Hallo zusammen,
ich habe gerade überlegt ob ich Musik höre wenn ich anfange zu schreiben. Ich habe entschieden ja und Bob Dylan ausgewählt und eine CD aus einem Konzert ausgewählt. Mal sehen ob die Musik mich wach hält und zu Kreativität anregt.
Heute war von der körperlichen Anstrengung ein harter Tag. Viel Physiotherapie, Rollstuhlsport und Ergotherapie. Also bin etwas platt.
Bei der Ergotherapie habe ich versucht einen Transfer aus dem Rolli in ein Sofa zu machen, das klappte wunderbar, da das Sofa ca 20 cm tiefer liegt. Nur der Weg zurück hat nicht geklappt. Also ist dann meine Minimobilität in dem Rolli nicht mehr gegeben.
Als ich zu Hause war, habe ich mit Absicht vermieden den Rolli, bis auf ins Bett gehen zu verlassen, dies aus Angst nicht mehr in den Rolli zu kommen.
Im Moment fallen mir mal wieder die Augen zu. Die Musik von Dylan geht in Richtung Folk, es gibt immer wieder gesitteten Beifall aus dem Publikum.
Irgendwie fällt es mir schwer heute zu schreiben.
Ok was habe ich heute noch erlebt. Die Weihnachtsbäume werden hier aufgestellt.. Ein kleines Kind wollte schon die Geschenke, die unter einem Baum lagen auspacken.
Übrigens, hier sind einige Mütter mit kleinen Kindern im Vorschulalter.
Die Therapeuten überlegen schon welche Übungen sie mit mir machen können. Die Standardsachen sind durch und abgehakt. Auch Sachen die Tätigkeiten des täglichen Lebens machen zu können kann ich mittlerweile mit den Hilfsmitteln ganz gut. Auch ADL genannt. Der Sprung in die freie Wildbahn rückt immer näher.
Dann gilt es viele Sachen zu erledigen.
Ich glaube diese Musik zu wählen war verkehrt, mir fallen immer wieder die Augen zu, ich werde mal was anders probieren. Jetzt höre ich Metallica.
Der normale immer wiederkehrende Ablauf in der Reha bietet nicht viel Neues an Geschichten oder nennenswerten Erlebnissen.
Wenn das Wetter mitspielt werde ich Morgen noch mal versuchen bis zur Russischen Botschaft zu fahren. Dann wird der kleine wieder ordentlich in Schweiß geraten. Das tut dann gut.
Jetzt bin fast schon eine Stunde am schreiben und kriege nichts Vernünftiges hin, ich denke das liegt am Alltag in der Reha. Man erkennt die interessanten Geschichten oder Kleinigkeiten nicht mehr. Alles ist Alltag und man ist abgestumpft.
Dazu kommt noch die Ungewissheit wie es weiter geht. Wenn ich aus der Reha raus bin, was geschieht dann ??? Da sind viele offene Fragen.
Ws ist mit den Hilfsmitteln, die verschrieben sind, aber irgendwo zwischen Krankenkasse und den Sanitätshäusern schwirren. Was ist mit den Umbauten am Haus, lohnt sich das oder besser eine andere Hütte?
Da sind viele offene Fragen, und the answer my friend is blowin in the wind.
Das ist vielleicht auch der Grund warum ich momentan recht nüchtern (ich meine nicht Alkohol) schreibe.
Mir gehen halt sehr viele Sachen durch den Kopf und damit ist die Unbefangenheit und Lockerheit nicht mehr gegeben. Die Zeit in der Reha scheint sich dem Ende zu neigen.
So zum Beispiel die Ärzte zu denen ich gehe, sind mit dem Rolli nicht zu erreichen. Wat nu?
Ein anderer Hausarzt around the corner hat auch 5 Stufen. Wollen die Ärzte sich damit die Art von Patienten vom Hals halten oder liegt es am Baustil der 70er Jahre. Ich denke mal eher das zweite. Nur soll ich jetzt die Ärzte wechseln?
Na ja dieser Blog war nicht sehr unterhaltend, aber es gibt bald bestimmt bessere.
B. Pasman
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