon fast Kultur.

Auch kriege ich wenn der Audi in Garage geparkt ist, die Fahrertür komplett auf. Also kann ich ein- und aussteigen. Das klingt auch positiv.

Die Gegebenheiten sind gar nicht so schlecht. Es fehlen nur gute Lösungen für Küche, Treppen und Bad. Zumindest in der Küche komme ich an die Stelle wo man Bierflaschen kalt stellt. Damit ist eine Notversorgung gesichert. Auch an die Jura Kaffeemaschine komme ich ohne Probleme. Der Rest ist sekundär.
Die Spülmaschine kann ich nicht leer räumen, so ein Pech.

Natürlich nervt es manchmal nicht dahin kommen zu können, wo man eigentlich hin will. Aber daran muss man sich gewöhnen.

Das restliche mit den zum Teil gelieferten Hilfsmitteln funktioniert auch. Damit sind die wichtigsten Vorraussetzungen um wieder zu Hause zu wohnen gegeben. Na klar die Gegebenheiten sind nicht optimal aber es ist möglich.



B. Pasman

Freitag, 5. Dezember 2008

05.12.08 77.Tag




Hallo zusammen,

heute war für mich ein recht ruhiger Tag.

Da ich am Morgen noch etwas Fieber hatte bin ich bis Mittag im Bett geblieben und habe mich vom geistlosen Fernsehen berieseln lassen. Da fragt man sich, wer schaut sich das an. Da dieses Fernsehen durch Werbung finanziert ist, stellt man sich die Frage, ob die Leute die sich das ansehen geschäftsfähig sind.

Zum Glück kam dann eine Schwester und fragte ob ich im Bett oder in der Kantine essen will.
Ich sagte sofort in der Kantine. Das Fernsehen war nur zum weglaufen oder rollen.

Am Anfang taten mir die Knochen recht weh und ich etwas schlapp, aber nach einiger Zeit ging es einigermaßen.

Tagsüber habe ich dann die Zeit genutzt einige Artikel in Behindertenzeitungen zu lesen. Insbesondere zum Thema Recht ist dies hier und da ganz wertvoll.

Nebenbei habe ich schön Musik gehört, wenn ich in der richtigen Stimmung bin entspannt mich dies ungemein.

Also ein Tag der Rekonvaleszenz und Entspannung.

Was gibt es sonst noch?

Der Sprung aus der behüteten Käseglocke in die freie Wildbahn kommt näher. Bis dahin gilt es noch soviel wie möglich zu lernen. Laut den Therapeuten ist es nicht mehr soviel.

Für den heutigen Tag fällt mir nicht mehr viel ein.

Ein kurzer Blog ist auch ein Blog. Oder ??

B. Pasman

03.12.08 -04.12.08 75-76.Tag




Hallo zusammen,

heute liege ich auch im Bett und schreibe was mir so einfällt.

Nur ist es heute ca. 14:00 Uhr und ich kriege Abführmittel, weil ich Morgen eine Untersuchung haben werde, die man sich vorstellen kann. Es sollte nur eine kleine sein, aber da dachte ich, wenn schon denn schon, das kann ja nicht schaden.

Wie lange ich noch in der Reha bleibe weis ich noch nicht. Zusage der Krankenkasse ist bis 06.12.08. Auf der anderen Seite muss ich irgendwann den Sprung ins kalte Wasser wagen.

Wenn ich mich in der Reha so umschaue, gibt es nur wenige Personen die ich von Anfang an kenne, ich glaube die kann ich an einer oder auch zwei abzählen. Die schwersten Pflegefälle ausgenommen.

Mein Ergotherapeut meinte eben, dass ich im Prinzip alles kann was benötigt wird.

Am Montag werden wir ein Stadttraining durchführen. Was das genau bedeutet werde ich sehen.


Das ist was ich am Mittwoch angefangenen habe zu schreiben. Danach bin ich irgendwann eingeschlafen.

Heute ist Freitag 9:35 und ich liege im Bett. Gestern hatte ich über 40 Fieber und heute mache ich einen auf ruhig. Ich wollte zwar heute Morgen aufstehen, aber die Schwestern haben mir einfach den Rolli nicht an das Bett gestellt. Also die A…… Karte.

In der Nacht war ich zeitweise komplett auf Wolke 87 allein durch das hohe Fieber. Jetzt tun mir insbesondere die Knochen weh, die laut Neurologen mir nicht wehtun dürften.

Bis Mittag werde ich dann im Bett bleiben und dann mal etwas rumfahren. Ich kriege Antibiotika wegen einem Harnröhreninfekt, dies ist wohl eine Standardkrankheit bei gewissen Behinderungen. Zum einem die Hygiene bei den kleinen Geschäften, zum anderen mangelndes Gefühl für Kälte.

Momentan tun mir die Knochen weh, wo es laut Neurologen nicht wehtun sollte ?!?!?
Dies kommt vom langen liegen und mangelnder Bewegiung.
Mal sehen wie es nachher aussieht. Ich werde dann mehr schreiben.


B. Pasman

Dienstag, 2. Dezember 2008

02.12.08 74.Tag




Hallo zusammen,

es ist mal wieder 22:39 und ich sitze am Notebook und überlege was ich schreiben soll.
Heute gab es eine Betriebsversammlung der Therapeuten, von daher gab es zwischen 14:00 und 16:00 keine Anwendungen. Ich hatte nur dann um 17:15 Rekreation, dies kann ein Hydrojet Bett sein oder Fango, kein Tango, damit habe ich Moment etwas Schwierigkeiten bei der Koordination der Beine.

Auf der anderen Seite bin ich unten an den Beinen zurzeit sehr beweglich, für einen Tango ist das bestimmt hilfreich, zumindest tut mir da nichts weh bei den Verrenkungen.

Nach dem gestrigen Umbau des Rollis habe ich eine bedeutend bessere Krafteinleitung am Rolli. Dies habe ich gesehen, als ich heute Nachmittag wieder hoch zur Russischen Botschaft gefahren bin. Es war fast ein Vergnügen.

Die Hilfsmittel sind bisher ohne Probleme von der Krankenkasse genehmigt und Carmen fährt mit dem Bade-Duschstuhl eine Rallye durch das Wohnzimmer bis zur Küche. Zumindest sind diese Sachen da wenn ich nach Hause komme.

Der Versuch heute das ich mich alleine mit dem Rollstuhl wieder aufrichte ist gescheitert. Etwas was ich mal konnte ging nicht mehr. Dies muss dann eben weiter oder wieder geübt werden.

Auf der anderen Seite funktionieren die Transfers aus dem Rolli oder wieder in den Rolli relativ gut. Mein Rekord ist der Transfer aus einem 20 cm tieferem Sofa zurück in den Rolli.

Was ich als nächstes Ziel sehe, ist es möglichst schnell wieder zu arbeiten. Mal sehen wie da die Abläufe sind.

Am Tag gibt es immer wieder Gegebenheiten wo ich denke, hey das ist was um es später zu beschreiben oder zu kommentieren. Nur am Abend fallen mir dann die Augen zu und ich denke verzweifelt nach, was ich schreiben kann. So wie jetzt.

Also mache ich Schluss 23:35.



B. Pasman

Montag, 1. Dezember 2008

01.12.08 73.Tag




Hallo zusammen,

heute wurden die ersten Türchen der Adventskalender aufgemacht.
In der Klinik habe ich keinen, also konnte ich kein Türchen aufmachen.

Am Samstag waren wir bei Real, ich hatte das Bedürfnis einfach mal durch ein Geschäft zu laufen, äh fahren. Daran erkennt man, dass in der normalen Sprache alles auf gehende Personen bezogen ist. Mir wurde schon einige male gesagt, „gehst Du mal eben“ oder andere Redewendungen. Oft ist es den Leuten dann peinlich, ich lache innerlich darüber.

Zurück zu Real, da unten alle Parkplätze belegt waren, fuhren wir hoch auf das Parkdeck.
Von oben nach unten führt ein Laufband. Ich dachte, dass dies kein Problem wäre. Also langsam drauf und direkt festhalten und Bremsen rein. Pustekuchen der Rolli fing an zu rutschen und der südländische Mitbürger kam immer näher. Er bemerkte es nicht. Ich griff den schwarzen Handlauf und der Rolli fuhr oder rutschte gegen die linke Begrenzung dadurch stoppte der Rolli abrupt. Der Abstand zum Vordermann war ca. 50 cm. Noch mal Glück gehabt.

Später lies ich mich unten abholen, ohne wieder hochzufahren. Das war bestimmt eine weise Entscheidung.

Heute war in der Klinik der Tag durch Ausfall von Therapien geprägt. Zuerst fiel eine aus, weil die Visite wie immer zu spät war. Dann fielen zwei aus weil der Therapeut krank ist.
Also war dies in der Richtung ein ruhiger Tag.

Dann habe ich heute noch meinen Rolli etwas anders eingestellt. Zum Glück hat keiner gesehen wie ich das gemacht habe. Vom Rolli ins Bett und dann wie KFZ Mechaniker, halb im liegen vom Bett aus am Rolli geschraubt. Ich denke ich muss Morgen noch mal ran.

Da ich wieder am wegschlafen bin, höre ich jetzt auf ……..

B. Pasman

Sonntag, 30. November 2008

30.11.08 72.Tag




Hallo zusammen,

heute war ich wie gestern zu Hause. Ich habe gestern nicht dort geschlafen, da es ein ziemlicher Aufwand ist bei mehreren Etagen dies zu bewerkstelligen. Mal sehen wie es nächste Woche aussieht.

Mit ein Grund war meine Tochter Carmen bei einem Korfballspiel anzufeuern. Leider hat der Beistand des Vaters nicht viel geholfen. Über das Ergebnis wollen wir den Mantel des Schweigens legen.

Auf jeden Fall hat Carmen den Rollstuhl alleine zerlegt und auch im Kofferraum verstaut. Dies meiner Meinung nach bedeutend schneller und geschickter als die Mutter. Das Kind kommt doch hier und da nach ihrem Papa und das ist auch gut so ;-) .

Ein Problem habe ich mit meinen Fingern, die Hornhaut an den Fingerseiten platzt auf und ich habe tiefe Risse in den Fingern, der Fingerprintsensor am Notebook macht sehr oft ein rotes Kreuz und will damit sagen Du bist nicht Du. Trotz allem eincremen mit guten Salben wird es kaum besser. Na ja das sind halt die Probleme eines Aktiv Rollstuhlfahrers. Diese Nacht werde ich mir die schlimmsten Finger fett eincremen und mit Mull und Tape einbandagieren. Mal sehen wie die dann Morgen aussehen.

Aber das sind natürlich Miniprobleme, die tun nur heftig weh.
Heute hatte ich wieder fast den ganzen Tag diesen nervösen Reiz vom Rücken ausgehend. Wenn ich nur wüsste was dagegen hilft.

Irgendwie fallen mir wieder die Augen zu, obwohl ich noch nichts geschrieben habe. Das geschieht ganz plötzlich keine Ahnung was dies auslöst. Vermutlich sind es die kurzen Pausen wenn man überlegt was sonst noch nennenswert ist.

Gerade eben kam wieder so ein Anflug, ich hoffe ich halte durch.

Um Munter zu bleiben, habe ich eben noch 2 E-Mails geschrieben.

Es fällt auch schwer Themen zu finden, die interrasant sind für alle Seiten.

Die Augen werden wieder schwer, ich mache Schluß.

Bis Morgen.

B. Pasman

Samstag, 29. November 2008

29.11.08 71.Tag




Hallo zusammen,

zuerst mal muss ich sagen, dass mir gestern wieder die Augen zugefallen sind.
Der Grund war der, das mein Zimmerkollege Besuch hatte und ich eigentlich darauf gewartet habe, dass er geht, damit einem Bedürfnis nachgehen kann. Dies ist ein Vorteil wenn man dies in gewisser Weise machen kann/muss.

Dabei sind mir die Augen zugefallen und erst der nächste Wecker gegen Mitternacht hat mich wieder geweckt. Also gab es keinen Blog.

Dann schreibe ich halt heute wieder.

Heute war ich bei Audi und bei VW. Da ich ja ein neues oder anderes Auto brauche, der Audi hat halt Schaltgetriebe, habe ich mir den A4 und bei VW in erster Linie den Passat angeschaut.

Mein Herz schlägt für den A4, der neue A4 sieht als Avant wirklich klasse aus. Bei dem Versuch den Rolli passend vor die Fahrertür zu stellen, musste ich feststellen, dass die Tür weit genug aufgeht, auch wird der Platz um den Rolli alleine reinzuladen wohl zu gering sein. Der Rolli wird auch nicht ohne Demontage in Kofferraum passen, dies tut er bei meinem auch nicht, aber hier kommt dann doch die Vernunft von einem Ingenieur durch, schade.

Von dem Passat weis ich, dass jemand mit dem ich gestern gesprochen habe genau dies geht. Er hat auch den identischen Rollstuhl. Demnach wird es auf eher auf einen Passat rauslaufen.

Nun fangen die nächsten Probleme oder Aufgabenstellungen.

1. Mein Führerschein ist nicht mehr gültig. Ich muss eine Fahrerprobung machen. Dazu werde ich ein paar Fahrstunden machen müssen, danach so was wie eine Fahrprüfung. Dies weil ich körperlich halt andere Vorraussetzungen habe.

2. Umbauten am PKW werden im Allgemeinen von der Rentenversicherung finanziert. Dies ist ja prima. Dies aber nur wenn jemand wieder arbeitet kann man den Antrag stellen. Hier beist sich Katze etwas in Schwanz. Wie soll jemand wieder arbeiten, wenn er nicht mit dem PKW zur Arbeit fährt. Wer mit dem ÖPNV fährt, braucht keinen Umbau. So ganz verstehe ich das nicht.

Dies zeigt mal wieder wie trickig unsere Gesetze sind. Ich brauche ein Auto, kriege die Förderung aber nur dann ich sie beantrage wenn ich arbeite.

Da wird es noch mehr solcher merkwürdigen Sachen geben.

Seit gestern bin ich Mitglied im FGQ der Fördergemeinschaft der Querschnittsgelähmten. Da gibt es viele nützliche Informationen. Gerade bei solchen Sachen.

In der nächsten werde ich auch einen Termin bei der Sozialberatung haben, wo solche Themen behandelt werden.

Also das nächste ist die Bürokratie, da kann man nur mit Mc’Donalds antworten, „ich liebe es“.

Zumindest hat die Krankenkasse bisher alle Hilfsmittel genehmigt, ohne jeden Kommentar.

Ich fange wieder an einzuschlafen. Also poste ich besser was ich habe und ab in die Heia.

Bis Morgen.


B. Pasman

PS: Allen Leuten, denen ich bisher keine Antwort auf E-Mail gegeben habe , sorry!!

Donnerstag, 27. November 2008

27.11.08 69.Tag





Hallo zusammen,

der heutige Tag war etwas durcheinander, am Morgen um 5:45 überlegte ich, ob ich überhaupt aufstehen sollte. Ich war immer noch kaputt von gestern.

Aber ein Mann ist ein Mann, also auf mit den müden Knochen.

Den Frühsport zur Russischen Botschaft habe ich dann ausfallen lassen, zum einem um mich nicht zu überanstrengen, zum anderen war das Wetter nicht danach, mal sehen wie es Morgen früh aussieht.

Der erste Termin war auch schon um 8:00, der nannte sich urologisches Konsil.
Die Schwester kam zu spät und sagte „Man hatte ich heute Morgen für einen Verkehr“, ich habe da nichts zu gesagt.

Da wurde dann meine Blase mit 600 ml gefüllt und die wollten wissen ab wann ich was spüre, wenn die wüssten was manchmal beim katherisieren rauskommt. Ein aus einem arabischen Land stammender Arzt hat dann die Untersuchung durchgeführt. Der Termin war für eine Stunde angesagt, gedauert hat 1,5 h plus 15min von der Schwester, also war mein nächster Termin bei der Sozialberatung geplatzt.

Dadurch hatte ich dann das Glück, das just in time die Visite mit dem Oberarzt vor meinem Zimmer war. Dadurch fiel zwar ein anderer Termin aus, aber wenn man schon so einen Tag hat wo die Termine platzen.

Ich wollte mit dem Oberarzt besprechen was das Ergebnis der MRT’s der letzten Woche ist. Er meinte dann, das man dies während der Visite nicht besprechen sollte und das er mich während der Mittagszeit in der Kantine ansprechen würde.
Dann habe ich vor der Kantine gewartet und den nächsten Termin einer Anwendung verpasst. Aber mittlerweile haben wir ja Übung darin. Das war auch nichts wichtiges.
Als der Oberarzt dann vom Essen kam, hat er mich zwar gesehen, aber nicht wahrgenommen ???????

Die drei Termine der Anwendungen habe ich dann gehalten, da wurde ich mir schon untreu oder treu, egal.

Bei dem dritten Termin hatte der Oberarzt dann aber nach mir gefragt und zum Ende der Behandlung erschien er auch.

Danach haben wir uns die MRT’s angeschaut.

Die Aussage der Ärzte, ein Neurochirurg aus dem Haus, der Radiologe under Neurologe sind der Meinung, dass Ursache für die Lähmung, Vernarbungen im Rückenmark sind, die durch Komplikationen während der OP entstanden sind.

Dies kann sein:
1. Durch das Lösen des Vorfalls von der Rückenmarkshaut, weil der Vorfall mit der „Dura“ verklebt war.
2. Durch den Lufteintritt.
3. Durch zu starke Kompression.


Die Aussage ist nun, dass sich der Zustand der Querschnittslähmung mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit nicht ändern wird. Alles andere wäre sehr unwahrscheinlich (Wunder).

Der Oberarzt hat Kontakt zu einem Oberarzt in der Neurochirurgie in Köln aufgenommen, damit ich mir bei ihm eine andere Meinung einholen kann.
Auf jeden Fall werde ich diesen Termin dann wahrnehmen tun.

„Alea acta est“, sagt da der der alte Asterix Lateiner.

Positiv gesprochen habe ich damit eine Planungs- und Entscheidungsgrundlage.

Wenn ich nun im nächsten Jahr beim Köln Marathon starten sollte ist die Klasse auch schon klar.

Mal sehen wie man alles nach Santiago de Compostello kommen kann.



Also was steht nun an:

1. Die Situation akzeptieren
2. Die erforderlichen Entscheidungen zu fällen
3. Informieren was jetzt alles gemacht werden muss
4. Kopf hoch, das tue ich
5. Mein Umfeld, das meiner Meinung nach mit der Situation schlechter klar kommt als ich aufrichten
6. Das Beste draus machen

Kopf hoch!!!!!!!!!!



B. Pasman

26.11.08 68.Tag




Hallo zusammen,

hier erst mal was gestern angefangen habe zu schreiben…


der Tag fing ganz gut an. Zuerst wollte die Schwester, die mich weckte mit einer reduzierten Beleuchtung alleine lassen. Ihr war das Licht zu grell. Da habe ich nur gesagt, ich traue mich auch im Hellen anzuschauen.
Nach dem ich mich gewaschen hatte wollte ich eine Gesichtscreme auftragen, bei den Schwestern muss man ja was hergeben, oder? Dabei habe ich doch glatt eine Creme aufgetragen, die mir der Arzt für die Haarwurzelentzündung verschrieben hat. Ok, schaden kann die nicht.

Apropos Schwestern, seit Freitag habe ich mich nicht mehr rasiert, jetzt kommen die Schwestern und sagen ich soll mich wieder rasieren. Bisher hat noch keine gesagt, das wäre gut so. Was soll ich nur machen?

Nach dem Frühstück bin ich erst mal mit dem Rolli zur Russischen Botschaft hoch, es war anstrengend, aber es tut gut sich mal körperlich anzustrengen, Auf jeden Fall wird der Körper dabei gangbar gemacht.

Danach fing der Tag an richtig hart zu werden, bei jeder Anwendung war die körperliche Anstrengung extrem. Der PNF Physiotherapeut lies mich ackern, der Physiotherapeut Schüler die ganze Zeit mit den Armen nach oben stemmen und mit dem Ergotherapeut versuchte ich aus einem Sofa in den Rolli zu kommen. Der Höhenunterschied zwischen dem Sofa und Rolli betrug 20 cm, dies hat nicht geglückt. Danach gab es noch Rollisport.

Bei der anschließenden Rekration, in dem Fall Fango, klappte der Transfer nicht mehr.
Auch der Transfer am Abend ins Bett war nicht gut. Beide male wäre ich fast abgestürzt.

Im Bett bin ich dann irgendwann abgek….. , dieses Wort ist der Zensur zum Opfer gefallen.

So fiel der Blog dann aus.




Wer das Morgen nicht bedenkt, wird Kummer haben, bevor das Heute zu Ende geht.

Der Spruch ist von Konfuzius.

B. Pasman

26.11.08 68.Tag

Hallo zusammen

gestern kein Post da zu erschöpft mittendrin eingeschlafen.......

Heute hoffentlich mehr.
B.Pasman

Dienstag, 25. November 2008

25.11.08 67.Tag



Hallo zusammen,

ich habe gerade überlegt ob ich Musik höre wenn ich anfange zu schreiben. Ich habe entschieden ja und Bob Dylan ausgewählt und eine CD aus einem Konzert ausgewählt. Mal sehen ob die Musik mich wach hält und zu Kreativität anregt.

Heute war von der körperlichen Anstrengung ein harter Tag. Viel Physiotherapie, Rollstuhlsport und Ergotherapie. Also bin etwas platt.

Bei der Ergotherapie habe ich versucht einen Transfer aus dem Rolli in ein Sofa zu machen, das klappte wunderbar, da das Sofa ca 20 cm tiefer liegt. Nur der Weg zurück hat nicht geklappt. Also ist dann meine Minimobilität in dem Rolli nicht mehr gegeben.

Als ich zu Hause war, habe ich mit Absicht vermieden den Rolli, bis auf ins Bett gehen zu verlassen, dies aus Angst nicht mehr in den Rolli zu kommen.

Im Moment fallen mir mal wieder die Augen zu. Die Musik von Dylan geht in Richtung Folk, es gibt immer wieder gesitteten Beifall aus dem Publikum.

Irgendwie fällt es mir schwer heute zu schreiben.

Ok was habe ich heute noch erlebt. Die Weihnachtsbäume werden hier aufgestellt.. Ein kleines Kind wollte schon die Geschenke, die unter einem Baum lagen auspacken.
Übrigens, hier sind einige Mütter mit kleinen Kindern im Vorschulalter.

Die Therapeuten überlegen schon welche Übungen sie mit mir machen können. Die Standardsachen sind durch und abgehakt. Auch Sachen die Tätigkeiten des täglichen Lebens machen zu können kann ich mittlerweile mit den Hilfsmitteln ganz gut. Auch ADL genannt. Der Sprung in die freie Wildbahn rückt immer näher.

Dann gilt es viele Sachen zu erledigen.

Ich glaube diese Musik zu wählen war verkehrt, mir fallen immer wieder die Augen zu, ich werde mal was anders probieren. Jetzt höre ich Metallica.

Der normale immer wiederkehrende Ablauf in der Reha bietet nicht viel Neues an Geschichten oder nennenswerten Erlebnissen.

Wenn das Wetter mitspielt werde ich Morgen noch mal versuchen bis zur Russischen Botschaft zu fahren. Dann wird der kleine wieder ordentlich in Schweiß geraten. Das tut dann gut.

Jetzt bin fast schon eine Stunde am schreiben und kriege nichts Vernünftiges hin, ich denke das liegt am Alltag in der Reha. Man erkennt die interessanten Geschichten oder Kleinigkeiten nicht mehr. Alles ist Alltag und man ist abgestumpft.

Dazu kommt noch die Ungewissheit wie es weiter geht. Wenn ich aus der Reha raus bin, was geschieht dann ??? Da sind viele offene Fragen.

Ws ist mit den Hilfsmitteln, die verschrieben sind, aber irgendwo zwischen Krankenkasse und den Sanitätshäusern schwirren. Was ist mit den Umbauten am Haus, lohnt sich das oder besser eine andere Hütte?

Da sind viele offene Fragen, und the answer my friend is blowin in the wind.

Das ist vielleicht auch der Grund warum ich momentan recht nüchtern (ich meine nicht Alkohol) schreibe.

Mir gehen halt sehr viele Sachen durch den Kopf und damit ist die Unbefangenheit und Lockerheit nicht mehr gegeben. Die Zeit in der Reha scheint sich dem Ende zu neigen.

So zum Beispiel die Ärzte zu denen ich gehe, sind mit dem Rolli nicht zu erreichen. Wat nu?

Ein anderer Hausarzt around the corner hat auch 5 Stufen. Wollen die Ärzte sich damit die Art von Patienten vom Hals halten oder liegt es am Baustil der 70er Jahre. Ich denke mal eher das zweite. Nur soll ich jetzt die Ärzte wechseln?

Na ja dieser Blog war nicht sehr unterhaltend, aber es gibt bald bestimmt bessere.


B. Pasman

Montag, 24. November 2008

24.11.08 66.Tag




Hallo zusammen,

heute gab es eine Überschneidung von zwei Terminen.
Der eine war eine Fahrerprobung mit einem umgebauten B-Klasse Mercedes.
Der andere war die Visite.

Da die Visite im Allgemeinen nicht pünktlich ist, habe ich mich für die Fahrt in dem Auto entschieden. Das war auch die richtige Entscheidung. Zum einem habe ich während der Fahrt erfahren, dass ich meinen Führerschein ändern lassen muss, da dort meine Behinderung eingetragen werden muss und ich nur Autos fahren darf, die ein Handgas mir Bremse und ein Handknauf mit den Funktionen Blinker, Scheibenwischer und Licht hat. Außerdem muss ich eine Fahrerprobung mit Prüfer ablegen. Am besten vorher noch ein paar Fahrstunden.

Also es ist nicht so einfach.

Die Visite war dann eine Turbo Visite, da zum einen mein behandelnder Arzt nicht da war, außerdem gab es einen Notfall. Ein anderer Patient, der zeitgleich mit mir kam und mit mit dem viele Anwendungen gemeinsam hatte, wurde vom Notarzt abgeholt. Ich habe draussen gesehen, wie er ins Klino gefahren wurde. Sah nicht gut aus.

Die Anwendungen heute waren heute etwas anders.

Ich habe eine neue die nennt sich PNF, dies bedeutet, Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation. Wer genau wissen was das ist kann ja mal googeln. Eine interessante Sache habe ich schon gesehen. Durch bestimmte Bewegungen, ohne Stelle wo man sich festhält, den Körper im Bett zu drehen. Mal sehen ob es funktioniert.
Ich fasse mich heute kurz und suche noch ein schönes Foto.

Tja gestern Abend war ich wieder hundemüde. Darum habe ich auch nicht das
Datum geändert. Bei 66 Tageb fällt mir das Lied von Udo Jürgens ein,
mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.
Mit 66 Tagen fängt was an? Also bei mir nur ein neuer Tag.
Zumindest habe ich nichts anderes so eindeutig festgestellt.
Aber was nicht ist kann ja noch werden.




B. Pasman

Sonntag, 23. November 2008

23.11.08 65.Tag




Hallo zusammen,

beschränkt ist ein Wort das es zu umschreiben gibt.

Es ist nicht ganz einfach dies in der Form zu beschreiben wie es notwendig ist.

Ich war von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag zu Hause. Auf der einen Seite ist dies eine erfreuliche Sache. Auf der anderen Seite sieht man, wie beschränkt man in seinem Wirkungskreis dann ist.

Es gibt keine Möglichkeit mal eben einfach das zu machen, was man will. So zum Beispiel mal in den Keller oder in die 1. Etage oder aus dem Kühlschrank etwas zu nehmen.

In der momentanen Situation ist der Wirkungskreis begrenzt auf Küche, Wohnzimmer, Flur und dem kleinen Gäste WC, wo ich mit dem Rolli zwar reinpasse, aber nicht die Tür schließen kann. So kam zum Beispiel der Vertreter für Treppenlifter und ich stand mit dem Rolli halb in der Tür, während ich mit den Kathedern, halb in der Tür, des Gäste WC kämpfte. Aber man verliert schon eine Menge Schamgefühl. Das hätte ich selber nie gedacht.

So was wie Privatsphäre ist dann ein Fremdwort im eigenen Haus.

Ich kann zwar zurzeit wie ein Hamster Kurven drehen in der Route Küche, Wohnzimmer, Flur, Küche usw. aber sonst geht ohne kräftige fremder Hilfe im eigen Haus wieder nichts.

In der Küche erreiche ich 10 % der Sachen, die ich haben möchte, dies habe ich schon mal beschrieben, aber trotzdem hilft dies nicht meine Stimmung zu heben.

Die Entscheidung das Haus rolligerecht umzubauen ist schon eine schwerwiegende, schließlich ist es schon nicht so extrem billig. Auf der anderen Seite etwas passendes anderes Objekt zu finden ist nicht so einfach. Da stellt sich auch die Frage was macht man in der Zwischenzeit.

Auf jeden Fall hatte ich am Samstagnachmittag einen, sagen wir mal extremen mentalen Durchhänger. Ich möchte dies nicht mehr im Detail beschreiben, auf jeden Fall sind dies Momente in denen man über vieles nachdenkt. Manchmal kommt eben alles zusammen.

Zum einem Müdigkeit, von der Feier, ein erkennen der Grenzen, siehe die Sache mit dem Hamster, zum anderen halt „dat ärme Dier“, für nicht zugereiste. Ok „dat ärme Dier“ ist wieder im Zoo, ich bin nicht mehr Müde und die Grenzen werden wir halt neu verlegen müssen.

Meine Beziehung zu Aldi hat sich auch geändert. Früher Autoschlüssel, die 687 m zu Aldi mal eben zurückgelegt, reingesprungen, die Angebote angeguckt, etwas gekauft und die 687 m wieder zurück. Heute machen wir das anders, glaubte ich. Bevor ich es geschafft habe in ein Auto zu steigen, rollst du eben mal dahin. Das war optimistisch gedacht. Mit dem Rolli muss ich jetzt auf dem Hinweg meistens auf der einen Seite antreiben und auf der anderen Seite bremsen. Jetzt mag man glauben der liebe Bernd wäre etwas dämlich, etwas mag ja sein, nur wenn er das nicht tut landet er auf der Strasse. Zum einem gibt es verschiedene Asphaltschichten, zum anderen ist der Bürgersteig leicht zur Strasse geneigt. Also rollt der Rolli in diesem Fall immer Richtung Strasse. Ob es mehr der Asphalt oder die leichte Neigung ist, werde ich noch feststellen. Auf jeden Fall ist dies kein ökonomisches Rollifahren.

Auch sind die Übergänge an den Strassen bestehend aus Bürgersteigen auf einmal riesig, zumindest momentan für mich. Also wenn ich in Zukunft alleine mit dem Rolli zu Aldi fahre, werde ich ein Survivalpackage bestehend aus zwei Butterbroten mitnehmen. Der gepflasterte Parkplatz bei Aldi ist dann schon ein Stück der Erholung. Wenn ich dann bei Aldi bin werde ich dann vermutlich nicht mehr rauswollen, es geht dann nämlich bergauf wenn ich zurück will oder besser muss.

Auch das Verhältnis zu der dem Bürgersteig nahen oder geneigten Vegetation wird sich ändern. Je nach Anspruch oder Liebe des Hausbesitzers wird das Grünzeug dann auf den Bürgersteig ragen. Möglicherweise werde ich dann satt sein, wenn ich eine gewisse Strecke zurückgelegt habe. Aber keine Angst, zum Vegetarier werde ich dadurch nicht werden. Aber hier sehe ich auch die Möglichkeit in schlechten Zeiten Geld zu sparen. Man weis ja nie.

Alles etwas ernster betrachtet ist es in der Reha, wie schon mal geschrieben, wie unter einer Käseglocke. Alles wohlgeordnet, keine Hindernisse, nur zum spielen mal auf die Strasse. Draußen ist die Serengeti wo die Umgebung zum Teil gnadenlos ist. Zumindest ist dies für mich als ungeübter der momentane Eindruck.

Mittlerweile bin ich innerhalb der Reha schon recht fit, nur draußen habe ich noch gewaltige Schwierigkeiten.

Aber auch dies werde ich noch lernen. Auf jeden Fall werde ich lernen müssen, dass „mal eben“ oft nicht mehr geht. Also erst mal eine Verbindung zum nächsten Baldrian Händler aufbauen, zwecks Rabatten.

Genug für heute ……. Oder ……………………


B. Pasman

Freitag, 21. November 2008

Donnerstag, 20. November 2008

20.11.08 62.Tag




Hallo zusammen,

heute Morgen bei der Visite war der ärztliche Direktor dabei. Damit war die Visite pünktlicher und damit auch schneller. Meine Frage zum Befund der MRT wurde nicht beantwortet, da der Befund erst zur Uniklinik Köln geht von da bewertet und dann wieder zurück nach hier. Also üben wir uns in etwas Geduld und denken positiv. Die Ärzte sind schon komisch. Der alte Obelix würde da etwas anderes sagen.

Trotzdem fiel das Stehpult wegen der Visite aus.
Bei dem Rollstuhltraining wurde das Fahren auf eine Rampe von 20% Steigung geübt. Mit Schwung geht es ca. bis auf eine Höhe von 50 cm. Aus dem Stand mit vollem Einsatz ca. 30 cm. Wenn ich da an die Steigungen auf meiner Arbeit denke, wird mir ganz anders. Laut Norm sind Rampen mit einer Steigung von 6% zulässig.

Mein Physiotherapeut schwächelt heute und so habe ich vor Mittag Zeit etwas zu schreiben.

Bei dem lernenden Physiotherapeuten gibt es schöne Übungen um Muskeln zu stärken, die als Gegenmuskeln zu denen beim Rollstuhlfahren benutzt werden. Das macht Spaß, zum einen etwas Krafttraining, zum anderen gibt sich der Junge richtig Mühe.

Bei der Ergotherapie zeigt sich mal wieder, dass eine richtige Technik wichtiger ist als reine Kraft. Gerade beim umsetzen auf andere Positionen.

Am Montag darf ich mal wieder Auto fahren und zwar mit einem auf Handgas umgebauten Wagen.

Abends fallen mir immer wieder die Augen, wenn ich schreibe. Ich warte noch darauf, dass die Schwester mich irgendwann mit leerem Akku im Notebook weckt.

Den Rolli beherrsche ich mittlerweile ganz gut, nur wenn ich da nicht drin bin, ist mein Einzugsbereich extrem gering. Anders ausgedrückt aufgeschmissen.

Aber auch mit Rolli gibt es immer wieder Einschränkungen, die man als gehender niemals sieht. Eine Treppe ist im Allgemeinen ein unüberwindbares Hindernis. Auch wenn es da Vorrichtungen gibt für Fahrräder oder Kinderwagen, hoch kommt man da nie.
Die 20 % Steigung bedeuten 20cm auf 100cm. Jede Treppe ist da bedeutend steiler.

So gesehen wiederholen sich die Tage mit den Übungen. Ich habe den Eindruck, dass die Therapeuten anfangen zu überlegen, was sie mit mir anfangen sollen. Das ist ein gutes und auch ein schlechtes Zeichen. Wenn denen die Ideen ausgehen, werden die sagen, der Junge ist fit für die freie Wildbahn, also ab nach Hause.
Auf der anderen Seite sehe ich noch sehr viele Sachen die noch nicht kann.

Na ja schaun wir mal.

Dann habe ich heute noch online einen Schwerbehindertenausweis beantragt. Mal sehen wie lange das dauert.

Wenn ich den habe, darf ich auch die entsprechenden Plätze parken. Wahrscheinlich werde ich dann genauso oft fluchen wie jetzt.

Hier in der Klinik gibt e s schon eine hohe Fluktuation an Patienten, viele bleiben nur 5-6 Wochen. Ich habe schon einige Leute hier kommen und auch gehen sehen. Aber auch viele sind bedeutend länger da.

So jetzt ist es 23:30 Zeit zum Wasser lassen. Danach werde schlafen.


B. Pasman

Mittwoch, 19. November 2008

19.11.08 61.Tag


19.11.08 61.Tag

Hallo zusammen,


Was soll ich jetzt schreiben, der heutige Tag hatte die üblichen Anwendungen, nach Mittag wurde ich zur MRT gefahren und dies dauerte insgesamt 4 Stunden, dadurch fiel das Mittagessen und die Anwendungen am Nachmittag, bis auf Rekreation mit einer Fango aus.

Mal sehen was die Ärzte morgen sagen werden.

Im Moment höre ich Cat Stevens. Dies hilft gegen die Müdigkeit die mich immer im Bet überfällt.

Heute hatte ich leider eine Zeit mein privates Rollitraining hoch zur ehemaligen russischen Botschaft durchzuführen. Wenn Morgen Zeit ist, werde ich das wieder machen.

Ich habe auch schon einen ganz anderen Blick für die Gegebenheiten auf der Strasse oder anders ausgedrückt, der freien Wildbahn entwickelt. So zum Beispiel für Steigungen, Gullideckel, Bürgersteige, Unebenheiten usw.

Was man als gehender nicht wahrnimmt, kann für einen Rolli schon ein unüberbrückbares Hindernis sein.

Ich fange an eine Liste zu schreiben, was ich hier noch lernen muss um für ein Leben „draussen“ fit zu sein. Es sind noch einige Sachen zu lernen.

So zum Beispiel wieder in den Rolli klettern oder den Rolli nach dem Einstieg im Auto im Auto zu verstauen.

Auch auf Bürgersteige fahren ist noch ein Thema. Ich habe es zwar schon gemacht, allerdings war dann immer einer dabei der helfen könnte.

In der Abteilung bin ich ein VIP, dies ist schon ein tolles Lob? Oder? Das hat eine Schwester gesagt, hier ist die Übersetzung leider eine andere, wie mir eine andere Schwester sagte. Die Mädels haben das „I“ getauscht, die meinen nicht important sonder inkontinent. Na ja das war nicht ganz so ernst gemeint.

Mir fallen wieder die Augen zu; ich werde mal telefonieren um wieder wach zu werden.

Irgenwie fällt mir nichts mehr ein



B. Pasman

Dienstag, 18. November 2008

18.11.08 60.Tag




Hallo zusammen,

heute Morgen gab es ADL, so wie gestern beschrieben. Wie zieht man sich im Bett mit allen Tricks an. Natürlich mit den besonderen Tools, die benötigt werden und sagen wir mal einen etwas ruhiger werden lassen. Dies sind Anal Tampon und wenn das Teil nicht hält eine Steckvorlage. Steckvorlage ist eun Teil zwischen Damenbinde und Windel, zirka so groß wie eine Windel, aber ohne Zuhaltung. Also muss dieses Teil platziert werden, damit es funktioniert. Das ist nicht so einfach, wenn man den Popo nicht heben kann.
Am Ende war das Teil so platziert, wo es hingehört.

Morgen ist wieder ADL und dies bis Freitag.

Ansonsten gab es heute keine besonderen Anwendungen.

Darum bin auch heute mit dem Rolli bis zur ehemaligen russischen Botschaft gefahren, dies sind 20 min volle Kraft bergauf. Dies werde ich öfter machen wenn es Wetter und Zeitplan zulassen. Es ist für einen Fußgänger nichts besonderes, aber für einen Rollstuhlfahrer schon heftig.
Steigungen sind extrem kraftraubend. Auf ebener Erde erreicht man hohe Geschwindigkeiten. Aber bei Steigungen ist es immer schwierig. Bergauf braucht man extreme Kraft, auch deshalb weil der Greifreifen kleiner ist als die Räder.
Bergrunter muss man aufpassen, dass man sich nicht die Finger verbrennt.

Auch wurde mir der Bauchdeckenkatheder gezogen. Endlich ist das lästige Teil weg.

Im Moment fallen mir wieder die Augen zu.

Also höre ich jetzt auf

Ich würde noch gerne einige E-Mails beantworten, Aber im Moment bin ich zu müde.



B. Pasman

Montag, 17. November 2008

17.11.08 59.Tag




Hallo zusammen,

der heutige Tag fing mit ADL an. Wie ziehe ich mich alleine an. ADL bedeutet, „Active Daily Living“.


Morgen wird dies fortgesetzt. Also die Zielsetzung ist hier die Leute fit zu machen für das tägliche Leben.

Bei der Visite habe ich von dem nervösen Reiz erzählt. Es könnte ein Heileffekt sein, aber auch an den Medikamenten liegen. Ich kenne dies auch ohne Medikamente. Meiner Meinung nach arbeiten die Nerven da hinten.

Die Physiotherapie mit dem Physio-Schüler ist echt gut. Schöne Gymnastik und Übungen, die Spaß machen.

Bei dem Rollstuhltraining, sind wir zu dem Hindernis gefahren, dass Gestern für mich ein Problem war. Die Stelle mit Beistand als Aufsicht konnte ich meistern, allerdings einen Bordstein der bergauf war, konnte mich nicht leiden. Zum einem stimmte zuerst das timing nicht, auf der anderen Seite hatte ich nicht genug Geschwindigkeit. Es gibt halt doch immer wieder nicht überwindbare Hindernisse. Als Fußgänger ein winziger Schritt.

Später am Nachmittag habe eine private Trainingseinheit eingelegt, hoch bis zur russischen Botschaft. Mit dem Rolli ganz schön heftig, aber ich habe es geschafft. Ich dies öfter machen, wenn Terminplan und Wetter mitspielen.

Wie gestern gesagt passte die Statistik, der elende, nervöse Reiz war heute nicht vorhanden.

Dafür stimmte heute die Statistik nicht, wenn ich das merkwürdige Gefühl habe ich hätte abgeführt. Normalerweise ist dies ein gutes Zeichen, heute nicht.

Ich sitze mal wieder ziemlich geschafft im Bett eben habe ich etwas geschlafen.

Also jetzt werde ich es auch






B. Pasman

Sonntag, 16. November 2008

16.11.08 58.Tag





Hallo zusammen,

ich sitze mal wieder im Bett und fange an zu schreiben. Gestern habe ich gesagt, dass ich Bruce Springsteen hören würde, wenn ich den Blog schreibe. Ich habe mich heute entschieden Cat Stevens zu nehmen. Dies wird vermutlich in dem das was ich schreibe, etwas sanfter beeinflussen.

Wie war der heutige Tag, erst mal eilig, ich habe meinen Wecker verschlafen und bin erst zum Frühstücksbeginn aufgewacht. Mit minimaler Körperpflege zum Frühstück und erst danach der Körperhygiene gewidmet.

War aber schön mal auszuschlafen, dies habe ich eigentlich lange nicht mehr.

Das Mittagessen war ein Hüftsteak mit Pfifferlingen, lecker.

Danach bin ich mit Rolli in die freie Wildbahn gefahren. Hier merkt man erst, was ein kleines Hindernis, zum Beispiel ein von einer Wurzel hochgedrückter Bürgersteig für ein Problem sein kann. Also Straßenseite wechseln und weiter. Leider fing es an zu regnen, oder besser gesagt zum Glück, denn der „Aufstieg“ war schon anstrengend, nur ein paar hundert Meter, aber Steigungen sind extrem Kraftraubend.
Man muss wie ein Trapper im Wilden Westen die Landschaft beobachten um sich in der freien Wildbahn festzufahren. Kleine Hindernisse sind auf einmal unüberwindbar. Ist schon komisch. Dies natürlich besonders als Anfänger.

Auf der anderen Seite hatte ich den ganzen Tag den ätzenden nervösen Reiz ausgehend von der Wirbelsäule. Dies macht mich irgendwie ……. Kenne kein passendes Wort.

Ablenkung hilft da etwas, aber so richtig nicht. Laut Statistik habe ich die Beschwerden morgen nicht. Also freue ich mich darauf.

Ich habe meine Termine der Reha wieder in Notes eingetragen. Bin damit wieder fast voll ausgebucht.
Denen wird aber bestimmt noch etwas einfallen, was mit der restlichen Zeit anzufangen ist.

Ich muss sagen Cat Stevens kann man schön hören. Dies entspannt gut. Solche Lieder wie „Father und Son“ , „The first cut is the deepest” oder “Lady D'arbanville” kommen ganz gut.

Was ist sonst noch zu berichten, es gibt viele Mails, die ich leider aus Zeitgründen nicht oder nur schlecht beantworte. Bei einigen Mails ist es mir wichtig die „richtig“ zu beantworten.

Ich habe da leider ein Zeitproblem. Sorry.

Am Mittwoch gibt es laut meinem Plan eine MRT. Es soll dann festgestellt werden, ob es innerhalb des Rückenmarks eine Narbenbildung gibt. Also Narbe ist wohl nicht so gut sein, denke ich mir.
Demnach wird es dann bei der Visite am Donnerstag etwas mehr Klarheit geben, wenn das Ergebnis ausgewertet wurde. Schaun wir mal, würde Franz mal wieder sagen.

Es ist schon eine lange Zeit ohne gravierende Änderung an meinem Zustand.
Aber es ist ja nicht aller Tage Abend.

Das kathesieren ist mittlerweile schon Gewohnheit. Die Anpassungsfähigkeit des Menschen ist schon enorm.

Mich überrascht dies immer wieder.

Am Freitag habe ich einen Termin wegen Treppenlifter zu Hause, mal sehen was die sagen.

Also es bleibt alles spannend, insbesondere die kleinen Dinge des Lebens sind hier immer wieder kleine oder große Herausforderungen.

Jetzt kriege ich eine Erinnerung von Notes die sagt „Pipi machen“. Also machen wir das, bis Morgen.


B. Pasman

Samstag, 15. November 2008

15.11.08 57.Tag




Hallo zusammen,

heute bin ich recht früh im Bett, der Tag war nicht anstrengend, so gesehen schon recht erholend.

Rosa und Carmen waren da, wir sind dann in den Werksverkauf von Haribo gefahren, Carmen hatte ganz glänzende Augen. Damit gab es auch 4 Transfers aus dem Rolli in den A4.

In den Wagen ging einfacher als raus. Was ich gelernt habe, der neue Wagen wird die Sitze elektrisch einstellbar haben müssen, alleine schon wegen vor und zurück, weil ich den Sitz nicht verschoben kriege. Durch Praxis lernt man halt. Die Höhe muss auch verstellbar sein, alleine um ein Gefälle ausgleichen zu können.

Der neue Wagen ist notwendig wegen Schaltwagen und Automatik.
Den Audi umzubauen wird keinen Sinn machen, alleine wegen Alter und Schaltgetriebe.

Ich lasse mich jetzt von Bob Dylan bedudeln, das erste Lied war Blowin in the wind.
Dies passt schon zu den Fragen und Antworten die der Wind kennt.

Im Moment beschreibt dies meine Situation schon genau, im Endeffekt aber die Situation von vielen anderen Menschen.

Wobei das Lied mir sehr gut gefällt, leider etwas kurz mit 2:50 min

Der heutige Tag war eine willkommene Abwechslung, mal raus aus der Klinik, etwas gesehen und einen Plan gemacht für den nächsten Besuch, mit der Fähre rüber auf die andere Seite und da mal gucken.

Mein Rücken war im Vergleich zu gestern extrem friedlich, ohne dieses nervöse Reizen von gestern, auch fast keine Schmerzen.

Etwas Entspannung vom Reha Stress tut ganz gut, auf der anderen Seite muss dies natürlich sein um fit für das normale Leben zu werden und Selbständig zu sein. Wer will schon abhängig von anderen Menschen sein, ich nicht, auf keinen Fall, von niemand!

Es gibt aber auch noch viele Sachen die ich nicht alleine kann, oder wo ich fremde Hilfe brauche. Zumindest dann wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen oder die Hilfsmittel nicht da sind. Wobei die Hilfsmittel natürlich möglichst zu vermeiden sind.

Ein anderes Thema ist der Müll den ich mittlerweile produziere. Ich glaube werde einen eigenen Müllwagen chartern können. Das ist schon immens, was an Verpackung da drauf geht. Allein für die Katheder, Kathederbeutel, Steckvorlagen in der Unterhose usw.

Na ja kommt Zeit kommt Rat, auf jeden Fall werden einem täglich Dinge immer wieder klarer, die gestern noch im Nebel des Morgengrauens waren, die nur zu erahnen waren und auf einmal glasklar zu erkennen sind und dann zu den notwendigen Entscheidungen führen.

Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt. Dies ist nicht von mir sondern von Hermann Hesse.
Ich glaube das Dunkel habe ich hier und da schon gesehen. Insbesondere nach der OP war es nicht besonders hell, zeitweise schon recht dunkel, ob ich weise bin wage ich nicht zu behaupten.

Auf jeden Fall habe ich in den letzten 57 Tagen viele Erfahrungen gemacht.
So blöd es klingt, ich möchte diese Zeit nicht missen, egal wie es mit mir weiter geht.

Ich hatte sehr viele positive Erfahrungen.
Meine eigene Erfahrung war natürlich ausgesprochen negativ. Aber was um mich geschah und die Reaktionen aus meinem Umfeld kamen, die aus meiner persönlichen Situation rührten, waren für mich dermaßen positiv, so das es meine negative Situation schon sehr stark positiv verbessert hat.

Jemand hat mir geschrieben, dass man einen ganz anderen Pasman kennen lernt.

Ich glaube es ist anders. Ich habe da so eine Theorie. Fast jeder Mensch baut um sich irgendwo einen Schutzwall auf. Man kann dies auch mit einem Turm vergleichen, so wie früher an den Mauern im Mittelalter.

Unter extremen Bedingungen ist dieser Turm nicht mehr so präsent. Dann sieht man wie ein Mensch wirklich ist.

Ich hatte die Tage einen schönen E-Mail Kontakt mit jemandem.

Ich habe ihm geschrieben, dass wir uns Job und auch täglichen Leben uns oft ganz anders darstellen als wir wirklich sind. Ich glaube das ist ein normaler Vorgang. Dort sind zum Beispiel Gefühle nicht gefragt, sondern schlicht Erfüllung der Aufgabe und die Pflichterfüllung. So habe ich zum Beispiel von Menschen oft ein anderes Bild bekommen, wenn man sie in einem anderen Umfeld kennen lernt.

So genug Philosophiert, ich könnte zwar noch lange schreiben, aber lassen wir das.

Ach ja, um mich mache ich mir keine Sorgen. Es wird schon, so oder so. 

Ich muss sagen, dass Bob Dylan eine schöne Begleitung ist um ein paar Gedanken runterzutippen.

Das nächste mal nehme ich Bruce Springsteen oder Cat Stevens.


B. Pasman