Hallo zusammen,
die Zahl 42 lässt sich mal wieder durch 7 teilen.
Damit sind es nun 6 Wochen.
Jetzt die Tage zu zählen ist natürlich auch keine Lösung. Auf der anderen Seite ist der Faktor Zeit natürlich nicht ganz belanglos.
Aber ich erzähle erst mal vom heutigen Tag.
Er fing wieder um 5:45 an und ich fuhr mit dem Duschstuhl ins Bad. Der übliche eingeleitete morgendliche Stuhlgang mit der entsprechenden Wartezeit, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste oder so ähnlich. Danach meinte die Schwester den Rest könnte ich auch alleine machen. Also das was man schon als dreijähriger schon mal gelernt hat. Mit den richtigen Hilfsmitteln oder Unterbauten, sprich Stuhl oder Sitzform geht das. Ich bin also wieder auf dem Niveau eines 3 jährigen, allerdings mit enormen Potential.
Eine weitere Aufgabe war es dann den Sicherheitsverschluss, der die unkontrollierte Abfuhr von fester Nahrung verhindern soll dort anzubringen wo er hingehört und richtig wirkt.
Auch in Fachkreisen Anal-Tampon genannt.
Ich glaube, dass ich dies gut gemacht habe, denn es gab im Laufe des Tages keinen Unfall.
Solche Sachen gehören mit zum Geschäft. Jeder Mensch verdaut, nur gibt es viele Menschen, die aus verschiedenen Gründen dort ein Problem haben. Mittlerweile gibt es aber jede Menge Hilfsmittel, damit Menschen mit solchen Problemen ein normales Leben führen können. Ich kannte das Wort Anal-Tampon bis vor kurzem auch nicht. Ich bin aber der Meinung, das dies schon von Interesse ist, oder?
Die erste Anwendung war Revital sprich die Beine wie bei einem Fahrrad bewegen lassen mit einem Motörchen. Dabei höre ich immer schöne Musik und genieße die Ruhe.
Bei der Physiotherapie habe ich etwas Gymnastikübungen gemacht die ganz hilfreich sind für die Oberkörpermuskulatur.
Danach eilte ich zum direkt im Anschluss stattfindenden Rollstuhltraining. Dies fiel leider aus, weil der Therapeut etwas anderes hatte.
Ok haste mal etwas Zeit.
Danach ging, sorry fuhr ich zum Stehpult. Weil die Stehpulte umgesetzt wurden, gab es wieder einen Ausfall in den Anwendungen.
Ich muss sagen, dass dies bisher nicht passiert ist. Aber etwas ärgerlich war es schon.
So war die nächste Anwendung eine Rollstuhlanpassung. Ich werde die nächsten Tage einen anderen Rollstuhl ausprobieren. Ohne Armlehne, klappbar nicht faltbar, mit festem Vorbau nicht abnehmbar usw.
Dies sind Kriterien für die Wahl eines Stuhls. Nur als ich den Monteur am schrauben sah, habe ich erst mal meinen Satz Inbusschlüssel geholt, damit er nicht mit seinem Werkzeug die Schrauben demoliert. Ich glaube ich werde zum Abschluss den Jungs mal einen guten Satz spendieren.
Am Rollstuhl wurde die Kippeligkeit reduziert, dies weil ich Probleme habe mich nach vorne zu beugen, weil ich einfach dann umfalle, wenn ich keine Gegenkraft habe. Dr alte Newton schlägt dann wieder zu. Das Teil fährt sich nun wie ein Audi TT. Balancieren und auf 2 Rädern fahren ist viel einfacher. Neu geübt werden muss nun das auf den Bordstein fahren.
Der Nachteil eine klappbaren ist, dass er nicht so kompakt demontieren lässt.
In der Ergotherapie habe ich dann geschafft, mich mit meinen Armen eine Stufe von über 17 cm zu überwinden. Damit meine mit dem Popo rückwärts hoch. Das ist fast Treppenstufenhöhe.
Also täglich lerne ich neue Sachen.
Bei der Rekreation bekam dann ein Hydrojet. Wer das kennt findet es gut. Ein Wasserstrahl spritzt gegen eine Gummimatratze und massiert den Rücken.
Bei dem Rollstuhlsport haben wir Volleyball gespielt. Das macht immer Spaß und ist auch eine gute körperliche Ertüchtigung.
Also ein ganz normaler Reha Tag.
Gewisse Anzeichen sagen mir, dass sich am Rücken etwas tut. Das ist aber auch ein Gefühl. Zumindest von der Sensorik. Die Motorik ist nach wie vor null.
Aber was würde Kaiser Franz in solchen Momenten sagen? Na? Genau:“Schaun wir mal.“
Und mit dem blöden Spruch sind die 1990 Weltmeister geworden.
Also weiter geht’s.
B. Pasman