Freitag, 31. Oktober 2008

31.10.08 42.Tag



Hallo zusammen,

die Zahl 42 lässt sich mal wieder durch 7 teilen.
Damit sind es nun 6 Wochen.

Jetzt die Tage zu zählen ist natürlich auch keine Lösung. Auf der anderen Seite ist der Faktor Zeit natürlich nicht ganz belanglos.

Aber ich erzähle erst mal vom heutigen Tag.

Er fing wieder um 5:45 an und ich fuhr mit dem Duschstuhl ins Bad. Der übliche eingeleitete morgendliche Stuhlgang mit der entsprechenden Wartezeit, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste oder so ähnlich. Danach meinte die Schwester den Rest könnte ich auch alleine machen. Also das was man schon als dreijähriger schon mal gelernt hat. Mit den richtigen Hilfsmitteln oder Unterbauten, sprich Stuhl oder Sitzform geht das. Ich bin also wieder auf dem Niveau eines 3 jährigen, allerdings mit enormen Potential.

Eine weitere Aufgabe war es dann den Sicherheitsverschluss, der die unkontrollierte Abfuhr von fester Nahrung verhindern soll dort anzubringen wo er hingehört und richtig wirkt.
Auch in Fachkreisen Anal-Tampon genannt.
Ich glaube, dass ich dies gut gemacht habe, denn es gab im Laufe des Tages keinen Unfall.

Solche Sachen gehören mit zum Geschäft. Jeder Mensch verdaut, nur gibt es viele Menschen, die aus verschiedenen Gründen dort ein Problem haben. Mittlerweile gibt es aber jede Menge Hilfsmittel, damit Menschen mit solchen Problemen ein normales Leben führen können. Ich kannte das Wort Anal-Tampon bis vor kurzem auch nicht. Ich bin aber der Meinung, das dies schon von Interesse ist, oder?

Die erste Anwendung war Revital sprich die Beine wie bei einem Fahrrad bewegen lassen mit einem Motörchen. Dabei höre ich immer schöne Musik und genieße die Ruhe.

Bei der Physiotherapie habe ich etwas Gymnastikübungen gemacht die ganz hilfreich sind für die Oberkörpermuskulatur.

Danach eilte ich zum direkt im Anschluss stattfindenden Rollstuhltraining. Dies fiel leider aus, weil der Therapeut etwas anderes hatte.
Ok haste mal etwas Zeit.
Danach ging, sorry fuhr ich zum Stehpult. Weil die Stehpulte umgesetzt wurden, gab es wieder einen Ausfall in den Anwendungen.

Ich muss sagen, dass dies bisher nicht passiert ist. Aber etwas ärgerlich war es schon.

So war die nächste Anwendung eine Rollstuhlanpassung. Ich werde die nächsten Tage einen anderen Rollstuhl ausprobieren. Ohne Armlehne, klappbar nicht faltbar, mit festem Vorbau nicht abnehmbar usw.

Dies sind Kriterien für die Wahl eines Stuhls. Nur als ich den Monteur am schrauben sah, habe ich erst mal meinen Satz Inbusschlüssel geholt, damit er nicht mit seinem Werkzeug die Schrauben demoliert. Ich glaube ich werde zum Abschluss den Jungs mal einen guten Satz spendieren.

Am Rollstuhl wurde die Kippeligkeit reduziert, dies weil ich Probleme habe mich nach vorne zu beugen, weil ich einfach dann umfalle, wenn ich keine Gegenkraft habe. Dr alte Newton schlägt dann wieder zu. Das Teil fährt sich nun wie ein Audi TT. Balancieren und auf 2 Rädern fahren ist viel einfacher. Neu geübt werden muss nun das auf den Bordstein fahren.

Der Nachteil eine klappbaren ist, dass er nicht so kompakt demontieren lässt.

In der Ergotherapie habe ich dann geschafft, mich mit meinen Armen eine Stufe von über 17 cm zu überwinden. Damit meine mit dem Popo rückwärts hoch. Das ist fast Treppenstufenhöhe.

Also täglich lerne ich neue Sachen.

Bei der Rekreation bekam dann ein Hydrojet. Wer das kennt findet es gut. Ein Wasserstrahl spritzt gegen eine Gummimatratze und massiert den Rücken.

Bei dem Rollstuhlsport haben wir Volleyball gespielt. Das macht immer Spaß und ist auch eine gute körperliche Ertüchtigung.

Also ein ganz normaler Reha Tag.

Gewisse Anzeichen sagen mir, dass sich am Rücken etwas tut. Das ist aber auch ein Gefühl. Zumindest von der Sensorik. Die Motorik ist nach wie vor null.

Aber was würde Kaiser Franz in solchen Momenten sagen? Na? Genau:“Schaun wir mal.“
Und mit dem blöden Spruch sind die 1990 Weltmeister geworden.


Also weiter geht’s.


B. Pasman

Donnerstag, 30. Oktober 2008

30.10.08 41.Tag

Hallo zusammen,


Zur Unterhaltung habe ich ein Foto und ein paar Videos gepostet.

Die Videos zeigen den Versuch einen simulierten Bürgersteig zu erklimmen.
Die Technik ist dann viel wichtiger als die Kraft.

An den Videos erkennt man, das es mal besser und mal schlechter funktioniert. Dies ist im Endeffekt sehr viel Übung und Training. Wenn solche Fehler wie auf dem Video in der freien Wildbahn passieren, liegt man auf der Schnauze oder wie eine Schildkröte auf dem Rücken.

Ich denke beides ist nicht angenehm, also bedeutet es üben, üben, üben usw.

Dies ist nur eine Sache die man in der freien Wildbahn beherrschen muss.
So gesehen gibt noch viele Dinge die ich lernen muss.


Heute bei der Visite hatte der Oberarzt mehr Zeit. Auf meine Frage auf welche Zeit ich mich hier einstellen muss, meinte er 3-5 Monate.

Dies gibt mir Zeit zu überlegen was mit dem häuslichen passieren muss und wann.

Ich schaffe es auch schon wenn ich mit dem Rolli auf dem Boden liege wieder hochzukommen.

Morgen bekomme ich einen anderen Rolli zum probieren. Ich werde also diverse Rollis probieren und dann entscheiden wie er aussehen soll.

Auf jeden Fall ist dies schwieriger als Autokauf.

Die restlichen Anwendungen waren wie immer, also nicht so spannend.

Ich hoffe die Videos zeigen etwas vom Klinikalltag mit der entsprechen Belastung..

Nur der Upload dauert furchtbar lange und ich bin so müde.


B. Pasman






















Mittwoch, 29. Oktober 2008

29.10.08 40.Tag




Hallo zusammen,

bei 40 Tagen macht es irgendwie Klick in einem.

Da war doch was. Wenn man etwas googled findet man viele Informationen.

Zum Beispiel die folgenden, einige kennt fast jeder, andere sind bestimmt neu:
Aus der Bibel geht hervor, das 40 Tage oder 40 Jahre für Gott ein Zeitabschnitt mit großer geistlicher Bedeutung sind. Immer, wenn Gott jemanden für eine Aufgabe vorbereiten wollte, nahm er sich dafür 40 Tage Zeit:

- Noahs Leben wurde durch 40 Tage Regen verändert

- Mose lebte 40 Jahre in der Wüste bevor er das Volk Israel führte

- Mose wurde durch 40 Tage auf dem Berg Sinai verändert

- Das Volk Israel mußte 40 Tage durch die Wüste wandern

- Die Kundschafter erkundeten das Land Kanaan in 40 Tagen

- David wurde durch die 40 Tage dauernde Herausforderung durch Goliath verändert

- Elia bekam durch eine einzige Mahlzeit Kraft für 40 Tage und wanderte bis zum Berg Gottes.

- Die Bewohner der Stadt Ninive hatten 40 Tage Zeit zur Umkehr und veränderten sich.

- Jesus wurde durch 40 Tage in der Wüste zu seinem Dienst bevollmächtigt.

- Die Jünger wurden durch die 40 Tage verändert, die sie nach seiner Auferstehung mit Jesus verbrachten.

- Und übrigens ist die Bibel von 40 verschiedenen Autoren geschrieben worden.

Wie lange ist die Fastenzeit? Genau 40 Tage.

Jetzt kann es sein, dass in meinem Fall auch 40 Tage eine Bedeutung haben. Nur habe ich die Bedeutung bis jetzt nicht erkannt.

Na ja, die 40 Tage sind jetzt vorbei, dies muss für mich ja keine Bedeutung haben.

Auf jeden Fall war heute ein erfolgreicher Tag in dem Thema unkontrollierte Abfuhr von fester Nahrung. Dies ist ja schon mal positiv.

Die positiven Anzeichen einer Änderung des Zustandes mehren sich nicht. Richtige eindeutige belastbare Signale sind nicht zu erkennen. Vielleicht eine, meiner Meinung nach tiefere Empfindlichkeit in der rechten Bauchdecke, dies kann aber auch täuschen.
Für mich als Techniker ist dies nicht eindeutig Messbar. Auf der anderen Seite bin ich schon der Meinung, dass sich etwas tut.

Wie immer wieder gesagt, die Hoffnung stirbt am Schluss und auf der anderen Seite ist jede Veränderung auch eine Chance.

Wer sagt denn, dass das Leben einen einzementierten Weg gehen muss. Gerade neue Ziele sind hoch interessant. Das eingefahrene ist oft auch nur eine Pflichterfüllung.

Ich möchte damit nicht sagen, dass ich jetzt denke alles zu verändern, aber einfach mitteilen man hat immer wieder Chancen, auch unter anderen Voraussetzungen neue Wege zu gehen oder alles einfach anders zu machen..

Wenn es bei der Behinderung so bleibt, ist dies ein gravierender Einschnitt in mein Leben, wobei Einschnitt schon negativ belastet ist. Sagen wir einfach eine gravierende Veränderung.

Eine Veränderung ist erst mal wertneutral. Dies kann durchaus auch positiv sein.

Jetzt bin ich müde und werde schlafen.

Wer weis, vielleicht hat die Zahl 40 ja doch eine Bedeutung und ich erkenne sie nur nicht.




B. Pasman

Dienstag, 28. Oktober 2008

28.10.08 39.Tag



Hallo zusammen,

Heute war ein typischer Reha Tag.

Zuerst kam ein Beauftragter der Krankenkasse, mit einem Angebot der Ortho Firma an die Krankenkasse. Dieses Angebot wurde mit einem Rolli Spezialisten und mir durchgegangen. Es waren einige Optionen drin, die nach Meinung des Rolli Spezialisten der Reha nicht notwendig sind. Der Rolli Spezialist ist auch der Meinung, dass man einen Rollstuhl erst während der Reha definiert und nicht 6 Tage nach einer OP. Da hat der Mann Recht.

Die Frage ist auch welches Orthopädiehaus soll mir den Rolli liefern. Das sollte schon lokal vertreten sein, aber auch kompetent. Noch ne Aufgabe.

Jetzt wird der Rolli definiert ca 3-4 Wochen vor Reha Ende. Mal sehen wie das Timing klappt.
Das Teil festzulegen wird eine schöne Aufgabe sein. Ich werde jetzt in der Reha verschieden Varianten ausprobieren um dann zu entscheiden, das will ich haben. Das ist schwieriger als Auto kaufen.

Danach kamen die üblichen Therapien wie Physiotherapie, Rollstuhltraining, Stehpult, Ergotherapie und Rollstuhlsport.

Nun um 22:15 bin ich doch etwas müde. Immerhin bin ich um 06:00 Uhr aufgestanden um aus dem Stau der Erstversorgung der Krankenschwestern rauszukommen und möglichst alles soweit möglich alleine zu machen.

Im Bett war ich gegen 21:00 Uhr und nach ein paar Telefonaten habe ich nun Zeit diese Zeilen zu schreiben.

Auf jeden Fall ist es schwierig ein paar ruhige Minuten zu haben.

Dies merke ich auch daran, dass ich das Buch, das ich nach OP angefangen habe zu lesen, gerade mal zu ca. 2/3 gelesen habe. Dort habe ich irgendwann den Faden verloren und einige Seiten doppelt gelesen. Ich werde jetzt auf Kurzgeschichten umsteigen, wenn ich dazu komme.

Also Reha ist in meinem Fall kein ausruhen und relaxen, sondern fast wie arbeiten.

Der morgige Tag wird ähnlich sein von den Anwendungen.

Auf jeden Fall glaube ich immer noch, dass sich vieles wieder geben wird. Das sagt mir mein Bauch. Das Bauchgefühl hat mich bisher selten im Stich gelassen.

Also heute nichts gravierend Neues, aber dies kann es ja nicht jeden Tag geben.

Jetzt werde ich zuerst erst mal Augentraining betreiben. Bin doch müde.



B. Pasman

Montag, 27. Oktober 2008

27.10.08 38.Tag




Hallo zusammen,

auf zu neuen Ufern.

Ich glaube so kann man den Tag etwas beschreiben.

Gestern kamen die Schwestern und meinten ich sollte mir die Heparin Spritzen selber setzen.
Also tue ich das nun. Spritze aufziehen, Nadel drauf, die Bauchdecke etwas desinfizieren, die Schwarte mit Daumen und Zeigefinger greifen und dann schräg die Nadel rein, fertig. Jedes mal 3ml in die schmerzfreie Bauchdecke, dies 2-mal täglich. Auch stelle ich mir seit einiger Zeit meine Medikamente selber zusammen.

Auch gehe ich jetzt morgens in den Speisesaal um besser mein Frühstück dosieren zu können und jedes Mal für Carmen etwas Nutella abzuzweigen, ähm.

Heute Morgen um 6:00 Uhr kam eine Nachtschwester und meinte nun sollte ich mich soweit möglich alleine versorgen. Dies hätten die beiden Schwestern so in der Nacht überlegt.

Es gab nur Hilfe bei dem Ausziehen der Hose für das morgendliche Abführen, dafür fehlt mir halt noch die 3.Hand oder in dem Fall auch der passende Toilettenstuhl.

Danach durfte ich inklusive der Thrombosestrümpfe alles alleine anziehen. Nur die beruhigende Steckvorlage wurde von der Schwester kontrolliert und der Analtampon wurde dann von der Schwester gesetzt.
Die beruhigende Steckvorlage hatte heute nicht nur die beruhigende Funktion, sondern auch erfolgreich die angedachte. Damit gab es Glück im Unglück.

Auf jeden Fall war es für mich ein Erfolgserlebnis, ein weiterer Schritt in die Selbständigkeit. Dann erzählte die Schwester, dass sie einen Freund hat, der ab der identischen Stelle gelähmt ist und alles komplett alleine macht. Also wenn das so ist, gibt es eine neue Herausforderung.
Ich habe sie gebeten einen Kontakt herzustellen. Auf diese Art kann ich bestimmt viel lernen.

Die kleine Visite kam spät, dabei habe ich meine geschriebenen Anmerkungen, wie die Rückenbeschwerden unterhalb der OP und ein Video von dem zuckenden Zeh inklusive der zuckenden Muskeln im rechten Bein gezeigt. Ich glaube das war denen in der Form neu, zumindest nicht täglich geläufig.

Bei der anschließenden Physiotherapie habe ich versucht eine Höhe von 17 cm zu im Sitzen nach hinten zu überwinden. Dies ist so etwa die Höhe einer Treppenstufe. Bei der Anstrengung kam die erfolgreiche Stunde der Steckvorlage die zwischen Unterhose und Gesäß liegt. Der Analtampon hatte dabei wohl wie ein Sektkorken reagiert, der in einer Sektflasche steckt, die zu heftig geschüttelt wird.

Dadurch verschob die Teilnahme an meinem Rollstuhltraining um etwa 15 min. Dies halt bedingt durch eine Unterbodenwäsche der Schwester.

Hier gab es einen Teilerfolg.
Ich habe recht sicher die Turnhalle auf 2 Rädern durchquert. Die Balance halten geht mittlerweile recht gut.

Nur den 12cm Bürgersteig mit Schwung zu nehmen funktioniert noch nicht so. Da muss ich noch an der Technik und dem Timing arbeiten.
Der Ablauf ist folgendermaßen:
1. Mit relativ hoher Geschwindigkeit anfahren
2. Im richtigen Moment bei der hohen Geschwindigkeit die kleinen Vorderräder mit einem kurzen Impuls nach vorne anheben, damit diese über den Bordstein gehen. Wenn das zu spät kommt, fliegt man nach vorne aus dem Rolli. Insbesondere ich, da mir die Rumpfstabilität fehlt.
3. Kurz nach dem Anlupfen der Vorderräder, wenn die großen Räder in Kontakt kommen kräftig Schub auf die Räder geben um mit beiden Energien gleichzeitig den Bordstein zu überwinden.
4. Gleichzeitig den Oberkörper nach vorne zur Schwerpunktverlagerung.

Wenn das Timing nicht stimmt, fliegt man entweder nach vorne aus dem Rolli oder kippt unter Umständen nach hinten um. Oder bleibt nur hängen.

Dies ist also schon eine Aufgabenstellung.

Apropos nach hinten umkippen. Ich schaffe es mittlerweile wenn ich mit dem Rücken im Rolli auf dem Boden liege, mich wieder aufzurichten. Dies ist zum einem Kraft, aber genauso ist die Technik wichtig, fast noch wichtiger.

So gesehen hatte ich heute eine ganze Reihe Erfolgserlebnisse.

Das letzte war eben, durch Anreiz an bestimmten Stellen am rechten Fuß kann ich Reaktionen des Fußes auslösen. Dabei spüre ich auch etwas! Es ist wenig, aber die Richtung stimmt.

Die vielzitierte Eisdecke möchte ich jetzt nicht benutzen.

Auf jeden Fall stärkt das den Glauben, es gibt noch viel Potential.



B. Pasman

Sonntag, 26. Oktober 2008

26.10.08 37.Tag





Hallo zusammen,

gestern dachte ich, dass ich einen besinnlichen Sonntag mit einem Besuch der Familie haben werde und danach schön in Ruhe was lustiges in den blog einstellen werde.

Heute Morgen habe ich mir überlegt was ich schreiben werde. Nur jetzt gegen 21:00 Uhr ist mir das etwas anstrenend.
Es gab einen Stau im Badezimmer, verursacht durch meinen Zimmernachbarn, der von seinem Freund einen Haarschnitt wie ein Marine bekam, allerdings dauerte dies etwas länger als bei den Marines. Es gibt halt Menschen, die sogar in solchen Angelegenheiten sehr anspruchsvoll sind. Danach wurde der Pfleger in Beschlag genommen und ich war in der zweiten Reihe. Mein Plan war gegen 19:30 gewienert und gestriegelt im Bett zu liegen. Danach halt gemütlich etwas in den Computer zu tippen. Die Zeit fehlt mir jetzt etwas.

Auf jeden Fall wenn ich meinem Zimmernachbarn meine Rückseite zuwende, könnte ich nervös werden. Leider oder zum Glück kann er sich fast nicht bewegen, sodass von daher keine Gefahr besteht. Außerdem steht er nicht auf Heten.

Wenn hier eine Kupferrohr gelötet werden müsste, könnte er mit dem blanken Daumen das Lot zum schmelzen bringen. Aber der Typ ist schwer in Ordnung.
Wie lachen viel zusammen.

Auf jeden Fall bin ich im Moment so müde, dass ich fast einschlafe.

Heute habe ich mal meinen Stundenplan hochgeladen, da kann man sehen wie die Anwendungen aussehen. Der Plan wird sich aber noch im Laufe der Woche ändern.

Ich werde morgen sehr früh aufstehen müssen, damit ich vor der Visite noch frühstücken kann. Also werde ich jetzt gleich Schluss machen.

Ich muss jetzt gleich noch notieren, was ich der Visite erzählen muss. Wenn die nicht gesammelt wird, erzählt man nur die Hälfte oder stellt es falsch dar.

Also liebe Leute, morgen gibt es mehr. Denke ich mal bei dem Stundenplan.

Damit Morgen auf zu neuen Taten.



B. Pasman

Samstag, 25. Oktober 2008

25.10.08 36.Tag




Hallo zusammen,

heute am Samstag habe ich mehr Zeit was Sinnvolles zu schreiben oder besser gesagt von der Tagebuchform abzuweichen.

Ich überlege noch was es sein soll.

Zum einem könnte ich über meine Gedanken schreiben.
Zum Beispiel was mich bewegt hat in dieser unkonventionellen Form zu kommunizieren.
Insbesondere in den ersten Tagen nach der OP.

Dies werde auch noch machen.

Eine andere Variante wäre über die Abläufe in Klinik oder die Klinik an sich.

Etwas anderes wäre eine Beschreibung über meinen Zustand, sprich was kann ich was kann ich nicht. So was wie ein Pasman Bulletin. Mit Erklärungen was mich noch gewaltig stört oder besser gesagt am meisten behindert. Was muss ich auf jeden Fall noch lernen.
Was sind die nächsten Ziele. Dies werde ich auf jeden Fall auch noch machen.

Am Sonntag werde ich auf jeden Fall etwas in Richtung, wie letzten Sonntag einen Kommentar zum Kölschen Grundgesetz. Dann werde ich versuchen etwas Lustiges zuschreiben.
Denn Lachen ist die beste Medizin, neben der Sonne die einem mit voller Pracht ins Gesicht scheint.

Mit der Einleitung habe ich ja schon eine Menge geschrieben.

Jetzt muss ich langsam entscheiden.
Na ja ich werde noch nachdenken und am Nachmittag in Ruhe schreiben.

Normalerweise schreibe ich ganz schnell vor dem Einschlafen. Dies einfach weil tagsüber die Zeit fehlt.
Das erkennt man, glaube ich an dem was ich schreibe und wie ich schreibe, erst kurz vor dem Einschlafen. Na die Qualität lässt dann auch halt nach, sorry.

OK, ich habe entschieden was ich schreibe.

Warum ich nach der OP angefangen habe die E-Mails zu schreiben.

Nach der OP war ich verständlicherweise in einer psychischen Krise. Die Welt brach für mich fast zusammen.
So fing ich an zu überlegen was ich jetzt machen soll. Die Überlegung irgendwelche Tabletten gegen Depressionen oder ähnliches zu nehmen, habe ich abgelehnt.
Dies ist keine Lösung.

So kam ich auf die Idee mich selber zu fordern und Hilfe zu holen.
Die Frage war wie mach ich das?

Da überlegte ich anderen Leuten meine Gedanken mitzuteilen meine Stärke zu zeigen oder zu suchen, mir Ziele zu setzen und mich auch selber zu fordern. Dieses fordern indem ich anderen zeigen wollte oder auch musste das ich stark bin.

So als wenn man vor Zuschauern einen Berg besteigen will.

Der Zuspruch der danach kam war wieder eine Herausforderung für mich und auch einfach überwältigend.
Dies war ein gewaltiger Sog der mich aus der Tiefe zog.
Teilweise habe ich mir sie Seele aus dem Leib geschrieben.
Sehr positiv waren für mich die persönlichen Mails die ich mit anderen direkt ausgetauscht habe.
Zum einem war es Ablenkung, zum anderen eine Herausforderung für mich.

Der Mensch braucht Ziele. Ohne Ziele vegetiert er vor sich hin.
Diese Ziele habe ich auch durch diese Art der Kommunikation bekommen.

Ich habe oft gehört, dass es ein anderer Pasman war der die Mails schrieb.
Ich würde es anders beschreiben.
Ich habe nur Facetten von mir gezeigt, die ich im alltäglichen Leben nicht an den Tag lege.
Von Hause hat jeder Mensch eine Schale oder einen Turm, den er als Schutz um sich trägt. In diesem Fall wurden einige Steine demontiert.

Dies wird man wahrscheinlich auch an dem sehen was ich jetzt täglich schreibe. Es ist mehr nüchtern, sachlich weniger emotionell.

Jeder Mensch hat Eigenschaften, die andere nie an einem sehen. Die Maske oder Turm die jeder mehr oder weniger trägt verhindert das.

Dies erkennt man erst wenn man den anderen wirklich kennen lernt oder in solchen Situationen wie es mir passiert ist, wo man sich teilweise die Seele aus dem Leib schreibt.

Ich kann nur jedem empfehlen, in Situation wie es mir passiert ist, ähnlich zu reagieren.
Die Reaktionen der anderen Menschen wird phantastisch sein.
Die Hilfsbereitschaft unter den Menschen ist bedeutend größer als man denkt.

Ich kann versprechen, dass ich jedem so helfen werde, wie mir geholfen wurde.

Zurzeit bin ich in einer psychischen Verfassung, die mich selber überrascht.
Dies ist bedingt zum einem durch die überragende Hilfe und auch, dass die elende Quälerei durch den Vorfall weg ist.

Mir geht es von der Psyche momentan ausgesprochen gut.

Also heißt es weiter optimistisch nach vorne zu schauen und weiter zu kämpfen.

Das tue ich!!!

Nochmals an alle vielen Dank. Dieses Wort kann man nicht oft genug sagen.


Noch ein schöner Spruch:

Rotwein ist für alte Knaben eine von den besten Gaben.
(Wilhelm Busch - deutscher Schriftsteller und Karikaturist, 1832-1908)

Der Mann hat Ahnung !!!!! Und das vor über 100 Jahren.



B. Pasman

Freitag, 24. Oktober 2008

24.10.08 35.Tag




Hallo zusammen,

heuet morgen gab es als erstes einen Termin beim Urologen.
Dort wurde der Bauchdeckenkatheder gewechselt. Dabei fing die Schwester an zu weinen.
Der Grund war, dass bei dem ziehen des Schlauches ein Spritzer der im Schlauch vorhandenen Flüssigkeit der Schwester ins Auge spritzte. Ich kann mir schönerer Sachen vorstellen.

Der Urologe zeigte anhand der Aufnahmen der teil gefüllten Blase, dass die Muskulatur der Blase erschlafft ist. Die erkennt man an der unrunden Form der Blase. Wenn der Muskel in Ordnung wäre, würde die Blase runder sein.

Ein nächstes Ziel ist den Bauchdeckenkatheder zu eliminieren und durch kathederisieren durch den Weg der dafür gedacht ist, dies 5-6 mal am Tag.

Die Schmerzen unterhalb der OP am Rücken waren heute wieder zeitweise ziemlich stark.
Ich weis nicht ob ich mich darüber freuen soll.

Auf jeden Fall bin ich nach einer Woche Reha ziemlich kaputt und ich könnte die Äuglein zumachen.

Bei dem Fahren mit dem Elektrofahrrad zuckte ein paar Sekunden mein rechtes Bein. Dies gab es noch nie. Ich werte es mal als positiv.

Man bin ich platt.

Ich habe extreme Mühe meine Augen abzuhalten.

Bis morgen.



B. Pasman

Donnerstag, 23. Oktober 2008

23.10.08 34.Tag




Hallo zusammen,

die Tage gleichen sich.

Bis auf die Oberarztvisite und einer Messung der Verbindung zwischen Kopf und linkem und rechtem Fuß, war es wie gestern.

Bei der Oberarztvisite, kam nicht viel raus. Er fragte was man mir noch beibringen kann. Ich habe geantwortet sehr viel. Wie ich werten soll weis ich nicht. Ein Problem ist, dass ich relative viel Wasser trinke, dies würde ein Problem mit einer Selbstkathedrisierung sein.
Da ich dann zu oft einen Katheder einführen müsste.
Morgen habe ich einen Termin bei dem Hausurologen. Mal sehen was der sagt.

Bei der Messung der Verbindung habe ich als Elektriker wohl eine eingebaute Isolierung. Die Ergebnisse waren nicht so sehr gut. Das Mädel, dass die Messungen gemacht hatte schaute nicht so fröhlich und meinte es könnte auch an den kalten Füssen liegen oder dem Wasser in den Beinen.

Die Messung ist also nicht als starkes Erfolgserlebnis abzubuchen. Ich hatte mir mehr erhofft.

Wirklich gut waren heute das Fahren auf 2 Rädern mit dem Rollstuhl und das Lammsteak aus der Küche.
Ach ja, die Rückenbeschwerden waren auch minimal.

Der Rest des Tages war von Anwendung zu Anwendung eilen und fit werden.

Was soll es die Hoffnung und der Glaube bleiben.


B. Pasman

Mittwoch, 22. Oktober 2008

22.10.08 33.Tag



22.10.08 33.Tag

Hallo zusammen,

Nun ist es 21.41 Uhr und ich fange an zu schreiben.

Die Anwendungen waren die gleichen wie gestern, bis auf Physiotherapie, die gab es heute nicht.


Das Fahren auf 2 Rädern klappt mittlerweile ganz gut, ich schaffe es fast immer in der Turnhalle quer komplett zu fahren. Auch balancieren auf einer Stelle geht schon ganz gut.


Einen Bordstein von 12 cm würde ich mit etwa Glück auch meistern können. Zumindest klappt dies in der Turnhalle auf Hartschaummatten.




Beim Rollstuhlsport spielen wir Volleyball mit einem Wasserball oder auch Tischtennis.

Mal sehen welche Sportart morgen ansteht.


Das Aufrichten in einem auf dem Rücken gekippten geht bis zu eine gewissen Schräge auch schon. Also die Devise ist nach wie vor den Jungen fit machen für den Rolli.


Heute bekam ich Antithrombose Strümpfe. Zuerst mal für die Unterschenkel. Die Teile anzuziehen wird verdammt schwierig sein. Ob ich das ohne fremde Hilfe schaffe?


Es gibt noch verdammt viel zu lernen, um fit zu sein für ein Leben draußen.

Hier ist es wie in einer Käseglocke. Total behütet mit fast optimalen Vorrassetzungen.


Wenn ich da dann an den Alltag denke.

Das Haus mit Keller, EG, 1 OG und Dachgeschoss.

Die verwinkelten, auf verschiedenen Ebenen, historisch gewachsenen Strukturen auf der Arbeit, mit gewaltigen Schrägen für einen Rollstuhl.


Das Haus würde heißen kräftig umbauen.

Lohnt sich das?

Oder besser was anderes?

Bleibt meine Behinderung so?

Was kommt wieder?

Wie ist der Verlauf?

Wann muss ich was entscheiden?

Gibt es temporäre Lösungen?

Wie sieht eine notwendige Pflege aus?

Welche Pflege würde ich brauchen?

Was lerne ich noch?

Wie lange bleibe ich noch hier?


Ich glaube da sind noch jede Menge offene Fragen, die im Endeffekt nur die Zeit entscheiden kann.


Jetzt schnelle Entscheidungen zu treffen, wäre sicher ein Fehler. Aber zu lange zu warten auch.

Noch ne Frage, soll ich mich jetzt damit belasten?


Richtige Antworten habe ich noch keine.

Ich werde mal bei Ebay eine Glaskugel bestellen, vielleicht weis die Rat oder hat die Antworten.


Eine Sache hat mich heute zugleich glücklich und auch sehr traurig gemacht, meine Tochter meinte sie würde den Vater von heute mehr mögen, weil er freundlicher und liebevoller ist. Was habe ich in der Vergangenheit falsch gemacht.


Heute habe ich den ganzen Tag ausgeprägtes Gefühl an einer Stelle am rechten Fuß, wo ich bisher keins hatte. Dies war schon heute Morgen und ist bis jetzt der Fall. Mal sehen wo der Spot Morgen drauf schaut.


Auch hat eben der Alkohol nach der Heparin Spritze gebrannt, dies kann aber auch ein sechser im Lotto sein. Hier und da glaube ich auch Sachen zu spüren oder wahrzunehmen die vorher nicht der Fall waren.


Dies kann aber auch Einbildung sein oder auch nicht. Oder der Wunsch Vater des Gedanken.

Ist es Licht am Ende des Tunnels oder der ICE Köln Frankfurt?


Die Zeit wird es zeigen.


Auf jeden Fall geben solche Signale wie die Heparin Spritze oder irgendwelche gefühlten Körperteile Hoffnung und stärken den Glauben, dass es sich ändern wird.


Nun ist es 22:37.

Genug...................


B. Pasman

Dienstag, 21. Oktober 2008

21.10.08 32.Tag



Hallo zusammen,

das morgendliche Ritual zu duschen, muss ich erst mal sein lassen.
Ich habe da eine Wunde an der rechten Wade die nicht so recht verheilen will.
Ein Kratzer ca 4 cm lang und ½ cm breit. Normalerweise wäre das längst verheilt.
Nur die Durchblutung in den Beinen ist jetzt schlechter, da die Muskeln das Blut nicht zurückdrücken.

Nach meinem abendlichen Erlebnis mit der Verdauung, hatte ich heute den ganzen Tag das Gefühl, dass …….. aber war nichts. Immer wieder Geruchstest usw. Aber prüfen kann bis jetzt nur die Schwester. Ich habe auch noch keine Idee, wie ich so was später machen kann.
Das wird eine interessante Aufgabe, die es zu lösen gilt.

Der Vormittag war recht anstrengend, zuerst Stehpult, danach Physiotherapie mit mehrmaligen Transfer aus dem Rolli ins Bett ohne Rutschbrett, danach Rollstuhltraining mit lange Strecken auf 2 Rädern fahren und mit Schwung auf einen Bordstein fahren, ohne auf die Schnauze zu fallen.
Dies geht mit Schwung, dann durch einen Stoß die Vorderräder anheben und dann durch schnelles Umgreifen mit Schwung hoch. Verdammt schwer im Timing.
So ca. 10 cm schaffe ich, für einen ganzen Bordstein muss ich noch üben.

Bei der Ergotherapie war ich dann nicht in der Lage den gekippten Rollstuhl mit mir wieder aufzurichten, wenn ich sehr flach lag. Dies ging gestern eindeutig besser. Die Frage ist Technik oder Kraft. Ich denke beides. Mir fehlt noch jede Menge Kraft, um dies alles sicher und permanent zu machen. Die Technik fehlt auch noch. Aber Step by Step.

Nach Mittag habe ich mich dann eine gute Stunde ins Bett gelegt, einfach um die Beine hochzulegen. Wobei der Grund war einmal den Unterboden von der Schwester kontrollieren zu lassen. Dies war zum Glück negativ.

Nach Mittag gab es dann später 25 min Fahrrad fahren, verbrauchte Kalorien „0“. Wo das wohl herkommt. Dabei bewegten sich meine Beine mit 35 Umdrehungen die Minute.

Ich glaube bei der Tour de France würde ich disqualifiziert. Die würden dann schon einen Grund finden.

Mein Rücken war heute etwas besser. Wobei es schon pervers ist, wenn man sich über Rückenschmerzen auch etwas freuen kann. Dies nur weil die Schmerzen unterhalb der OP liegen.

Heute Abend kam eine Schwester an und meinte ich sollte auf der guten alten Keramik das machen was man da so macht. Gesagt getan, mit ein paar Tricks auf die mit klappbaren Plastikring abgedeckte Keramik. Die Frage ist nur, wie schaffe ich es für die Hygiene das auszuziehen, was gegen Kälte schützt und den Menschen vom Affen unterscheidet. Es sei denn der Affe ist in einer Fernsehsendung. Noch ne Aufgabe....

Wie man sieht ist ein zentrales Thema. Ich falle immer wieder darauf zurück. Dies ist aber auch immens wichtig, zumindest für mich. Thema Unabhängigkeit!!

Positive Ereignisse zum Kernproblem gab es nicht. Nur hier da ein angenehmes Gefühl in den Beinen. Dies geht dann manchmal einher mit einer geglaubten teilweisen Kontrolle. Real allerdings nicht oder zumindest nicht messbar.

Auf jeden Fall der Kampf geht weiter.
Die Hoffnung und der Glaube bleiben bestehen.

Das Foto oben kennt wohl jeder. Ich finde es schön.

B. Pasman

Montag, 20. Oktober 2008

20.10.08 31.Tag





Hallo zusammen,

das morgendliche Ritual mit Dusche und eincremen hat perfekt funktioniert.
Die kleine Visite ohne Oberarzt war insoweit aufschlussreich, dass meine Blutwerte in Ordnung sind, EKG auch EEG wird noch ausgewertet.
Am Donnerstag gibt es eine Untersuchung „evozierte Potentiale“. Wenn man etwas rumsurfed findet man viel. Auf jeden Fall werden da Nervenbahnen elektrisch vermessen.

Der Tag fing mit Rückenschmerzen an, sodass die Physiotherapie hier ansetzte. Das schöne ist, dass die Schmerzen ca. am BW 9-10 sind. Also tiefer als die OP, dies unterhalb zu haben ist schon mal positiv. Dies auch wenn die Schmerzen hier und schön übel sind. Diese Beschwerden sind nicht neu, das hatte ich schon vorher. Nun fehlt nur die richtige Bewegung.

Danach gab es Fango. Ich meine, bin mir eigentlich sicher, den warmen Fango am unteren Rücken gespürt zu haben. Also das ist positiv!

Beim Rollstuhltraining war wieder auf fahren auf 2 Rädern angesagt. Dies geht schon ganz gut. Zumindest unter Absicherung vom Therapeuten. Auch das Auffahren auf einen Bürgersteig ist nicht ohne. In der fahrt die Vorderräder anheben und dann mit Schwung und direktem nachfassen hoch. Wenn man das verkehrt macht liegt man sonst wo. Runterfahren auch Vorderräder hoch und auf 2 Rädern runter, danach Vorderräder wieder aufsetzen.
Im Prinzip wie Kinderwagen fahren.

Bei der Ergotherapie musste ich üben, wie man aufsteht, wenn man mit dem Rollstuhl auf dem Rücken liegt. Zuerst mit ca. 45 Grad und weiter runter und runter. Bis komplett auf die Erde habe ich es nicht geschafft. Na ja morgen ist auch noch ein Tag.

Danach gab es Rollstuhlsport, hier wurde mit einem Wasserball Volleyball gespielt. Das ist nicht so einfach, macht aber einen Heidenspaß.

So gesehen war es ein ordentlicher Tag.

Der Frust kam als ich ins Bett ging. Beim rüberrutschen, gab es farbliche Veränderung am Laken, Sch……
Dann gab es wieder einen Fullservice.
Und morgen eine neue Jogginghose und Unterwäsche.
Auch der Blasenkatheder machte heute Probleme und musste angespült werden.

Dieses Thema nervt schon mit am meisten. Ich glaube das habe ich schon mal geschrieben.

Jetzt sitze ich am Computer und tippe etwas ein.

Jetzt will die Schwester mich lagern, also höre ich auf zu tippen und schalte den Notebook aus.

Das Bild ist der Hafen in Alicante mit Blick aufs Castillo.

B. Pasman

Sonntag, 19. Oktober 2008

19.10.08 30.Tag


Kölsche Grundgesetz kommentiert

Ich habe mir überlegt, was ich am Sonntag schreibe.
Da habe ich mir gedacht das Kölsche Grundgesetz zu kommentieren mit Bezug auf meine momentane Situation. Ich dachte mir das wäre mal was anderes

Artikel 1: Et es wie et es
Sieh den Tatsachen ins Auge sagt man dazu in der Sinndeutung. Ich glaube dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Die Tatsachen sind vorhanden und real, daran ist nichts zu rütteln und zu deuten. Wer dies nicht tut lebt in einer Traumwelt. Also akzeptieren.
Ich tue das.

Artikel 2: Et kütt wie et kütt.
Hab keine Angst vor der Zukunft sagt man dazu in der Sinndeutung. Warum sollte ich Angst vor der Zukunft haben. Es sind momentan andere Rahmenbedingungen, aber diese sind auch nicht so speziell. Also warum sollte man Angst haben.
Ich habe zur Zeit keine Angst vor der Zukunft. Es wird sich einiges ändern so oder so, aber kein Grund Angst zu haben.

Artikel 3: Et hät noch immer god gegange.
Lern aus der Vergangenheit. Ob es immer gut gegangen hat, ist etwas übertrieben. Die Sinndeutung aus der Verhangenheit zu lernen ist ein normaler Vorgang. Wie soll der Mensch sonst lernen wenn nicht aus der Vergangenheit. Er soll sich aber auch nicht damit belasten.
Ich glaube ich habe immer aus der Vergangenheit gelernt. Sicher auch mal wichtige Sachen nicht übernommen. Aber der Mensch lernt aus Fehlern.

Artikel 4: Wat fott es, es fott.
Jammer den Dingen nicht nach. Stimmt eindeutig. Wer jammert hat keine Zeit seine Ziele zu erreichen. Was nutzt Jammern, nur die Zukunft zählt.

Artikel 5: Et bliev nix wie et wor.
Sei offen für Neuerungen. Na klar bin ich offen für Neuerungen. Stillstand ist tödlich. Wobei nicht jede Neuerung übernommen werden darf.

Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.
Sei kritisch, wenn Neuerungen Überhand nehmen. Habe ich schon kommentiert. Wobei die kölsche Variante da bedeutend härter ist.

Artikel 7: Wat wells de maache?
Füg dich in dein Schicksal. Sich dem Schicksal fügen ist eine Sache. Man kann aber gewaltig an seinem Schicksal arbeiten beziehungsweise beeinflussen.

Artikel 8: Maach et god, ävver nit zo off.
Achte auf deine Gesundheit. Auf die Gesundheit achten ist ein Muss. Zu der kölschen Variante möchte ich im Moment keine Aussage geben.

Artikel 9: Wat soll dä Käu?
Stell immer die Universalfrage. Damit kann man alles aushebeln, ich muss sagen dieser Artikel gefällt mir nicht.

Artikel 10: Drinks de eine met?
Komm dem Gebot der Gastfreundschaft nach. Hier gefällt mit die kölsche Variante schon ganz gut.

Artikel 11: Do laachs de dich kapott.
Bewahr dir eine gesunde Einstellung zum Humor. Das tue ich!


So gesehen ist das Kölsche Grundgesetz schon sehr passend, bis auf ein paar Kleinigkeiten wie der Universalfrage.


Das gehende Ampelmännchen ist mein Maskottchen auf meinem Weg.
Es soll mein Ziel definieren.
Den Rotwein auf dem Cover werde ich trinken, wenn es vorbei ist.

B.Pasman

Freitag, 17. Oktober 2008

18.10.08 29.Tag

Hallo zusammen,

in der Klinik ist Samstag frei. Es gibt keine Anwendungen und alles ist etwa später.

Es wird später aufgestanden und gefrühstückt.
Generell sind dann nur Patienten in der Klinik die nicht nach hause können oder dürfen.

Bei mir wird es noch einige Zeit dauern bis ich dies kann.

Also habe ich mir heute meinen Notebook geschnappt und ein paar Sachen erledigt.

Später kamen Carmen und Rosa. Bei Monopoly hat Carmen dann haushoch gewonnen.
Man hat die sich gefreut. Das war ein neuer Rekord!!

Zurzeit habe ich Probleme mit Rückenschmerzen etwas unterhalb der OP. Soll ich mich darüber freuen oder nicht. Die Rückenschmerzen kenne ich da von früher. Mir fehlt halt die richtige Bewegung um dem entgegenzuwirken.

Was das Kernproblem angeht, gibt es keine Änderung. Also weiter Geduld beweisen weiter hoffen und glauben. Es wird schon werden.

Wenn ich mich in der Klinik so umschaue, gibt es sehr viele Menschen, die es viel härter getroffen hat als mich, zumindest momentan.

Hier gehen aber auch Leute wieder raus, die es ganz anders getroffen hatte und dies gehend.

Die Anzeichen, die ich immer wieder bekomme, stärken mich in meiner Meinung, dass ich noch eine gute und reelle Chance habe zu einem großen Prozentsatz wieder hergestellt zu werden. Also Geduld haben Kopf hoch und ruhig bleiben.

Ich habe hier noch ein Video geposted, wo ich versuch aus dem Rolli raus auf den Boden und wieder rein zukommen. Raus ging ohne große Probleme, wieder rein ging nicht.. Da werden wir dran arbeiten müssen. Das werden wir aber auch noch lernen.




Ich habe noch ein paar Fotos, die ich heute posten wollte, allerdings liege ich jetzt im Bett und komme alleine nicht an die Sachen die ich brauche um die Fotos zu kopieren.
Das ist ein Beispiel der Begrenzung oder Einschränkung die man hat.

Damit muss man dann halt zumindest erst mal leben.

Das heißt sich über solche Kleinigkeiten aufregen und gelassen bleiben. OK, dann eben morgen.


Also die Hoffnung und der Glaube, dass es wieder wird bleiben.
Dies auf jeden Fall auch durch den großen Zuspruch den ich empfange.
Das ist eine „Super“ Erfahrung.

Auf jeden Fall bin ich immer wieder begeistert von positiven Erfahrungen die ich sammele.

Dies sieht man aber oft nur mit einer positiven Grundstimmung. Die habe ich auf jeden Fall.

OK, morgen schreibe ich mal wieder was allgemeines, habe da schon eine Idee.



B. Pasman

17.10.08 28.Tag

Hallo zusammen,

Ich wollte den heutigen Tag genauso schön anfangen wie gestern.

Schön duschen, ja habe ich gemacht.
Allgemeine Körperpflege, ja habe ich gemacht.
Schön eincremen, verdammt wo ist die Flasche.
Na ja , die stand nicht im Badezimmer.
Schön ruhig bleien.

Um 09:00 Uhr bei der Physiotherapie meldeten die Riechorgane einen strengen Duft.
Ab zur Schwester, bitte kontrollieren. Treffer versenkt.
Trotz morgendlichem Ritual, deswegen, plus Extrazeit warten jing et e de Butz,
un datt richtisch.

Damit war die anschließende Ergotherapie beim Teufel.

Das Rollstuhltraining war wieder auf 2 Rädern fahren und auch auf Bordsteien fahre wieder runter. So was muss man verdammt oft üben.

Die Fortschritte von gestern waren heute wieder auf Urlaub.
Dieses kommen und gehen kenne ich mittlerweile.

Im Moment fallen mir die Augen zu

Später schreibe ich mehr.


B. Pasman

Donnerstag, 16. Oktober 2008

16.10.08 27.Tag

16.10.08 27.Tag

Hallo zusammen,

der heutige Tag fing wieder früh an.

Wieder herrlich geduscht und dann den ganzen Körper, halt da wo ich dran kam, mit Körperlotion bearbeitet. Ich fühlte mich wie ein frisch gepflegtes Baby. Und alles alleine!!

Bei der Visite kam nicht viel raus. Der Oberarzt war noch nichtim Detail informiert. Ich werde einen Termin mit Ihm machen. Er sagte aber in meinem speziellen Fall wäre es anders als bei einem Unfall und von daher kann sich noch einiges geben.

Dann war der Tag von sportlichen Aktivitäten gespickt.
Zum einem mit dem Rolli, ich muss sagen dies macht sogar etwas Spaß, zum anderen verschiedene Übungen bei Ergotherapie, Physiotherapie und Kraftraining.

Anbei ein paar Fotos und ein Video, wer Augen hat zu sehen, der sehe.














Im Moment habe ich ein recht gutes Gefühl, dass sich an meinem Zustand etwas zum positiven ändern wird.
Das spüre ich irgendwie. Dies kann ich nicht im Detail erklären, aber mein Bauch sagt mir ja.

Normalerweise täuscht mich der nicht.

Ich glaube, nein ich fast überzeugt, es tut sich was.

Mein rechter Zeh hat auf Anreiz gezuckt!

Ich sehe mehr als einen Tropfen auf der Eisdecke.

Man(n) muss nicht nur weinen wenn man traurig ist.

It’s still a long way to ……


B. Pasman

Mittwoch, 15. Oktober 2008

15.10.08 26.Tag

15.10.08 26.Tag

Hallo zusammen,

der heutige Tag fing früh an.
Die Nachtschwester half mir gegen 6:30 in einem Duschstuhl ein großes Bedürfnis kontrolliert zu erledigen.

Danach eine herrliche Dusche, prima. So fühlt man sich direkt gestärkt und frisch für den Tag.

Das gute Frühstück gibt ein Übriges. Trotz schlechtem Wetter wartet man auf einen ausgefüllten Tag mit vielen Anwendungen.

Die erste Anwendung 9:00 Uhr Stehpult managed by Zivis. Na ja der kommt erst gegen 9:15,
der will wahrscheinlich mal studieren und übt schon mit dem akademischen Viertel.
Den Leistungsnachweis „Akademisches Viertel“ wird dann mit Bestnote bestanden werden.

In der Ergotherapie konnte ich neue Übungen lernen.
Der Ergotherapeut schätzt, dass ein Aufenthalt wie meiner ca. 3 Monate betragen würde.
Dies natürlich in Abhängigkeit von den Fortschritten, der Meinung der Ärzte und der Zahlungsbereitschaft der Krankenkasse.

Nach der Ergotherapie gab es mal wieder Rollitraining mit dem Fahren auf 2 Rädern, um z.B. einen Bordstein runterzufahren. Wer schon mal einen Kinderwagen geschoben hat versteht dies, oder?

Tja da gibt es viele Kniffe die man lernen muss und kann.

Beim Krafttraining wurde mal wieder Restbodybuilding betrieben.

Was an Muskulatur unten verloren geht, wird im Oberkörper teilweise kompensiert.

Man glaubt gar nicht wie schnell die Muskulatur in den Beinen einfach weg ist.

Zum Thema Rollstuhl gibt es auch viele Neuigkeiten.

Heute Morgen habe ich in dem Sanitätshaus Rahm angerufen, nachdem ich auf meine E-Mail keine Antwort bekam.

Erst mal etwas Chronologie:

24.09 Besuch eines Vertreters der Fa.Rahm zur Aufnahme in Klinik in Köln.
02.10 Nachfrage meinerseits bei der Fa. Rahm in Köln wie der Stand ist.
Antwort: Wir kennen den Vorgang nicht bitte rufen Sie in der Zentrale an.
06.10 Anruf meinerseits bei Krankenkasse ob es einen Vorgang gibt.
Rückmeldung Krankenkasse, nein aber die Fa. Rahm würde sich bei mir melden.
15.10 Anruf meinerseits bei der Zentrale der Fa. Rahm.
Aussage der Fa. Rahm: Am 08.10 wurde ein Angebot an die Krankenkasse geschickt,
Die hat sich aber noch nicht gemeldet.
15.10 Anruf der Krankenkasse bei mir.
Die Krankenkasse würde einen Gutachter vorbeischicken, um zu prüfen, ob es wirklich das Beste Hilfsmittel ist was die Fa Rahm anbietet um mir zu helfen.
Die Gutachter Firma würde sich bei mir melden zwecks Terminabsprache..
Es wäre optimal wenn ich im häuslichen Umfeld wäre.
Ist es nicht toll wie sich eine Krankenkasse um einen kümmert.
Auf meine Anmerkung das ich mich momentan in der Reha befinde und der Zeitrahmen auch von der Krankenkasse abhängt, meinte er, dass dies eine andere Abteilung wäre.

Was sagt Kaiser Franz in solchen Momenten? „Schaun wir mal“.

Da bin ich mal gespannt was dabei rauskommt.

Ich werde bestimmt einen F1 Racer mit ADO Goldkannte und Recaro Sitz bekommen.

Morgen ist Visite, der zuständige Oberarzt ist wieder da, mal sehen was der sagt.

Es gilt wie in den vergangnen Wochen den Optimismus nicht zu verlieren, die positiven Dinge in sich aufzunehmen, sich an kleinen Sachen erfreuen und nicht in eine negative Stimmung zu verfallen.

Ehrlich gesagt, im Moment geht es mir relativ gut. Ich habe viele kleine Erfolgerlebnisse in dem Lernen von neuen Sachen.

Also das Positive aufnehmen und das Negative links liegen lassen.

Ich bin optimistisch.

Die Eisdecke wird irgendwann Geschichte sein. So oder so.

Mal sehen was ich Morgen schreibe.


B. Pasman

Dienstag, 14. Oktober 2008

14.10.08 25.Tag

Hallo zusammen,

der heutige Tag war zuerst etwas stressig.
Die Schwestern hatten keine Zeit mich aus dem Bett in Rolli zu bringen.
So gerade schaffte ich es vor der Physiotherapie noch mein Frühstück einzunehmen.

Dort übte ich von dem Boden mich auf einen höher liegenden Gegenstand zu bewegen.
Die Arme sind zu kurz, dies geht durch gewisse Technik und Kraft.
Als Alternative muss ich zum Affen mutieren, die haben längere Arme.

Auf jeden Fall mehr Kraft und Technik üben. Die Therapeuten kennen da schon einige Tricks.
It’s a long way. So oder so.

Danach in der Turnhalle wurde der Schutz gegen umkippen entfernt.
Nun sollte ich lernen nur auf den großen Rädern zu balancieren und zu fahren.
Der Rollitrainer stand hinter mir und passte auf.
Nach etwas Übung habe ich es geschafft ca. 10-15m nur auf diesen Rädern zu fahren.
Dies ist ein Erfolgserlebnis, aber ich will es nicht können müssen.
Auch einen Basketball in der Fahrt aufnehmen klappt ganz gut.

Die Untersuchung heute war nur ein EKG und ein EEG (Elektroenzephalografie) also eine Aufzeichnung der elektrischen Aktivität meines Gehirns. Ob verwertbare Hirnströme in mir fließen, werde ich wohl am Donnerstag erfahren.
Da gibt es Menschen die verneinen das vehement.

Am Stehpult, wo ich mit einem Motor hochgehoben werde, waren die Zivis nach der Mittagspause hochmotiviert und kamen ca. 20 min zu spät.
Als Ausgleich bin ich von einem Zivi ausdrücklich gelobt worden, „Der Mann denkt mit!“.
Ich glaube der kennt mich.
Beim nächsten Mal gebe ich ihm meine Visitenkarte.

Heute war um 14 Uhr zur gleichen Uhrzeit wie gestern die Ergotherapie.

Das Erlebnis von gestern im Kopf, ging äh fuhr ich dorthin.
Bevor ich reinfuhr, schlug ich 3 Kreuze.
Ich hätte besser mehr davon geschlagen.

Mein Verstopfungsproblem ist eindeutig gelöst.

Da liegt man dann als ausgewachsener Mann auf dem Bett und wird gepflegt wie ein Baby.
Ich will aber groß sein!

Da kenne ich einen Witz:
Tante Erna fragt den kleinen 2 Jahre alten Neffen was mal werden will wenn er groß ist.
Sagt der Neffe: „Ich will dichter werden“.
Sagt Tante Erna:“Aber mein Junge Dichter, in deinem Alter schon solch hohen Ziele?“.
Brüllt der Junge:“ NEIN, ich will dichter werden“.

Wer sich mit Groß und Kleinschreibung auskennt, versteht den Witz. ;-)

Im allgemeinen mache ich Fortschritte in meiner Mobilität.
Aus dem Bett in den Rollstuhl und umgekehrt geht schon fast alleine.


Gestern habe ich geschrieben, dass ich etwas über das Miteinander der Patienten schreiben werde.
Es fällt auf, dass die Hilfsbereitschaft unter den Patienten ausgesprochen hoch ist.
Alle haben irgendwelche Gebrechen oder Leiden.
Wer einem anderen helfen kann tut dies im Allgemeinen.
Das ist eine ausgesprochen positive Erfahrung.
Ich stelle mal die Frage:
Warum sind Menschen in Not „bessere“ Menschen als andere?
Zumindest ist dies mein Eindruck.

Das Gefühl im rechten Bein war heute auf Urlaub. Dies ist aber immer so.
Der tägliche Wechsel.
Der Tautropfen ist noch nicht wieder angefroren.



B. Pasman

Montag, 13. Oktober 2008

13.10.08 24.Tag

Hallo zusammen,


Am heutigen Tag wurden mir Thrombose Strümpfe verordnet. Dies muss man als Rollstuhlfahrer haben, wieder was gelernt. Ich bekomme jetzt erst mal welche für die Unterschenkel. Über die Krankenkasse gibt es 2 Paar im Jahr. Ich glaube mit den Leistungen der Krankenkassen muss ich mich mal beschäftigen.

Danach gab es Visite. Ich habe meine notierten Fortschritte aufgezählt, die Ärzte haben mit Interesse zugehört. Danach meinten sie ich sollte dies so weiter machen. Also machen wir das so wie die Ärzte sagen.

In der Rollifahrschule habe ich schon gelernt einen Basketball in der Fahrt aufzunehmen.
Dies funktioniert nicht immer, aber ist auch erlernbar.
Der Therapeut möchte mich schon in der Sportgruppe sehen.
So was tut ganz gut.
Dies sind natürlich schöne motivierende Momente.

Das reale Leben sieht natürlich anders aus. Da gibt es noch viel zu lernen.

Aber weiter geht’s:
Der liebe Junge geht hochmotiviert zur Ergotherapie und schafft es ohne Hilfsmittel sich alleine auf die Trainingsliege zu schwingen. Klasse, der Junge ist gut.
Die erste Übung folgte erfolgreich.
Da meinte der Therapeut es wäre besser wenn ich jetzt wieder auf Stationsgehen würde.
Wieso? Was hat er denn?
Da sagte er würde eine Erstversorgung einleiten.

Jetzt könnte über ein schei.. Thema schreiben, im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf jeden Fall ist es eine Aufgabe von der Liege wieder in den Rolli zu kommen ohne den Rolli zu verschmutzen.
Danach aus dem Rolli in den Duschstuhl, alle Kleidung weg und dann im Duschstuhl ein vollkommene Unterbodenwäsche mit Heißwachsversiegelung.
Details möchte ich nicht beschreiben. Dies geht natürlich nicht ohne fremde Hilfe.
Aber da macht man nichts.

Positiv gesprochen hat sich ein Verstopfungsproblem anscheinend dramatisch in das Gegenteil verändert.

Ist heute der 13. ??


Dies sind die kleinen Highlights. Aber das kriegen wir auch noch in den Griff.

Wobei dies schon mehr nervt als die anderen „Probleme“, mich zumindest.

Was Positives:
Ich habe definitiv am rechten Bein mehr Gefühl gehabt, soviel wie noch nie. Das baut auf!
Es ist wahrscheinlich nur ein kleiner Mosaikstein, aber die Richtung stimmt.
Mal sehen wie hoch der Drache steigt.

Morgen werde ich mal was über das Miteinander der Patienten hier schreiben.
Das finde ich ist ein schönes Thema.

Ich erkenne einen Tautropfen in der Eisdecke!


B. Pasman

Sonntag, 12. Oktober 2008

12.10.08 23.Tag

Hallo zusammen,

da heute Sonntag ist, werde ich wie gestern was Allgemeines schreiben.

Was ich in den letzten 23 Tagen wieder stark gesehen habe, ist wie die Wechselwirkung in dem persönlichen, direkten Umgang mit Menschen.

Ich bin von dem Pflegepersonal in den Kliniken in einer mir bisher nur selten vorgekommenen Art und Weise behandelt worden die mich begeistert hat.

Die freundliche, immer wieder aufmunternde, liebevolle, zuvorkommende, professionelle Art war schlicht perfekt. Dies hat mit in der ersten Krise sehr geholfen.
Das einzige was ich immer nur sagen konnte war einfach „Danke“ sagen. Dies habe ich dann auch von Herzen getan.

Solche Erfahrungen veranlassen mich etwas über die Außenwirkung von Menschen nachzudenken.

Also nehme ich zum Anlass, dies mal aus meiner Sicht auf meine eigene Person zu beziehen.

Auch möchte ich mich da auf meine negativen Eigenschaften beschränken.

Keine Angst ich mache keinen Seelenstriptease.

Welche Eigenschaften oder Verhaltenweisen habe ich aus meiner Sicht, die andere Menschen verletzten könnten oder negativ wirken?

Als Techniker mache ich erst mal eine Auflistung von nur drei aus meiner Sicht.

1. Ich kann mit wenig Worten andere tief verletzen, bewusst und gewollt, unbewusst und ungewollt.
2. Ich kann als unfreundlich / unhöflich wirken
3. Mir ist mal gesagt worden, ich wäre arrogant.


Da gibt es bestimmt noch einige andere, aber lassen wir das.

Bei dem ersten Punkt trifft es sicherlich zu, dass ich manchmal den einen oder anderen Tiefschlag verpasse. Ich gebe zu das ist eine negative verletzende Eigenschaft.
Ganz klar negativ, tut mir oft hinterher leid.
Oft sage ich auch etwas, was ich falsch ausdrücke und deshalb anders verstanden wird.
Oft sind es auch einfach blöde Bemerkungen.

Bei dem zweiten Punkt trifft bestimmt zu, dass ich nicht immer Grüße. Dies ist zum einem eine schlechte Angewohnheit, zum anderen war es in den vergangenen Jahren sehr oft so, dass ich bedingt durch die quälenden Beschwerden am Rücken einfach nur aus Verzweiflung rumgelaufen bin und mein Umfeld nur bedingt wahrgenommen habe.

Den letzten Punkt glaube ich ganz und verneinen zu können.

Genug Outing.


Was soll ich heute noch schreiben.

Mein neuer Behandlungsplan ist eben gekommen. Am Dienstag wird elektrisch gemessen, mal sehen was die Amperemeter und Voltmeter so anzeigen werden. Dann wird es vermutlich etwas mehr Klarheit geben.

Der Rest des Planes ist wie letzte Woche. Dies sind hauptsächlich Rollitraining, Physiotherapie, Ergotherapie und Muskeltraining. Also fit machen für den Status Quo.
Das ist auch absolut sinnvoll. Die Geschichte mit den Krücken aus dem neuen Testament wird sicherlich nicht passieren.
Wenn ich meine Beine und meinen Bauch ansehe, kann ich nur sagen Muskulatur baut höllisch schnell ab.

Es wäre ja schon toll wenn es Krücken wären. Oh weh zweimal Konjunktiv.

Sehr schön war heute mit Carmen und Rosa Monopoly spielen. Wie die kleine die Bank hält und spielt ist einfach klasse. Das hat sie bestimmt vom Papa!!
Traurig war der Abschied..

Ich glaube ich habe für heute genug geschrieben.

Vielen Dank für deinen Kommentar Lothar!!
Du hast sicherlich Recht, dass es hier nicht alleine um mich geht. Wenn ich anderen mit dem blog helfen kann finde ich das toll.

Morgen schreibe ich mal wieder mehr in Richtung Tagebuch und allgemeine Erlebnisse.




B.Pasman

PS: Für die Fotos muss man einfach auf die Datum und Tage Überschrift klicken.

Samstag, 11. Oktober 2008

11.10.08 22.Tag

11.10.08 22.Tag

Hallo zusammen,

Ich habe gestern gesagt, dass ich etwas Allgemeines schreiben werde.

Da heute ein Tag ohne Anwendungen war, hatte ich auch mehr Zeit nachzudenken.

Ich glaube:


Das Wichtigste ist, dass man sich nicht aufgibt!


Die Frage ist wie macht man das.

Ich versuche dies mit einfachen ganz alltäglichen Dingen. So zum Beispiel das was ich selber machen kann auch selber zu machen.
Fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen wo es nötig ist, aber zu versuchen auch neue Sachen, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu erlernen, um besser alleine klar zu kommen.
Dabei darf man natürlich auch nicht übereifrig werden.
Dies bedeutet auch auf die Therapeuten und das Pflegepersonal hören.
Dies fällt nicht immer leicht, aber ich tue es.

Was ich in dieser Woche gelernt habe ist schon einiges.
Zurzeit bewege ich mich, für meinen momentanen Zustand, in einem perfekten Ambiente.
Alles rollstuhlgerecht optimiert. Damit möchte ich sagen, das Leben ist anders. Es gibt noch verdammt viel zu lernen.

Eine andere ganz simple wichtige Komponente ist auch die Körperhygiene. Wenn man in solchen Fällen anfängt dies zu vernachlässigen, ist dies auch schon eine kleine interne Selbstaufgabe. Dies glaube ich zumindest. Da fängt es im Kleinen an.

Worauf ich momentan auch sehr achte, ist die Ordnung. Bedingt durch meine beschränkte Mobilität muss ich wissen wo ist was und in welcher Reihenfolge ist was zu erreichen.
Dies bedeutet auch vorrauschauend die Dinge angehen.

Am Anfang, als mein Wirkungskreis extrem beschränkt war, wurde ich nervös wenn „Fremde“ in meinem Wirkungskreis Dinge sortierten. Der Grund war einfach ein nicht gewollter Kontrollverlust.

Mittlerweile durch den Rolli und den dadurch bedeutend erweiterten Kontrollbereich, ist dies besser.

Was hilft noch?
Die Aufmunterungen und den Zuspruch den man erhält!!!!
Sich mit den alltäglichen Dingen zu beschäftigen.
Die Behinderung einfach zeitweise zu vergessen.
Sich immer wieder konkrete erreichbare Ziele zu definieren und diese auch zu erreichen.
So zu kommunizieren, wie ich es tue!! Dieses schreiben.

Ich bin selber erstaunt wie gut ich selber momentan mit der Situation klar komme.
Ich glaube auch ein Hauptgrund ist, das die permanenten quälenden Beschwerden einfach weg sind.
Von daher fühle ich mich einfach so gut wie lange nicht mehr. Dies beeinflusst meine Stimmung ungemein positiv.

Besonders gefreut habe ich mich heute über die Kommentare! Danke.

Hallo Stephan:
Indem der Elektroingenieur immer den Mittelpunkt des Sees in der Verbindungsachse zwischen beiden hält, wenn er an das entgegen gesetzte Ufer schwimmt. Er schwimmt damit in einer Kurve.



B.Pasman

Anbei ein Link zu einem Fotoalbum, das ich pflegen werde.

Einfach auf den Titel 11.10.08 22.Tag klicken der blau ist.

Freitag, 10. Oktober 2008

10.10.08 21.Tag

10.10.08 21.Tag

Hallo zusammen,

Der ganze heutige Tag war, bis auf eine kurze Zeit am Nachmittag, mit extremer Zeitarmut gespickt.

Von einer Anwendung zur anderen.

Wobei bei den Anwendungen ,egal wie die heißen, der Fokus auf Kraft und Balance des Oberkörpers ausgerichtet ist.

Dies halt um zum Beispiel mit einem Rollstuhl möglichst alleine mobil zu sein.

Wobei ich nicht das als mein primäres Ziel betrachte.

Nur, was soll ich machen?

Die Verbindung kommt oder kommt nicht.

Immerhin schaffe ich mittlerweile, unter guten Bedungungen, alleine ohne Hilfsmittel den Rollstuhl zu verlassen und mich umzusetzen. Dies bedingt durch Kraft im Trizeps, Geschick und Technik.

Dies ist natürlich nicht das was ich will, nur was soll ich machen?

Na die Hoffnung steigt nicht mit der Zeit, ist aber immer noch da.

Wobei schon Überlegungen angestellt werden sollten, wie die Zukunft aussehen kann.

Dies wird schwierig sein,

Im Moment bin ich hundemüde. Die zwei Tage Ruhe kann ich jetzt gut gebrauchen.

Es ist möglich die blogs zu kommentieren. Ich würde mich über Kommentare freuen.

Morgen werde ich mal allgemeines schreiben, was auch zum Thema passt.

Ich habe jetzt einen Zimmernachbarn, der ist ganz in Ordnung und kann sogar schnarchen.

B.Pasman

Donnerstag, 9. Oktober 2008

09.10.08 20.Tag

09.10.08 20.Tag

Hallo zusammen,

So ein Tag kann ganz gut anfangen.

Eine neue Methode um das natürliche große Geschäft zu erledigen.
Kulturell hochwertig im sitzen auf einem speziellen Stuhl. Das war auch erfolgreich!
Mit abschließender Schnelldusche. Klasse!!

Leider war der Boden im Badzimmer danach etwas verschmutzt mit den natürlichen Sachen, na ja macht ja nichts.

Mit dem Rolli fahre ich dann später rein, wenn der Boden sauber ist, wir sind ja hygienisch!

Später wollte ich das kleine natürliche Bedürfnis in der Entleerung des dafür speziellen Beutels im Badezimmer entleeren. Der Boden war noch schmutzig.
Die Dame des Reinigungsdienstes war leider noch nicht da gewesen. So entschloss ich mich dies nach dem Mittagessen zu erledigen. Der Beutel hat ja eine Kapazität von 2 Litern!!

Nach dem Essen war der Boden immer noch schmutzig. OK der Beutel ist jetzt voll, rufen wir mal die Schwester.
Da bemerkte ich, dass das Ventil nicht zu 100% geschlossen war. Durch den hohen Füllgrad, trat ganz minimal Flüssigkeit aus. Zum Glück wurde die Flüssigkeit in meinem Schuh und den besten Socken gesammelt. Immerhin Glück im Unglück.

Das ist fast wie Murphy, oder.

Das durch die späte Visite meine Physiotherapie ausfiel, war meine eigene Dummheit,
durch die Undichtigkeit das Stehpult ausfiel, sind so kleine Nebensachen, die die Würze ins Leben bringen.

Bei der Visite selber ist nicht viel rausgekommen, also warten, warten, warten.

Auf jeden Fall geht das Training weiter um meine Restmuskulatur zu stärken.
Auch mit dem Rolli klappt es soweit ganz gut. Da bin schon recht geschickt, glaube ich.

Bei der Ergotherapie habe ich Erfolgserlebnisse mit gewissen Übungen.

Nur sobald etwas viel Kraft nach vorne kommt, kippe ich um wie ein Stehaufmännchen.
Genauso nach links und rechts zur Seite. Wenn die Balance weg ist, gilt game over oder tilt.

Dies macht nicht allzu viel Spaß. Ein Tablett mit Essen nach vorne halten ist schon eine Aufgabe.

Gegen Abend schließt das Ventil des Sammelbehälters wieder nicht, na die 2ten paar Schuhe und Socken müssen dran glauben.

Dann geht es ins Bett.

Der Frust über solche Vorkommnisse ist schon vorhanden. Na ja könnte noch schlimmer kommen. Solche Sachen ärgern aber schon heftig.

Der begrenzte Spielraum und die Abhängigkeit auf andere ist eine gewaltige Umstellung.

Leider sind keine eindeutigen Signale an der Verbesserung am Kernproblem zu erkennen.

Die Eisdecke wird nicht dünner.

Manchmal glaube ich, dass der gewählte Titel im übertragenen Sinne anzuwenden ist.



B.Pasman

Mittwoch, 8. Oktober 2008

08.10.08 19.Tag

08.10.08 19.Tag

Hallo zusammen,

Gestern hatte ich mir vorgenommen meine Eindrücke und Gedanken permanent zu notieren.
Das ist wie mir den guten Vorsätzen zum Jahresende. Die meisten bleiben Vorsätze.

Der ganze Tag war gespickt mit Anwendungen, Terminen und Besuch.
Langeweile kommt da nicht auf. Dies ist schon fast Stress.

Mir wird beigebracht den Rolli effektiv zu benutzen, mit möglichst wenig Krafteinsatz.
Auch wird permanent geübt den Rollstuhl zu verlassen, noch mit Hilfsmittel und Hilfe.
Dies muss natürlich auch unter normalen Bedingungen funktionieren.

Höllisch schwer ist das Balancieren des Oberkörpers. Wenn die Schwerkraft zuschlägt müssen die Hände her.
Das Balancieren wird immer wieder trainiert. Eine verdammt harte Übung.

Das Essen ist hier sehr gut. Jetzt bin ich da hart zu mir selbst und achte auf eine gute Ernährung um nicht unnötig an Gewicht und in dem Fall an toter Masse zu zunehmen.
Das fällt mir leicht, denke ich.

In der rechten Wade habe ich eine Stelle, wo ich meine, dass ich da mehr spüre. Sagen wir mal mit „B-Probe“.

Zurzeit bin ich im Trainingslager um mit der Behinderung zu leben. Auch wenn die Verbindung in der vertikalen an TH7/8 wieder stehen sollte, wird es ein harter Weg bis alles wieder funktioniert.

Abends bin ich platt.

B.Pasman

Dienstag, 7. Oktober 2008

07.10.08 18.Tag

Hallo zusammen,

das Training hat begonnen.

Ganz banale Dinge wie anziehen. Gewisse Sachen gehen, aber nur unter ganz eindeutig definierten Randbedingungen. So zum Beispiel kann ich die Socken im Bett anziehen, na klar erst mal muss ich sie haben, wenn das Bett meinen Rücken senkrecht hält.

Alleine aus dem Bett geht nicht, noch nicht. Natürlich muss alles stimmen und an seinem Ort sein. Dafür gibt es Rutschbretter, ich denke mal irgendwann wird das Geschichte sein.

Wenn ich Kleinigkeiten schaffe, die ich vorher nicht geschafft habe, freue ich mich wie ein kleines Kind. Es gibt verdammt viel zu lernen.

Dann fließen auch mal Tränen, das sind aber andere Tränen als vorher. Sicherlich habe ich hier da, auch mal aus anderen Gründen, die eine oder andere Träne vergossen. Dies aber meistens alleine.

Meine Oberarme werden deutlich stärker, dies ist auch absolut notwendig um meine Mobilität zu verbessern.

Nur wenn ich mich hochhebe wackelt der Wackelpudding unter mir.

Der Faden der OP sollte heute gezogen werden, In der Uni Klinik meinten der sollte in der Reha gezogen werden. Hier hatten die zuerst Angst den zu ziehen, weil es besonderes sei. Nun haben sie es heute probiert.
Na ja zu spät ist verwachsen oder schon in Auflösung. Da gibt es schon ein Spezialistentum bei den Ärzten. Dabei war es nur ein einfacher Faden durchgehend, mit 2 Knoten einer oben und einer unten. Also ein Knoten auf und am zweiten ziehen fertig. Das hätte ich selbst machen können.
Ich habe mir ein Foto von dem Faden machen lassen. Das Ding war ganz simpel.

Was ich hier schreibe, klingt wahrscheinlich etwas wie eine Ablaubeschreibung.

Zur Zeit gibt es leider in Bezug auf das Grundproblem nicht viel zu berichten. Ich glaube etwas an einer Stelle mehr gespürt zu haben. Ob dies was bedeutet kann ich nicht sagen.
Auf jeden Fall scheint es kleine Fortschritte zu geben, zumindest in der Sensorik.

Es gibt auch Dinge, die sind schlichtweg negativ. Auf jeden Fall zur Zeit, die Unfähigkeit der Kontinenz. Aber da gibt es auch Methoden, die erlernt werden können.

Die Eisdecke über mir ist gleichbleibend. Aber die Sonne kann einiges. Also Geduld, Geduld Geduld ………………

Den ganzen Tag über gibt es Ereignisse, über die ich später schreiben will, na ja das meiste vergesse ich später. Es sind sehr schöne Geschichten dabei. Es gibt da auch schöne Erfahrungen und Erlebnisse. Da werde ich mehr zu schreiben wenn ich dran denke.

B.Pasman

Montag, 6. Oktober 2008

06.10.08 17.Tag

Hallo zusammen,


Für den, dem es interessiert habe ich mal meinen Behandlungsplan der nächsten Tage niedergeschrieben.

Termine Montag 06.10.2008

08:30 – 09:00 Visite
09:00 – 09:45 Physiotherapie
11:30 – 12:00 Stehpult

Mittagessen

13:00 – 13:30 Revital
14:00 – 14:30 Ergotherapie Einzel
15:00 – 15:45 Trainingstherapie

Die folgenden Tage sind sehr vergleichbar in Anwendungen

Heute Abend werde ich mal über die Anwendungen berichten.
Wenn die mich nicht wieder fit kriegen, wer sonst.

Ein altes Wort mit neuer Bedeutung, Transfer. Dies bedeutet in der Klink zum Beispiel von einem Stuhl zum Rollstuhl oder aus dem Bett in den Rollstuhl.
Dies soll als nächstes verstärkt geübt wird.
Genauso die alltäglichen Sachen wie Socken, Schuhe, Hose usw. anziehen werden in den Focus gestellt. An dem Kernproblem kann nicht viel gemacht werden.
Da gilt warten, warten, warten ……

Stehpult heißt mit einem Motorchen den großen Mann in die Senkrechte bringen. Das Problem ist, dass das Blut aus dem Unterkörper nicht zurückgepumpt wird, Also Gefahr von Schwindel. Ist aber gut gegangen.

Revital ist Fahrradfahren mit Motor, bei mir kamen am Schluss verbrauchte Kalorien „0“. Warum nur?

Ergotherapie erst mal lernen selbstständig zu werden. Anziehen, Transfers usw.

Die Trainingstherapie geht auf Muskelausdauer und nicht Kraft. Also lange Zeit mit leichten Gewichten Übungen durchführen. Genauso auf dem Wackelpudding zu balancieren ist eine Herausforderung und wird trainiert.

Ich fange an etwas unruhiger zu werden.

Mit meinem kleinen Schweizer Messer, habe ich die Transponder-Schlösser an den Schränken für mich passend gemacht. Es gab halt nur einen Schlüssel, selbst ist der Mann.

Immer wieder heißt es Geduld, Zeit usw.

Ich könnte jetzt eine kleine Geschichte über einen abgeknickten Bauchdeckenkathederschlauch schreiben.
Wer sich mit so was auskennt, kann sich grob vorstellen was nach einiger Zeit passiert.

Solche nicht kontrollierbaren Gegebenheiten, sind fast schlimmer als die eingeschränkte Mobilität. Dies ergibt eine große Abhängigkeit von anderen Personen. Dies entspricht, zumindest bisher nicht meinem Naturell.

Wobei ich mich selber sehr über mich wundere, wie gelassen ich bisher damit umgehe.
Das liegt wahrscheinlich aber auch in der Natur des Menschen, die immense Anpassungsfähigkeit.

Eben glaube ich etwas gespürt zu haben was ich bisher nicht gespürt habe, Wirklichkeit, Einbildung oder Wunsch?
Die „B-Probe“ war leider negativ.

B.Pasman

Sonntag, 5. Oktober 2008

5.10.08 Dritter Blog 16. Tag

5.10.08

Hallo zusammen,

heute Morgen habe ich nach gut 2 Wochen das erste mal wieder geduscht.
Dies ist ein Gefühl, als wenn man neu geboren wird.

Allerdings sind die Umstände schon etwas anders. Da fahre ich dann ganz nobel in die Dusche.
Immerhin habe ich geschafft mich zu einem hohen Prozentsatz alleine zu waschen. Die warme Duschbrause in der Hand, über den Kopf gehalten, lasse ich lange mit Genuss herrlich warmes sprühen.

Danach werde ich wie in einem ganz eleganten Bad von sehr freundlichem Pflegepersonal liebevoll behandelt. Ich komme mir mal wieder vor wie ein Baby.

Gewisse Details der Pflege und Behandlung beschreibe ich besser nicht.

So gesehen bin ich in den unteren 2/3 meines Körpers wie so ein kleines schnuckeliges, süßes Teil. Nur das Gesicht verziehe ich nicht und laufe auch nicht rot bis blau an im Gesicht, wenn ich ……… jeder weis schon. Damit ihr werdet wie die Kinder.


Mittlerweile 16 Tage nach OP erkenne ich keine wirkliche Veränderung an der Unterbrechung der Kommunikation in meinem Rücken.
The high speed backbone is still under maintenance. No transmission possible.
Aber es gibt noch alle Chancen.

Jeden Tag bewundere ich das Pflegepersonal mehr. Die machen alle einen verdammt guten Job!!

Gegen Abend bin ich platt. Bin froh wenn die Pfleger mir helfen ins Bett zu kommen.
Der Therapieplan ist mit Physiotherapie, Ergotherapie, Stehpult, Revital und Trainingstherapie täglich bestückt. Es geht um 9:00 Uhr los und endet um 16:00 Uhr. Danch ist Abendessen. Also volles Programm. Daneben werden dann noch Untersuchungen durchgeführt. Das ganze grenzt dann an Arbeit.



B.Pasman

04.10.08 2.blog

4.10.08

Ich sitze am Computer und überlege, was ich schreiben soll.
Die Gedanken in den BlackBerry einhacken geht einfacher.

Zumindest muss man da nicht so gut auf die Rechtschreibung achten, was solls.



Ich habe ein Foto, das ich gerne zeigeen möchte, leider funktioniert
Das Foto zeigt einen schönen wilden Wein in herrlichem Rot.
Das ist der Blick aus meinem Fenster. Leider ist die Qualität des Fotos nicht gut.

Leider funktioniert das hochladen nicht.

Das ist hier fast wie in einem Hotel, nur der Service ist besser und umfänglicher.

Ich bin ein Wackelpudding. Unter mir ist kraftlose Masse. Die Arme nutze
ich für die Balance. Bei jeder Kraft, die ich aus dem Oberkörper aufbringen muss, muss meinerseits überlegt werden, wo halte ich mich fest oder reicht die Gegenkraft.

Gegessen wird amerikanisch: Ellenbogen auf den Tisch, alles klein schneiden und dann mit der Gabel in der rechten Hand essen und links abstützen oder ein schlecht erzogenes Kind.

Die zeugt nicht von großer Esskultur. Aber funktioniert relativ gut.

Der Mensch wird erfinderisch. Ich optimiere mein Umfeld, z.B. wähle ich aus einer ganzen Kollektion von Schlüsselbändern das momentan beste aus, nicht zu lang und nicht zu kurz.
An dem Thema werde ich aber noch arbeiten.

Ich werde auch weniger Anspruchsvoll, heute lasse ich mir das Essen in der Kantine an den Tisch bringen, den Kaffee holen und auch das volle Tablett zurück in die Ablage.

Auf der anderen Seite werde ich mobiler. Es wird irgendwo ein Limit geben, na später ….



B.Pasman

Freitag, 3. Oktober 2008

Erster blog

Hallo zusammen,

Heute habe ich einen blog eingerichtet,
so ein online Tagebuch. Hier kann dann jeder lesen was ich da schreibe.

Ich bin selber gespannt was dabei rauskommt.

Etwas zwischen Dokumentation, Stimmungen und Fortschritten.

Der Titel ist das Ziel!

Später mehr.

Ich denke, daß später Fotos usw. hinzukommen werden und das Layout sich ändern wird.
MfG
B.Pasman