Dienstag, 14. Oktober 2008

14.10.08 25.Tag

Hallo zusammen,

der heutige Tag war zuerst etwas stressig.
Die Schwestern hatten keine Zeit mich aus dem Bett in Rolli zu bringen.
So gerade schaffte ich es vor der Physiotherapie noch mein Frühstück einzunehmen.

Dort übte ich von dem Boden mich auf einen höher liegenden Gegenstand zu bewegen.
Die Arme sind zu kurz, dies geht durch gewisse Technik und Kraft.
Als Alternative muss ich zum Affen mutieren, die haben längere Arme.

Auf jeden Fall mehr Kraft und Technik üben. Die Therapeuten kennen da schon einige Tricks.
It’s a long way. So oder so.

Danach in der Turnhalle wurde der Schutz gegen umkippen entfernt.
Nun sollte ich lernen nur auf den großen Rädern zu balancieren und zu fahren.
Der Rollitrainer stand hinter mir und passte auf.
Nach etwas Übung habe ich es geschafft ca. 10-15m nur auf diesen Rädern zu fahren.
Dies ist ein Erfolgserlebnis, aber ich will es nicht können müssen.
Auch einen Basketball in der Fahrt aufnehmen klappt ganz gut.

Die Untersuchung heute war nur ein EKG und ein EEG (Elektroenzephalografie) also eine Aufzeichnung der elektrischen Aktivität meines Gehirns. Ob verwertbare Hirnströme in mir fließen, werde ich wohl am Donnerstag erfahren.
Da gibt es Menschen die verneinen das vehement.

Am Stehpult, wo ich mit einem Motor hochgehoben werde, waren die Zivis nach der Mittagspause hochmotiviert und kamen ca. 20 min zu spät.
Als Ausgleich bin ich von einem Zivi ausdrücklich gelobt worden, „Der Mann denkt mit!“.
Ich glaube der kennt mich.
Beim nächsten Mal gebe ich ihm meine Visitenkarte.

Heute war um 14 Uhr zur gleichen Uhrzeit wie gestern die Ergotherapie.

Das Erlebnis von gestern im Kopf, ging äh fuhr ich dorthin.
Bevor ich reinfuhr, schlug ich 3 Kreuze.
Ich hätte besser mehr davon geschlagen.

Mein Verstopfungsproblem ist eindeutig gelöst.

Da liegt man dann als ausgewachsener Mann auf dem Bett und wird gepflegt wie ein Baby.
Ich will aber groß sein!

Da kenne ich einen Witz:
Tante Erna fragt den kleinen 2 Jahre alten Neffen was mal werden will wenn er groß ist.
Sagt der Neffe: „Ich will dichter werden“.
Sagt Tante Erna:“Aber mein Junge Dichter, in deinem Alter schon solch hohen Ziele?“.
Brüllt der Junge:“ NEIN, ich will dichter werden“.

Wer sich mit Groß und Kleinschreibung auskennt, versteht den Witz. ;-)

Im allgemeinen mache ich Fortschritte in meiner Mobilität.
Aus dem Bett in den Rollstuhl und umgekehrt geht schon fast alleine.


Gestern habe ich geschrieben, dass ich etwas über das Miteinander der Patienten schreiben werde.
Es fällt auf, dass die Hilfsbereitschaft unter den Patienten ausgesprochen hoch ist.
Alle haben irgendwelche Gebrechen oder Leiden.
Wer einem anderen helfen kann tut dies im Allgemeinen.
Das ist eine ausgesprochen positive Erfahrung.
Ich stelle mal die Frage:
Warum sind Menschen in Not „bessere“ Menschen als andere?
Zumindest ist dies mein Eindruck.

Das Gefühl im rechten Bein war heute auf Urlaub. Dies ist aber immer so.
Der tägliche Wechsel.
Der Tautropfen ist noch nicht wieder angefroren.



B. Pasman

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Bernd,
ich glaube ganz fest dran, das die Eiszeit langsam, wenn auch recht langsam zu Ende geht!

Gruß Sabine

Anonym hat gesagt…

Hallo Bernd,

zu Deiner Frage bleibt mir nur zu bemerken:
"Menschen können das Leid was sie sehen nicht nachempfinden, aber wenn sie selber Leid erfahren, wissen sie wie gut es tut wenn einem geholfen wird! Also sind sie auch bereit, wann immer sie können, Anderen zu helfen, in der Hoffnung darauf das man ihnen hilft wenn sie in Not sind!Dann wird der uns angeborene, soziale Instinkt geweckt, den wir in unserer heutigen Welt der Ellebogen zu oft zu unterdrücken versuchen. S C H A D E !"

Zum EEG bleibt nur zu sagen:
"Ein Blitz im Kopf ist immer noch besser als heftiger Donner in den Fäusten ;-) "

Halt die Öhrchen schön senkrecht und alles andere bringt die Zeit. Bei Deiner biologischen CO2-Produktion sollte die dadurch ausgelöste Klimakatastrophe, die Eiszeit schon klein kriegen!

Gruß Lothar