Sonntag, 28. Dezember 2008

28.12.08 100. Tag




Hallo zusammen,

nachdem ich einige Tage nichts geschrieben habe, werde ich heute mal wieder etwas mehr schreiben. Zum einem ist es an der Zeit zum anderen wenn ich die Zahl neben dem Datum sehe, gibt es schon einen besonderen Anlas.

100

Regierungen werden nach 100 Tagen bewertet.

Eine Bewertung kann ich auch abgeben.

Nur fällt diese Bewertung je nach Tageszeit und Stimmung gegebenenfalls sehr unterschiedlich aus.

Ich könnte eine Frustbewertung eine normale oder eine geschönte abgeben.

Eine Frustbewertung gebe ich besser nicht ab. Dies wäre nichts für die große Öffentlichkeit. Auch wird dieser Frust immer wieder in den Hintergrund verdrängt.
Auf jeden Fall kann ich ein paar Beispiele nennen, die mir Frust bereiten.

So zum Beispiel wenn ich etwas nicht machen kann, was ich machen möchte.
Ganz einfach etwas nehmen, was ich nicht erreichen kann. Dann will ich einfach aufstehen, aber die lahmen oder nur physikalisch vorhandnen Beine wollen oder besser können nicht.

Eine andere Sache ist, wenn ich „abgeführt“ habe und es alleine nicht schaffe wieder in einen gesäuberten und gebrauchsfertigen Zustand zu kommen.
Dann liege ich da und harre der Dinge die da kommen.
Das ist dann wieder die totale Abhängigkeit, obwohl die interne Bewertung der Klinik mir Selbstständigkeit bescheinigt. Da bin ich anscheinend so was wie ein Musterschüler. Dies stimmt wenn die Reihenfolge aller Dinge stimmt und kein Dominostein in der Mitte umfällt, anders ausgedrückt die Sonne scheint, der Lottoschein die richtigen Nummern trägt und die Bank anruft, weil das Girokonto überläuft.

Nur was soll ich machen, wenn ich im Bett auf der einen Seite liege, neben mir 3 Kilo ohne Knochen verdauter Nahrung liegen und alles zum Reinigen unerreichbar ist, nicht zuletzt durch meine in dem Fall eingeschränkte Beweglichkeit. Außerdem habe an der Stelle wo es dann auf ankommt keine Augen, wer hat das schon.
In diesem Fall keine perfekte Reinigung durchführen zu können verursacht dann schon einen gewaltigen Kolalateralschaden. So zum Beispiel an der Kleidung, am Rolli und wer weis wo sonst noch.
Ganz platt gesprochen ist dies ein Scheißthema.

Die Hilflosigkeit und die Abhängigkeit sind Sachen die mir schwer zu schaffen machen.
Der Frust, der dann entsteht ist schon gewaltig. Dies nervt ganz tief innen drin. Schwarze Gedanken kommen dann schon hier und da auf.

Wenn der MDK zur Feststellung einer möglichen Pflegestufe diesen internen Bericht der Klinik sieht, gibt es keine Pflegestufe und damit auch keine mögliche finanzielle Förderung, dies ist sowieso nur 2556 Euro mit 10% Selbstbeteiligung. Für mich irgendwie ein sekundäres Thema. Zur Not tue ich damit das was ich oben beschrieben habe.

Ein anderes Thema ist wie sich die Zeiten ändern. Vor einigen Jahren habe ich meine Tochter im Kinderwagen geschoben, heute ist es umgekehrt. Sie schiebt mich gekonnt durch die Einkaufscity und Kaufhäuser. Nur manchmal muss ich zur Sicherheit von anderen Personen bremsen.

Wenn ich im Rollstuhl sitze geht es mir einigermaßen gut. Dies klingt komisch, aber dann habe ich zumindest eine gewisse Mobilität. Außerdem kann ich mit allen Sachen, die Räder haben ganz gut umgehen. Auch wenn ich immer wieder mal einen Adler aus dem Rolli mache und dann wie eine Schildkröte auf der Erde liege. Bis jetzt haben immer andere Leute mir geholfen wieder in mein Gefährt zu kommen. So zuletzt am 2. Weihnachtstag, nachdem mir geholfen wurde habe ich Frohe Weihnachten gewünscht. Ich glaube die Leute haben sich den Rest des Tages ganz gut gefühlt. So gesehen auch eine gute Tat, von mir. Ich war zwar nie Pfadfinder, aber jeden Tag eine gute Tat ist auch ein guter Vorsatz.

In den vergangenen Tagen waren viele Dinge, die ich noch niederschreiben wollte. Nur habe ich viele wieder vergessen

Heute habe ich den Rolli aus dem aus Fahrersitz im Auto aus zerlegt und reingehoben. Mit der richtigen Technik ist dies mit etwas Übung ganz gut machbar. Auf jeden Fall ein positives Erlebnis, was einen wieder aufbaut.

Ein Problem, dass ich zurzeit habe, ist sicher meine geringer werdenden Fortschritte oder Erfolgserlebnisse. Technisch gesprochen gehen sie asymptotisch gegen null.

Die Einschränkungen, die ich momentan durch meinen Dekubitus habe tun ein Übriges.

Auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder positive Erlebnisse, die einen aufbauen oder motivieren. So zum Beispiel alle die aufmunternden E-Mails und die Hilfen von anderen Personen.
Auch die verlegte Weihnachtsfeier meiner Abteilung in die Klinik ist ein ganz besonderes Erlebnis. So was gibt’s nicht alle Tage, keine Frage.

So was wie einen Durchhänger zu haben ist bestimmt normal, also werde ich wieder die positiven Gegebenheiten wieder mehr in mich aufnehmen.

Ich glaube so ähnlich habe schon des Öfteren geschrieben, demnach im Westen nichts Neues.

Genug Frust abgelassen, morgen wird bestimmt ein guter Tag.



B. Pasman

Montag, 22. Dezember 2008

22.12.08 94. Tag




Hallo zusammen,

heute war wieder ein fast normaler Therapietag.
Am Morgen gab es die Visite, die Ärzte wollen jetzt das Kortison langsam reduzieren. Mal sehen wie lange das dauert. Das bedeutet auf jeden Fall, dass ich noch etwas mehr Zeit hier verbringen werde. Zum einem wegen dem Kortison zum anderen wegen dem Dekubitus.

Auf jeden Fall geht es mir sonst wieder ganz gut, noch etwas weniger Kraft als vorher, aner das kommt schon.

Was mir überhaupt nicht gefällt sind hier und da oder auch dort Schmerzen am Rücken. Aber das kriegen wir auch noch hin, denke ich.

Der Arzt meinte dazu, dass ich gerade mal nach der OP 12 Wochen alt wäre, Also man sollte abwarten. Das ist auch eine Betrachtungsweise.

So richtig viel Nennenswertes hat es heute nicht gegeben.

So jetzt werde ich meine Klamotten im Bett ausziehen, wie soll ich sonst eine Hose ausziehen? Dann werde ich mich auf die rechte Seite hauen und langsam oder schnell einschlafen.


B. Pasman

20.12.08-21.12.08 92.-93. Tag




Hallo zusammen,

da es nicht viel zu schreiben gibt, habe ich auch nichts im blog eingestellt.

Ich habe mit Carmen das Weihnachtsgeschenk für die Mutter gekauft und zwar ………..

Jetzt hätte ich das fast geschrieben, ist ja noch mal gutgegangen.

Auch habe ich mir auf dem Weihnachtsmarkt meinen ersten Glühwein in diesem Jahr gegönnt. Ob er gut war kann ich nicht sagen, zumindest habe ich ihn genossen.
Dann habe ich noch, nein das sage ich besser nicht, dann kriege ich Ärger.

Am Sonntag konvertierte ich zum Chefkoch. Auf dem Speiseplan stand Kaninchenrückenfilet. Auf jeden Fall waren die sehr lecker. Das Rezept ist mein Geheimnis.
Übrigens das Fleisch kam aus China. Es gibt Sachen die kann man kaum glauben.

B. Pasman

Samstag, 20. Dezember 2008

19.12.08 91. Tag




Hallo zusammen,

nachdem ich wieder normal Kortison einnehme, sind alle Beschwerden die ich in den letzten Tagen hatte verschwunden.

Jetzt bin ich ein Kortison Junkie. Mal sehen wie lange es dauert bis die mich von dem Zeug trocken gelegt haben.
Ist schon komisch, dass man von Kortison Absetzung solche Nebenwirkungen hat.

Deshalb verpasse ich jetzt heute eine Feier zu einem 50.Geburtstag.
Na ja Pech gehabt.

Ich habe aber trotzdem heute nur die Therapien mitgemacht die mein Gesäß schonen und die Spaß machen.

Auf jeden Fall muss ich mein Gesäß schonen. Wenn nicht kann das böse Nebenwirkungen haben.

Später mehr…

B. Pasman

Donnerstag, 18. Dezember 2008

16.12.08-18.12.08 88-90. Tag




Hallo zusammen,

18.12.
weil ich in den letzten Tagen etwas mehr oder weniger platt war, bin ich einmal beim tippen eingeschlafen und die beiden anderen male war ich schlicht nicht in der Lage etwas zu tippen.
Heute geht es wieder und so schreibe ich für drei Tage.

17.12. für 16.12.
heute schreibe ich für gestern.
Der Grund ist, dass ich nach einem Besuch habe ich mich erst mal für die Nacht fertig gemacht und danach war ich platt wie eine Flunder. Die Schwestern haben dann Fieber gemessen und 38 Grad gemessen. Danach habe ich sofort geschlafen. Also hatte ich keine Zeit mehr etwas zu schreiben.

16.12.
Was gibt es zu berichten.
Morgens hatte ich wieder eine Durchgangsmessung des Rückenmarks vom Kopf bis zu den zwei Füßen. Die Mädels die die Messung machten schauten wieder ganz traurig und meinten nur, dass ein Arzt die Messungen auswertet. Na ja, dies bestätigt nur den momentanen Zustand.

Danach hatte ich einen Termin bei der Sozialberatung. Die Zuständigkeit hier geht Richtung Pflegeversicherung. Nach einem kurzen Gespräch und der Bewertung des internen Ärztlichen Pflegeberichtes habe ich keinen Anspruch auf eine Pflegestufe weil selbstständig bin. Dies hat noch nichts zu bedeuten, da die Pflegekasse eine eigene Bewertung vor Ort macht.

Auf der einen Seite ist der interne Bericht ein Kompliment an meine Leistungsfähigkeit und meinen Willen, auf der anderen Seite wird dies mal wieder unter Umständen bestraft. Wenn ich mich hängen lassen würde und eine auf ist mir alles egal machen würde, sähe die Bewertung sicher negativer und damit positiver für die Pflegestufe aus. Aber man ist wie man ist.

Danach habe ich zum einem wegen meiner Gesäßverletzung und allgemeiner Schwäche keine Anwendungen mehr gemacht und abends war ich obwohl tagsüber viel geschlafen habe so erschöpft, dass ich die Schwester fragte ob sie mir beim ausziehen helfen kann. Dies war ausgerechnet die die mich immer wieder erfolgreich gefordert hatte Sachen alleine zu erledigen. Aber natürlich hat sie mir geholfen.

17.12.
Wieder den ganzen Tag ziemlich platt deswegen immer wieder im Bett und abends ging nichts mehr. Natürlich keine Anwendungen gemacht. Abends wieder ausziehen lassen und die ganze Nacht geschlafen. Natürlich keinen Blog geschrieben.

18.12.
Morgens es nicht mehr geschafft zum Frühstück zu fahren. Dadurch bekam ich die Reste der Station. Dies war mir aber egal.

Bei der Visite wurden die Beschwerden diskutiert. Der Oberarzt meinte, dass dies auch durch absetzen des Kortisons kommen kann. Vor Mittag bekam ich wieder eine Tablette Kortison.
Jetzt geht es mir relativ gut, obwohl ich wieder leichte Temperatur wie gestern aber kein Fieber habe.

Nun werde ich mal schauen, ob die anderen Beschwerden die ich seit ca. 14 Tagen habe, auch weg gehen.

Die größte Überraschung war heute, dass meine Abteilung heute die Weihnachtfeier auf die Godeshöhe verlegt hat. Es gibt Sachen die freuen einen ungemein, man zeigt es aber nicht genügend.

Also Morgen auf zu neuen Taten!!!!!

B. Pasman

Montag, 15. Dezember 2008

15.12.08-14.12.08 87. Tag





Hallo zusammen,

auf anraten des Arztes habe ich mich heute Vormittag und heute Nachmittag auch mit der Absicht etwas zu schreiben ins Bett gelegt.

Ich soll ins Bett um meine Wunde zu schonen.

Beide male habe ich nach kurzer Zeit ein Schwerkraftproblem mit den Augenlidern bekommen. So habe ich jeweils 2 Stunden geschlafen. Erst durch den Physiotherapeuten und durch einen Anruf wurde aus dem Schlaf gerissen. Trotzdem bin ich wieder hundemüde.

Das heutige Highlight war mein unangemeldeter Besuch zu Hause zum Geburtstag meiner Tochter. Danke Helmut !!!!!!

Die Kleine hat sich ungemein gefreut, dass der Papa zum Geburtstag zu Hause war.

Ansonsten habe ich seit ein paar tagen eine Erkältung in den Knochen, die mich schlapp macht. Aber das wird auch wieder vergehen.

Ab Morgen werde ich wieder Paprika essen um die Erkältung los zu werden, mal sehen ob es funktioniert.

Die Wunde an den 4 Buchstaben macht Fortschritte, aber davon werde ich mehrere Wochen etwas haben.

So gesehen habe ich nicht viel zu schreiben.

Also Morgen mehr.


B. Pasman

Sonntag, 14. Dezember 2008

13.12.08-14.12.08 85.-86. Tag



Hallo zusammen,

nach 2 Tagen sollte man viel zu schreiben haben, insbesondere wenn man die Klinik verlassen hat und Heimaturlaub hat.

Auf jeden Fall hatte ich eine Menge von Erlebnissen und Gegebenheiten, die ich in den Blog schreiben wollte. Leider habe mir diese nicht sofort notiert, sondern immer nur gedacht, „ Das werde ich schreiben.“.
Nun sitze ich am Compi und denke verzweifelt nach, was es alles war.
Das Hirn habe ich mir schon in den letzten 2 Stunden gemartert, nur …..

Ich habe schon überlegt, ob ich dieses Problem bei der Visite erzählen soll, nur dann fiel mir ein, dass ich in einer neurologischen Klinik bin. Wahrscheinlich käme ich dann auf eine Station mit einem anderen Behandlungsschwerpunkt. Dann müsste ich mit den Arzten diskutieren und ob dies dann zum Erfolg führt?

Ich gehe jetzt erst mal denken, zumindest werde ich es versuchen.

So jetzt habe ich alle Tricks ausgenutzt.
Ich fing an Zeitung zu lesen, dann sah ich, dass die Zeitung von letzter Woche war.
Ich wollte mein großes Bedürfnis ………leider kam nichts.
Ich wollte eine Runde um den Block gehen …….
Dann habe ich ganz frustriert dem Kellner gesagt, dass er die nächste Runde bringen soll.
Darauf hat der „Kellner“ geantwortet: „ Willst Du Wasser mit oder ohne Kohlensäure? Wann darf ich Dich ins Bett bringen? Hast Du heute abgeführt? Soll ich direkt Blutdruck messen?
Bitte denke heute an die Nachtruhe!!“.

In dem Moment durchzuckte es mich als wenn ich in eine dreiphasige 400V Steckdose gegriffen hätte. Sofort kam die Erinnerung zumindest zum teil wieder.


Wenn mir mehr einfällt werde ich dies in den nächsten Tagen schreiben.

Bei einem privaten Stadttraining gibt es viele Erlebnisse.
So sind die Leute meistens sehr freundlich. So zum Beispiel in Kaufhäusern gehen sie auf Seite, lassen eine vorbeifahren. Dies meistens sofort, sobald man wahrgenommen wird. Auch sind die Leute dann sehr freundlich, als Fußgänger ist mir dies nie passiert. Wenn ich da vorbei wollte, gab es oft nur ein nicht unbedingt freundliches Gesicht, dies trotz einer höflichen Frage.

Wenn ich mit dem Aufzug fahren wollte, sind andere entweder aus dem Aufzug ausgestiegen (!!) oder haben mich in der Schlange sofort an die erste Stelle gelassen. Dies passt zu der allgemeinen Freundlichkeit.

Als wir nach Hause wollten, habe ich an einem freiem Behindertenparkplatz gewartet bis meine Frau mit dem Auto kam. Während ich dort wartete, hat kein Auto den freien Parkplatz benutzt. Immerhin 6-8 Fahrer haben sich so verhalten. Dies hebte meine Stimmung nach der großen Freundlichkeit in den Kaufhäusern. Leider kam danach ein Wermutstropfen.

Gezählte 6 Straßenverkehrsteilnehmer, blockierten durch mehr oder minder intelligentes Parken die Zufahrt zu dem Parkplatz. Das Einschalten der Warnblinkanlage sollte dann wahrscheinlich das blaue Licht von Rettungsfahrzeugen simulieren.
Das Schuldgefühl ist dann wahrscheinlich geringer.
Die Krönung war ein kleiner, weißer Ford Ka. Die Fahrerin bekommt von mir die Goldmedaille in der Zeitwertung. Die Frau scheint dies aber auch schon aktiv professionell zu machen und scheint einen Sponsor zu haben. Der Name des Sponsors lautet Caritas-Oberberg.


Ich habe auch beschlossen nur noch in Bergisch Gladbach einzukaufen, wenn es unbedingt notwendig ist. Hiermit möchte ich den Stadtväter danken, die entschieden haben die Fußgängerzone mit Kopfsteinpflaster zu pflastern. Das liegt wahrscheinlich an dem Wort „Fußgängerzone“.

So genug für heute, morgen mehr.

B. Pasman

Freitag, 12. Dezember 2008

12.12.08 84.Tag




Hallo zusammen,

heute war ein Tag wie gestern.

Alles was an Therapien mit Belastung oder extremer Bewegung zu tun hat habe ich sein gelassen und mich stattdessen ins Bett gelegt, wie der Arzt sagt.

Nur pflegende wie Physiotherapie, Rotlicht und Fango habe ich gemacht.

Nur irgendwie schmerzen mir heute alle Knochen. Ob es daran liegt, dass ich mich zu wenig bewegt habe oder andere Gründe hat, kann ich nicht sagen. Aber auf jeden Fall die bekannten Stellen.

Zumindest ist heute ein Tag zum ausbuchen. Na ja der nächste Tag wird schon besser werden.


B. Pasman

Donnerstag, 11. Dezember 2008

11.12.08 83.Tag




Hallo zusammen,

es ist 14:23 und liege im Bett.

Mein Therapieplan sagt zwar etwas anderes aus, aber auf Anweisung der Ärzte soll ich möglichst viel Zeit mein Gesäß entlasten.

Ich habe einen Dekubitus mit dem nicht zu spaßen ist. Dies kann unter Umständen sehr gefährlich werden.

Also schone ich mein Gesäß und tippe etwas mehr oder weniger intelligentes in den Laptop.

Bei der Gelegenheit kann ich direkt ein paar Telefonate führen.

Heute war Visite mit dem Oberarzt und da habe ich gefragt ab wann ich denn ca. wieder arbeiten gehen könnte.

Der Arzt meinte im Durchschnitt würde dies bei Fällen wie meinen ca. 1 Jahr dauern. Darauf habe ich geantwortet, dass ich trotz meiner Behinderung, meine geistige habe ich nicht erwähnt, meinen Job problemlos erledigen könnte. Da reduzierte er auf ca. 6 Monate. Normalerweise wären Fälle wie ich 4-5 Monate in der Klinik.

Ich gehe davon aus, dass ich irgendwann in der zweiten Hälfte des 1. Quartals anfangen werde zu arbeiten. Hey Leute das ist keine Drohung……

Als erstes gilt es aber den Dekubitus zu pflegen, damit er wieder in die ewigen Jagdgründe verschwindet. Der Wundmanager meint das wird aber wieder.

Genau jetzt wo ich Bett liege macht draußen ein Bagger seine Arbeit, dies natürlich mit einer Geräuschkulisse die nicht unbedingt sehr harmonisch ist.

Jetzt haben wir 21:00 Uhr und die Therapien vom Nachmittag habe ich nicht gemacht, zum einem weil ich sie nicht gemacht habe wegen den 4 Buchstaben und weil der Therapeut krank ist. Es ist der gleiche Therapeut wo ich heute den Termin verschwitzt habe. Als ich die ganzen Termine in den BlackBerry eingetragen habe, muss ich ein paar vergessen haben. Zumindest in dem Fall war es eine hellseherische Fähigkeit oder geniale Vorahnung. Das mit der Vorahnung gefällt mir persönlich besser.

Ich werde mal sehen welche Therapien ich dann Morgen machen werde und welche nicht.
Auf jeden Fall werde ich mich schonen.

Was gibt es sonst noch. Eigentlich nicht.

B. Pasman

Mittwoch, 10. Dezember 2008

10.12.08 82.Tag



Hallo zusammen,

jetzt könnte ich wie an anderen Tagen etwas über den Tagesablauf schreiben.
Welche Therapien mit welchen Besonderheiten usw..
Aber so viele Neuigkeiten gibt es da nicht. Nur mein Ergotherapeut meinte bis auf besondere Transfers wie Couch zu Rolli oder Rolli zu Duschstuhl und umgekehrt, könnte ich eigentlich alles. Er meinte ich sollte mehr Richtung Krafttraining gehen.
Auch der Physiotherapeut meinte ich sollte mehr Richtung Krafttraining gehen. Die anderen Sachen könnte ich.
Krafttraining habe ich nur am Anfang gemacht, da meinte der Rollstuhltrainer dies sei nicht notwendig, da bei Rollstuhlsport genug Kraft trainiert würde.
Also werde ich in der nächsten Woche vermutlich mehr gezieltes Krafttraining machen.

Ein großes Problem ist Newton. Ich kann nicht zählen wie oft am Tag etwas herunterfällt.
Dies hat verschiedene Ursachen- So zum Beispiel beim Transport mit dem Rolli, wenn man was in den Müll schmeißen will, was vom Tisch nehmen will, etwas aus einer Tasche nimmt, oder, oder, oder……..

Wenn ich in der Vergangenheit mich zweimal am Tag nach etwas gebückt habe, ist es heute ein extremes Vielfaches von dem.

Dies wird dann meistens durch ein seitliches herausbeugen aus dem Rolli oder mit der Greifzange aufgehoben oder auch nicht.

Dies ist eine Sache die nervt hier und da. Hier fällt alles auf gefliesten Boden, meinetwegen mal unters Bett. Nur später wird dies nicht immer so sein. Also müssen wir lernen, dass dies nicht mehr so oft passiert.

Weihnachten naht mit Riesenschritten und ich habe noch kein Weihnachtsgeschenk. Dies ist schon so wie jedes Jahr, aber in der Vergangenheit hatte ich die Chance mal eben nach der Arbeit durch die Stadt zu laufen und ein mehr oder weniger sinnvolles SOS Geschenk zu kaufen. Wann soll ich dies dieses Jahr machen? Hier in der Reha habe ich keine Zeit und keine Chance. Zumindest habe ich eine gute Ausrede.

So für heute ist es genug.
Übrigens, die Fotos der letzten Tage waren alle unterschiedlich.




B. Pasman

Dienstag, 9. Dezember 2008

09.12.08 81.Tag




Hallo zusammen,

ich soll bedingt durch eine Verletzung an den 4 Buchstaben, tagsüber mich immer wieder ins Bett legen.
Heute Mittag fragte der Arzt warum ich nicht mal ins Bett gehen würde, wie soll ich bei komplett durchgebuchten Vormittag, teilweise ohne Pause und wenn dann 15 min maximal.

Also folgte ich der Anweisung und am Nachmittag hatte ich 1 h Pause. Demnach ab ins Bett, den Laptop auf den Schoß und etwas surfen und schreiben. Das entlastet das Gesäß und die Wunde. Da muss dann ein kleines Männchen vorbeigekommen sein mit etwas Sand und streute diesen in die Äuglein vom lieben Bernd.

Dadurch hat der liebe Junge dann zwei Anwendungen verschlafen. Das kommt davon wenn man den Anweisungen des Arztes folgt und jede Nacht einmal wach werden muss.

Das Ernste an der Sache ist, dass so eine Wunde verdammt viel Ärger machen kann, wenn die Haut weg ist kann das Muskelgewebe angegriffen werden und der Knochen ist verdammt nah.
Das ganze nennt man dann Dekubitus. Auch bekannt bei Personen die lange im Bett liegen und sich wund liegen.

Aber so weit sind wir noch nicht, auch wenn die Wunde nicht gut aussieht. Da werde ich mehrere Wochen was von haben.

Weil ich dann am Nachmittag so schön geschlafen hatte, habe ich bei Fango leider nicht so gut schlafen können, aber was soll es, Hauptsache das Fango tut gut.

Die anderen Anwendungen waren wie gehabt. Heute bin ich nicht aus dem Rolli gefallen. Auf jeden Fall werde ich Morgen noch mal Bürgersteige und auf und ab probieren. Dies allein um mehr Sicherheit zu bekommen. Die Dinger flössen mir immer noch einen Heidenrespekt ein. Insbesondere wenn ich alleine bin. Dann aus dem Rolli zu fallen macht keinen Spaß. Wenn man dann fällt liegt man im Allgemeinen auf der Straße.

Ich habe auch schon überlegt einen nicht angemeldeten Nebenerwerb anzunehmen. In dem Fall wäre es eine „ich AG“. Ganz einfach eine von meinen alten Jeans anzuziehen, davon habe ich genug. Eine alte Jacke wir sich auch finden. Damit dann durch die Fußgängerzone fahren, oder am besten stehen bleiben. Dann stelle ich mich schlafen. Die zwischen meinen Beinen stehende Spardose soll dann ihren Zweck erfüllen.

Dies ist natürlich nicht ernst gemeint!!


Was gibt sonst noch zu schreiben?

Die Unruhe in der Firma ist natürlich auch für mich nicht sehr beruhigend. Auf der anderen Seite müssen jetzt alle sehen, dass es wieder aufwärts geht. Da sind Entscheidungen gefällt worden, die ich nicht richtig finde. Insbesondere zum Teil bei der Personalauswahl. Auf der anderen Seite müssen die verbleibenden gemeinsam sehen und dafür sorgen, dass es wieder aufwärts geht. Meiner Meinung nach sind „wir“ die Firma und nicht nur „die da oben“.
Wir haben es alle in der Hand, dass es wieder aufwärts geht. Ich glaube auch, dass „wir“ es schaffen werden. Mit der richtigen Zusammenarbeit werden wir das Ziel erreichen.

So genug für heute, jetzt mache ich Bubu, mir fallen schon die Augen zu.


B. Pasman

Montag, 8. Dezember 2008

08.12.08 80.Tag















Hallo zusammen,


80 Tage

In 80 Tagen um die Welt von Jules Verne fällt mir dazu ein.
In 80 Tagen in eine andere Welt, passt nicht.
In 80 Tagen anders in die Welt, ja das passt.

Hier könnte ich ja mal heute schreiben was sind die Hauptunterschiede im alltäglichen Leben.

Es gibt Momente wo mich die Behinderung nicht stört, ich dies auch nicht wahrnehme.
Auf der anderen Seite gibt es Momente wo ich damit sehr zu kämpfen habe.
Damit ist nicht nur gemeint die Sachen die ich nicht mehr kann, sondern auch die kleinen alltäglichen, die man jeden Tag macht.

Ich glaube dies ist ein längeres Thema, hoffentlich finde ich heute die Zeit dazu ausführlich und umfassend genug zu schreiben.

Als erstes kann ich bei dem Lied Arsch hu un Zäng usseinander nur das zweite. Für das erste benötige ich beide Arme. Dies bedeutet, dass dann bei gewissen Erfordernissen eine Hand fehlt. Ich glaube jeder kann sich selber ausmalen was damit gemeint ist.

Wenn einer sagt, der kriegt ja den A…. nicht hoch, stimmt es sogar……. Bitte grinsen ;-)

Dies fängt aber auch schon bei einfachen Sachen an wie Hose anziehen. Dies geht zum Schluss nur im liegen mit dreimal von links nach rechts drehen. Dann gilt es zu hoffen, dass die Hose gerade ist.

Das ich das Gesäß nicht heben kann ist eins der Hauptprobleme, daraus folgen viele Folgeprobleme, die ich nicht alle aufzählen kann.

Frei sitzen ohne Halt ist auch nur im beschränkten Umfang möglich. Wenn ich einen gewissen Bereich verlasse kippe ich um. Dann muss ich mich irgendwo festhalten, wenn nicht bums liege ich da. Im freien sitzen muss balanciert werden, so z.B. rechter Arm nach vorne, kompensieren mit dem Körper und linkem Arm. Dies wird auch permanent geübt.

Dann sind da natürlich auch die Beine. Die schlackern da unten unmotiviert herum. Wenn ich die Beine im Bett ausstrecken will, muss ich sie einfach wegwerfen oder mühevoll im sitzen ausstrecken. Auch wenn sie aus dem Fußbrett des Rollis fallen, merke ich es erst mal nicht, dann werden sie wieder positioniert. Dies geschieht zum Beispiel wenn der Untergrund nicht eben ist, irgendwann hüpfen sie heraus.

Auf der anderen Seite werden die Beine bei einem Transfer, das ist zum Beispiel aus dem Rollstuhl ins Bett, dazu benutzt Höhe zu gewinnen. Das ist wie bei den Enten. Zuerst werden die Beine vor dem Körper angewinkelt positioniert. Danach stemmt man sich nach vorn und hoch. Nach dem Motto Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höhe, kommt das Gesäß durch die Hebelwirkung höher als bei einem senkrechten anheben. Die Arme sind dann weg vom Gesäß und das selbige dann wie Stippefötche geht weiter hoch. Dies kann jeder ja mal ausprobieren.

Ein anderes Problem sind Sachen die auf die Erde fallen. Rein nach Murphy fallen die immer da hin wo man schlecht dran kommt. Dies passiert ja auch normalerweise, nur der Einzugsbereich ist bedeutend kleiner und es fallen bedeutend mehr Sachen auf die Erde.

Das Thema Inkontinenz spare ich mal aus.

Hindernisse auf der Strasse oder Bodengegebenheiten sind natürlich auch bedeutender. Ein zu hoher Bordstein zum Beispiel ist unüberwindbar, zumindest noch für mich.

Hohe Regale und Schränke muss ich nicht weiter ausführen.

Ein in normaler Höhe montierter Herd lässt mich meine 3 Sterne verlieren, weil ich nicht in den Topf schauen kann.

Eine nicht weit genug zu öffnende Fahrertür am neuen A4 wird mich zum nicht Audi Fahrer machen.

Wenn der Rolli mit seinen Rädern nicht weit genug unter einen Tisch fahren kann, schlabbere ich beim Essen meine Hose voll. Dies ist nicht so selten. Tische mit nur einem zentralen Bein in der Mitte sind da oft ein Problem.

Steigungen sind ein großes Problem. In meiner Firma würde der Weg im Rolli aus dem Bürogebäude nach oben in die Montagehalle, wenn im Slalom machbar ca. 45 min dauern. Dies ist nur geschätzt. Auch müsste ich wahrscheinlich duschen. Dazu währen dann die entsprechenden Hilfsmittel wieder erforderlich, wie Duschstuhl.

Die ca. 700 m von meinem Haus zu Aldi, waren schon sehr anstrengend. Danach war ich auch ziemlich geschafft. Die Steigungen waren aber bedeutend geringer.

Nicht zu unrecht sagt die Norm für Rampen eine Steigung von 6% aus. Das ist sehr wenig.

Heute hatte ich Stadttraining. Der Zugang oder besser die Zufahrt in den Bus, wohlgemerkt es war ein behindertengerechter Bus, war für mich schon alleine unmöglich. Hier in der Klinik sind viele die bedeutend weniger Fit sind als ich. Für mich ist es eine Frechheit dies Rollstuhlgerecht zu nennen.

Danach habe ich gelernt wie man Rolltreppen mit dem Rolli fährt, hoch und runter. Im Prinzip ganz einfach.
Wenn man runter will, rückwärts drauf und an dem Handlauf festhalten und auf eine Stufe ziehen die sich dann bildet. Später wenn man runter muss, kurz das Gewicht nach vorne verlagern und abstoßen.
Wenn man hoch will, vorwärts drauf und wieder in die Stufe ziehen, wenn die Treppe aufhört, Gewicht etwas nach hinten verlagern, damit die vorderen Räder entlastet sind und mit kurzem Ruck über den Absatz ziehen.

Das Thema Bordsteine habe ich heute wieder erlebt. Ein aus Asphalt gegossener provisorischer Belag ohne Bordstein, hat dafür gesorgt, dass ich auf der Strasse lag. Sofort stürmten ca. 6 Personen auf mich zu. Ich kam mir vor wie ein beim Karnevalszug geworfenes Stofftier im Riesenformat. Jeder zerrte an irgendwas. Zum Glück kam der Therapeut und koordinierte dann die hilfsbereiten Karnevalsjecken. Sonst gäbe es vielleicht jetzt 3-4 von mir, nur keiner vollständig.

Ich schweife jetzt etwas ab, aber dies sind die besten Beispiele aus dem Alltag.

Das Thema kann ich heute nicht abschließend behandeln. Also werde ich immer wieder Beispiele nennen.

Trotz alledem geht es mir zur Zeit eigentlich gut. Es ist vielleicht verwunderlich aber mental geht’s mir besser als halt körperlich. Was man ganz klar sagen muß, dies ist wichtiger als das körperliche.

Noch eine Nachricht, es gibt nun eine Kostenübernahme der Krankenkasse bis 6.1.09.. Also werde ich ein paar Weihnachtlieder in der Godeshöhe singen, nur dann werden die mich sicher rausschmeißen.




B. Pasman

Sonntag, 7. Dezember 2008

07.12.08 79.Tag




Hallo zusammen,

Nikolaus und Knecht Ruprecht sind für ein Jahr wieder nach Hause.
Ich glaube insbesondere Knecht Ruprecht würde gewissen Kindern hier und da mal ganz gut tun, OK die Rute soll er bei Kindern nur zeigen.
Wobei für mich Kinder im weiteren Sinne durchaus auch Menschen sein können, die kurz vor der gesetzlichen Altersgrenze stehen zur Verrentung. Dies möchte ich jetzt nicht weiter ausführen. Die Einschränkung mit de Rute mit der Rute würde ich in dem Fall durchaus noch mal überlegen.

Heute waren wir bei der jährlichen Weihnachtsfeier bei meinem Audi Händler. Ein extrem gut schmeckender Weihnachtsstollen. Lieber verschweige die Anzahl der Stücke die ich gegessen habe. Anders geschrieben ist es einen Sache die ……
Dort gab es viele Stände mit Weihnachtsartikeln, Schmuck und ein Unterhaltungsprogramm.
Ich erinnere mich, dass immer wenn wir in den vergangenen Jahren da waren, meine Beschwerden relativ stark waren. Das lag mit an der Jahreszeit. Dieses Jahr keine. Hey das ist gut..

Irgendwann schreibe ich mal Gegebenheiten, wann es mir so richtig dreckig ging. Dies war auch mal bei so einer Veranstaltung. Es gibt dann Personen, die sich dann vielleicht an diesen Moment erinnern, wahrscheinlich aber nichts mitbekommen haben.

Leider wird der Audi Händler nicht mein Audi Händler bleiben, da der neue A4 nicht für mich geeignet ist. Schaaaaaaaaaade.

Was ich hier wieder festgestellt habe ist folgendes. Die Menschen sind im Allgemeinen sehr freundlich und zuvorkommend, wenn man im Rolli sitzt. Sie gehen auf Seite, wenn nötig, und lächeln freundlich. Als Fußgänger passiert dies selten.
Das andere, wenn es was umsonst gibt, ist der Altersschnitt der Besucher sehr hoch.

So gesehen war es ein gutes Wochenende.

Eine temporäre Lösung für zu Hause ist gefunden und es gab sehr leckeren Weihnachtsstollen. Man muss auch mit kleinen Sachen zufrieden sein.

Ein Wermutstropfen gab es schon.
Ich habe erfahren ab wann Spontanurin kommen kann. Dies Verursacht durch Vergesslichkeit und Dummheit. Na so lernt man seine Grenzen kennen.


B. Pasman

06.12.08 78.Tag




Hallo zusammen,

heute habe ich das erste Mal zu Hause geschlafen.

Ich habe mich provisorisch im Wohnzimmer eingerichtet. Ist schon ein Glück wenn das Wohnzimmer groß genug ist. Es gibt eine räumliche Trennung zum anderen Wohnzimmerbereich, Für eine gewisse Zeit wird es so gehen.

Im Gäste WC gibt es einen neuen, kleinen WC-Schrank mit Spiegel in Augenhöhe, mit allen Utensilien für das kleine Geschäft, Auch alle erforderlichen Körperpflegeartikel passen hinein, das ist schon fast Kultur.

Auch kriege ich wenn der Audi in Garage geparkt ist, die Fahrertür komplett auf. Also kann ich ein- und aussteigen. Das klingt auch positiv.

Die Gegebenheiten sind gar nicht so schlecht. Es fehlen nur gute Lösungen für Küche, Treppen und Bad. Zumindest in der Küche komme ich an die Stelle wo man Bierflaschen kalt stellt. Damit ist eine Notversorgung gesichert. Auch an die Jura Kaffeemaschine komme ich ohne Probleme. Der Rest ist sekundär.
Die Spülmaschine kann ich nicht leer räumen, so ein Pech.

Natürlich nervt es manchmal nicht dahin kommen zu können, wo man eigentlich hin will. Aber daran muss man sich gewöhnen.

Das restliche mit den zum Teil gelieferten Hilfsmitteln funktioniert auch. Damit sind die wichtigsten Vorraussetzungen um wieder zu Hause zu wohnen gegeben. Na klar die Gegebenheiten sind nicht optimal aber es ist möglich.



B. Pasman

Freitag, 5. Dezember 2008

05.12.08 77.Tag




Hallo zusammen,

heute war für mich ein recht ruhiger Tag.

Da ich am Morgen noch etwas Fieber hatte bin ich bis Mittag im Bett geblieben und habe mich vom geistlosen Fernsehen berieseln lassen. Da fragt man sich, wer schaut sich das an. Da dieses Fernsehen durch Werbung finanziert ist, stellt man sich die Frage, ob die Leute die sich das ansehen geschäftsfähig sind.

Zum Glück kam dann eine Schwester und fragte ob ich im Bett oder in der Kantine essen will.
Ich sagte sofort in der Kantine. Das Fernsehen war nur zum weglaufen oder rollen.

Am Anfang taten mir die Knochen recht weh und ich etwas schlapp, aber nach einiger Zeit ging es einigermaßen.

Tagsüber habe ich dann die Zeit genutzt einige Artikel in Behindertenzeitungen zu lesen. Insbesondere zum Thema Recht ist dies hier und da ganz wertvoll.

Nebenbei habe ich schön Musik gehört, wenn ich in der richtigen Stimmung bin entspannt mich dies ungemein.

Also ein Tag der Rekonvaleszenz und Entspannung.

Was gibt es sonst noch?

Der Sprung aus der behüteten Käseglocke in die freie Wildbahn kommt näher. Bis dahin gilt es noch soviel wie möglich zu lernen. Laut den Therapeuten ist es nicht mehr soviel.

Für den heutigen Tag fällt mir nicht mehr viel ein.

Ein kurzer Blog ist auch ein Blog. Oder ??

B. Pasman

03.12.08 -04.12.08 75-76.Tag




Hallo zusammen,

heute liege ich auch im Bett und schreibe was mir so einfällt.

Nur ist es heute ca. 14:00 Uhr und ich kriege Abführmittel, weil ich Morgen eine Untersuchung haben werde, die man sich vorstellen kann. Es sollte nur eine kleine sein, aber da dachte ich, wenn schon denn schon, das kann ja nicht schaden.

Wie lange ich noch in der Reha bleibe weis ich noch nicht. Zusage der Krankenkasse ist bis 06.12.08. Auf der anderen Seite muss ich irgendwann den Sprung ins kalte Wasser wagen.

Wenn ich mich in der Reha so umschaue, gibt es nur wenige Personen die ich von Anfang an kenne, ich glaube die kann ich an einer oder auch zwei abzählen. Die schwersten Pflegefälle ausgenommen.

Mein Ergotherapeut meinte eben, dass ich im Prinzip alles kann was benötigt wird.

Am Montag werden wir ein Stadttraining durchführen. Was das genau bedeutet werde ich sehen.


Das ist was ich am Mittwoch angefangenen habe zu schreiben. Danach bin ich irgendwann eingeschlafen.

Heute ist Freitag 9:35 und ich liege im Bett. Gestern hatte ich über 40 Fieber und heute mache ich einen auf ruhig. Ich wollte zwar heute Morgen aufstehen, aber die Schwestern haben mir einfach den Rolli nicht an das Bett gestellt. Also die A…… Karte.

In der Nacht war ich zeitweise komplett auf Wolke 87 allein durch das hohe Fieber. Jetzt tun mir insbesondere die Knochen weh, die laut Neurologen mir nicht wehtun dürften.

Bis Mittag werde ich dann im Bett bleiben und dann mal etwas rumfahren. Ich kriege Antibiotika wegen einem Harnröhreninfekt, dies ist wohl eine Standardkrankheit bei gewissen Behinderungen. Zum einem die Hygiene bei den kleinen Geschäften, zum anderen mangelndes Gefühl für Kälte.

Momentan tun mir die Knochen weh, wo es laut Neurologen nicht wehtun sollte ?!?!?
Dies kommt vom langen liegen und mangelnder Bewegiung.
Mal sehen wie es nachher aussieht. Ich werde dann mehr schreiben.


B. Pasman

Dienstag, 2. Dezember 2008

02.12.08 74.Tag




Hallo zusammen,

es ist mal wieder 22:39 und ich sitze am Notebook und überlege was ich schreiben soll.
Heute gab es eine Betriebsversammlung der Therapeuten, von daher gab es zwischen 14:00 und 16:00 keine Anwendungen. Ich hatte nur dann um 17:15 Rekreation, dies kann ein Hydrojet Bett sein oder Fango, kein Tango, damit habe ich Moment etwas Schwierigkeiten bei der Koordination der Beine.

Auf der anderen Seite bin ich unten an den Beinen zurzeit sehr beweglich, für einen Tango ist das bestimmt hilfreich, zumindest tut mir da nichts weh bei den Verrenkungen.

Nach dem gestrigen Umbau des Rollis habe ich eine bedeutend bessere Krafteinleitung am Rolli. Dies habe ich gesehen, als ich heute Nachmittag wieder hoch zur Russischen Botschaft gefahren bin. Es war fast ein Vergnügen.

Die Hilfsmittel sind bisher ohne Probleme von der Krankenkasse genehmigt und Carmen fährt mit dem Bade-Duschstuhl eine Rallye durch das Wohnzimmer bis zur Küche. Zumindest sind diese Sachen da wenn ich nach Hause komme.

Der Versuch heute das ich mich alleine mit dem Rollstuhl wieder aufrichte ist gescheitert. Etwas was ich mal konnte ging nicht mehr. Dies muss dann eben weiter oder wieder geübt werden.

Auf der anderen Seite funktionieren die Transfers aus dem Rolli oder wieder in den Rolli relativ gut. Mein Rekord ist der Transfer aus einem 20 cm tieferem Sofa zurück in den Rolli.

Was ich als nächstes Ziel sehe, ist es möglichst schnell wieder zu arbeiten. Mal sehen wie da die Abläufe sind.

Am Tag gibt es immer wieder Gegebenheiten wo ich denke, hey das ist was um es später zu beschreiben oder zu kommentieren. Nur am Abend fallen mir dann die Augen zu und ich denke verzweifelt nach, was ich schreiben kann. So wie jetzt.

Also mache ich Schluss 23:35.



B. Pasman

Montag, 1. Dezember 2008

01.12.08 73.Tag




Hallo zusammen,

heute wurden die ersten Türchen der Adventskalender aufgemacht.
In der Klinik habe ich keinen, also konnte ich kein Türchen aufmachen.

Am Samstag waren wir bei Real, ich hatte das Bedürfnis einfach mal durch ein Geschäft zu laufen, äh fahren. Daran erkennt man, dass in der normalen Sprache alles auf gehende Personen bezogen ist. Mir wurde schon einige male gesagt, „gehst Du mal eben“ oder andere Redewendungen. Oft ist es den Leuten dann peinlich, ich lache innerlich darüber.

Zurück zu Real, da unten alle Parkplätze belegt waren, fuhren wir hoch auf das Parkdeck.
Von oben nach unten führt ein Laufband. Ich dachte, dass dies kein Problem wäre. Also langsam drauf und direkt festhalten und Bremsen rein. Pustekuchen der Rolli fing an zu rutschen und der südländische Mitbürger kam immer näher. Er bemerkte es nicht. Ich griff den schwarzen Handlauf und der Rolli fuhr oder rutschte gegen die linke Begrenzung dadurch stoppte der Rolli abrupt. Der Abstand zum Vordermann war ca. 50 cm. Noch mal Glück gehabt.

Später lies ich mich unten abholen, ohne wieder hochzufahren. Das war bestimmt eine weise Entscheidung.

Heute war in der Klinik der Tag durch Ausfall von Therapien geprägt. Zuerst fiel eine aus, weil die Visite wie immer zu spät war. Dann fielen zwei aus weil der Therapeut krank ist.
Also war dies in der Richtung ein ruhiger Tag.

Dann habe ich heute noch meinen Rolli etwas anders eingestellt. Zum Glück hat keiner gesehen wie ich das gemacht habe. Vom Rolli ins Bett und dann wie KFZ Mechaniker, halb im liegen vom Bett aus am Rolli geschraubt. Ich denke ich muss Morgen noch mal ran.

Da ich wieder am wegschlafen bin, höre ich jetzt auf ……..

B. Pasman